Der dritte Spieltag der WM-Gruppenphase hatte alles zu bieten: souveräne Favoriten, mutige Außenseiter und reichlich Spannung im Kampf um die K.-o.-Runde. Brasilien ließ gegen Schottland nichts anbrennen, gewann verdient mit 3:0 und marschierte als Gruppensieger ins Sechzehntelfinale. Die Selecao spielte nach der frühen Führung abgeklärt, effizient und zeigte einmal mehr, warum sie zu den heißesten Titelkandidaten zählt. Für die tapferen Schotten heißt es dagegen: zittern und auf Schützenhilfe hoffen.
Marokko erledigte seine Pflicht ebenfalls, musste sich den 4:2-Erfolg gegen ein leidenschaftlich kämpfendes Haiti aber hart erarbeiten. Die bereits ausgeschiedenen Kariben verkauften sich teuer, hielten die Partie lange offen und verdienten sich mit ihrem couragierten Auftritt viel Respekt. Am Ende setzte sich jedoch die größere Qualität der Atlas-Löwen durch.
Ein echtes Ausrufezeichen setzte die Schweiz. Im Gipfeltreffen mit Gastgeber Kanada bewahrte die Elf von Murat Yakin die Nerven, gewann mit 2:1 und schnappte sich den Gruppensieg. Vargas und Manzambi sorgten mit einem Doppelschlag nach der Pause für die Vorentscheidung. Kanada warf anschließend alles nach vorne, kam durch Joker Promise David noch einmal heran, doch die Schweizer Defensive hielt dem Druck stand. Der Lohn: Platz eins – zum ersten Mal seit der WM 2006.
Großen Grund zum Feiern hatte auch Bosnien-Herzegowina. Mit einem verdienten 3:1 gegen Katar sprang das Team von Sergej Barbarez im letzten Moment noch auf den Zug Richtung K.-o.-Phase auf. Die jungen Hoffnungsträger Kerim Alajbegovic und Ermin Mahmic drückten der Partie ihren Stempel auf und machten deutlich, dass mit den Bosniern noch zu rechnen ist. Katar verabschiedet sich dagegen ohne Sieg aus dem Turnier.
Unterm Strich stehen Brasilien, die Schweiz und Marokko verdient in der nächsten Runde. Bosnien-Herzegowina darf als einer der besten Gruppendritten ebenfalls weiterträumen. Für Schottland bleibt dagegen nur das Hoffen – und der bange Blick auf die Ergebnisse der anderen Gruppen.


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