USA: Erstes Bauverbot für große KI-Rechenzentren vorerst gestoppt

USA: Erstes Bauverbot für große KI-Rechenzentren vorerst gestoppt

Veröffentlicht

Samstag, 25.04.2026
von Red. TB

Ein in den USA geplantes, bislang einmaliges Bauverbot für große KI-Rechenzentren ist vorerst gescheitert. Die Gouverneurin des Bundesstaats Maine, Janet Mills, legte am Freitag ihr Veto gegen das Vorhaben ein.

Mills erklärte, ein zeitlich befristetes Moratorium sei grundsätzlich nachvollziehbar – insbesondere mit Blick auf die Auswirkungen großer Rechenzentren auf Umwelt, Energieversorgung und Strompreise. In anderen Bundesstaaten hätten derartige Anlagen bereits gezeigt, welche Belastungen durch ihren enormen Strom- und Wasserbedarf entstehen können.

Streitpunkt: Keine Ausnahme für Standort in Jay

Die Gouverneurin begründete ihr Veto jedoch damit, dass das Gesetz keine Ausnahmeregelung für ein geplantes KI-Rechenzentrum in der Ortschaft Jay vorsah. Die Gemeinde leidet nach ihren Worten weiterhin unter den „verheerenden“ wirtschaftlichen Folgen der Schließung einer Papierfabrik.

Gerade für strukturschwache Regionen könne ein solches Projekt neue Arbeitsplätze und Investitionen bringen, argumentierte Mills. Ein pauschales Verbot ohne Einzelfallprüfung sei deshalb aus ihrer Sicht nicht vertretbar.

Moratorium bis Ende 2027 geplant

Das Parlament von Maine hatte Mitte April ein Moratorium für Rechenzentren mit einer Leistung von mehr als 20 Megawatt beschlossen. Der Bau neuer Großanlagen – insbesondere für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz – sollte demnach zunächst bis November 2027 ausgesetzt werden.

Ziel war es, die Folgen solcher Projekte auf das Stromnetz, die Wasserversorgung und die Preisentwicklung für Verbraucher genauer zu prüfen.

Sorge vor steigenden Stromkosten

Maine zählt laut Internationaler Energieagentur zu den US-Bundesstaaten, in denen die Stromkosten für private Haushalte in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind. Der rapide Ausbau energieintensiver Rechenzentren gilt in vielen Regionen als zusätzlicher Belastungsfaktor.

Bereits Ende 2025 hatten zwei Städte in Maine den Bau neuer Rechenzentren abgelehnt. Medienberichten zufolge warfen die Behörden den beteiligten Unternehmen vor, beim erwarteten Strom- und Wasserverbrauch unzutreffende Angaben gemacht zu haben.

Debatte gewinnt landesweit an Fahrt

Die Auseinandersetzung in Maine steht exemplarisch für eine wachsende Debatte in den USA: Mit dem Boom der künstlichen Intelligenz steigt auch der Bedarf an riesigen Rechenzentren – und damit der Druck auf Stromnetze, Wasserressourcen und kommunale Infrastruktur.

Nach Angaben aus den USA wird inzwischen auch in elf weiteren Bundesstaaten über mögliche Moratorien oder strengere Auflagen für den Bau großer KI-Rechenzentren beraten.

Bildnachweis:

Willi-van-de-Winkel (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 25.04.2026

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