Vor der Küste Somalias ist nach Angaben britischer Sicherheitsbehörden ein Öltanker gekapert und in somalische Hoheitsgewässer verschleppt worden. Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) teilte am Samstag unter Berufung auf Informationen aus Somalia mit, dass Unbekannte das Schiff bereits am Dienstag unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Demnach sei der Tanker anschließend rund 77 Seemeilen weiter südlich verlegt worden.
Bereits am Donnerstag hatte die UKMTO vor einer möglichen Zunahme von Piraterie in der Region gewarnt. Damals meldete die Behörde, dass ein unter somalischer Flagge fahrendes Fischereischiff von elf Bewaffneten gekapert worden sei. Zudem sei auch ein Tanker mit Ölprodukten von bewaffneten Angreifern geentert worden.
Die britische Behörde sprach in diesem Zusammenhang von Anzeichen für eine „glaubhafte Bedrohung durch Piraterie“ in den Gewässern vor Somalia.
Die Region vor dem Horn von Afrika galt in der Vergangenheit als einer der gefährlichsten Schifffahrtswege der Welt. Besonders im Jahr 2011 hatten Piratenangriffe dort einen Höhepunkt erreicht. Seitdem wurden internationale Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt.
Aktuell ist unter anderem die EU-Marinemission „Aspides“ im Einsatz, um die Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden zu schützen.
Zusätzliche Belastungen für den internationalen Seeverkehr ergeben sich derzeit auch weiter östlich: Die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch iranische Kräfte beeinträchtigt den Schiffsverkehr in einer der wichtigsten Handelsrouten für Öltransporte erheblich.

