Die Außenseiter übernehmen die Hauptrolle

Die Außenseiter übernehmen die Hauptrolle

Veröffentlicht

Montag, 22.06.2026
von Red. TB

Diese Weltmeisterschaft hält sich nicht an Drehbücher

Wer vor Beginn der Weltmeisterschaft einen Blick auf die Gruppen H und G geworfen hat, glaubte die Rollenverteilung bereits zu kennen.

Uruguay und Belgien sollten souverän marschieren. Kap Verde und Iran würden um Achtungserfolge kämpfen. Ägypten sollte seine Pflichtaufgaben erledigen. Neuseeland hoffte auf eine Überraschung.

Nach zwei Spieltagen zeigt sich: Der Fußball interessiert sich herzlich wenig für Prognosen.

Kap Verde schreibt Geschichte

Die größte Geschichte dieser WM kommt derzeit nicht aus Madrid, Montevideo oder Brüssel.

Sie kommt von einer kleinen Inselnation im Atlantik.

Kap Verde hat nach dem sensationellen Punktgewinn gegen Spanien nun auch Uruguay ein Remis abgerungen. Mehr noch: Die Kapverdier erzielten gegen die Südamerikaner die ersten beiden WM-Tore ihrer Verbandsgeschichte.

Das allein wäre bereits bemerkenswert.

Noch beeindruckender ist die Art und Weise.

Die Mannschaft ging in Führung, geriet anschließend in Rückstand und stand gegen einen zweimaligen Weltmeister mit dem Rücken zur Wand. Doch anstatt auseinanderzufallen, kämpfte sich Kap Verde zurück und verdiente sich den Ausgleich mit Mut, Leidenschaft und einer beeindruckenden Widerstandskraft.

Während große Nationen oft über Taktik sprechen, zeigt Kap Verde derzeit, was Herz auf einem Fußballplatz bewirken kann.

Belgien sucht sich selbst

Ganz anders die Lage bei Belgien.

Die „Roten Teufel“ treten bei dieser Weltmeisterschaft bislang auf wie eine Mannschaft, die ihren eigenen Anspruch vergessen hat.

Das 0:0 gegen Iran mag auf dem Papier solide aussehen. Tatsächlich offenbarte die Partie jedoch die Probleme einer Mannschaft, die zwar viel Ballbesitz hat, aber immer weniger Dominanz ausstrahlt.

Belgien kontrollierte das Spiel phasenweise, doch die gefährlicheren Chancen gehörten dem Iran.

Ein aberkanntes Tor, eine Notbremse mit anschließender Roter Karte und mehrere starke Paraden von Courtois verhinderten am Ende sogar eine belgische Niederlage.

Wer Belgien vor dem Turnier zu den Geheimfavoriten gezählt hat, muss seine Einschätzung inzwischen überdenken.

Iran wird zum unangenehmen Gegner

Der Iran entwickelt sich dagegen immer mehr zur Überraschung dieser Weltmeisterschaft.

Die Mannschaft spielt mutig, organisiert und unangenehm.

Gegen Belgien fehlten nur Zentimeter zu einem historischen Sieg.

Vor allem aber strahlt Team Melli eine Selbstverständlichkeit aus, die man bei vielen vermeintlich größeren Nationen vermisst.

Der Iran ist längst kein Außenseiter mehr.

Der Iran ist ein ernstzunehmender Kandidat für die K.-o.-Runde.

Salah zeigt den Weg

Ägypten wiederum hat genau das getan, was starke Mannschaften tun müssen.

Sie haben gewonnen.

Zwar benötigten die Pharaonen gegen Neuseeland einige Zeit, um ins Spiel zu finden, doch nach dem frühen Rückstand übernahmen sie die Kontrolle.

Mit dem Ausgleich von Mostafa Zico fiel die Last von den Schultern der Mannschaft. Danach übernahm der größte Star des Landes die Verantwortung.

Mohamed Salah traf zur Führung und bewies einmal mehr, warum er für Ägypten weit mehr als nur ein Fußballer ist.

Als Trézéguet schließlich per Flugkopfball das 3:1 erzielte, war die Partie entschieden.

Ägypten steht nun dicht vor dem Einzug in die nächste Runde.

Die WM der Mutigen

Nach zwei Spieltagen zeichnet sich ein interessantes Bild ab.

Nicht die großen Namen bestimmen bislang die Schlagzeilen.

Es sind die Mannschaften, die mutig auftreten.

Kap Verde begeistert die Fußballwelt.

Der Iran fordert etablierte Nationen heraus.

Ägypten findet immer besser ins Turnier.

Und Belgien muss plötzlich um das Weiterkommen zittern.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Magie dieser Weltmeisterschaft.

Sie erinnert uns daran, dass Erfolg nicht auf dem Marktwert basiert.

Sondern auf dem, was eine Mannschaft bereit ist, auf dem Platz zu investieren.

Kap Verde hat das verstanden.

Der Iran ebenfalls.

Und genau deshalb gehören beide bislang zu den großen Gewinnern dieses Turniers.

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von Autor: Red. TB
am: Montag, 22.06.2026

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