Babyhandel zwischen Indonesien und Singapur: Urteile gefallen, Zukunft der Kinder offen

Babyhandel zwischen Indonesien und Singapur: Urteile gefallen, Zukunft der Kinder offen

Veröffentlicht

Freitag, 24.07.2026
von Red. TB

Ein Gericht in West-Java hat 19 Mitglieder eines Menschenhändlerrings wegen des Verkaufs von Babys verurteilt. Die Gruppe soll mindestens 34 Kinder beschafft und zur Adoption vermittelt haben. Mindestens zwölf Babys wurden nach Singapur gebracht.

Im Prozess wurde bekannt, dass für die Kinder gefälschte Geburtsurkunden und Familienunterlagen verwendet wurden. Mitglieder des Netzwerks sollen sich darin als leibliche Mütter ausgegeben haben. Auf Grundlage dieser Dokumente wurden später Adoptionen in Singapur genehmigt.

Mit den Urteilen ist die strafrechtliche Aufarbeitung einen wichtigen Schritt weiter. Ungeklärt bleibt jedoch, was nun mit den bereits adoptierten Kindern geschieht.

Mehrere Adoptiveltern in Singapur erklären, nichts von dem Menschenhandel gewusst zu haben. Sie hätten staatliche Prüfungen durchlaufen und seien davon ausgegangen, dass die Adoptionen rechtmäßig seien. Nun fürchten sie, die Kinder wieder abgeben zu müssen.

Indonesische Kinderschützer fordern dagegen, die Babys grundsätzlich zurückzubringen. Sie verweisen darauf, dass die Adoptionen auf manipulierten Unterlagen beruhten und die wahre Identität der Kinder teilweise noch ungeklärt sei.

Juristen in Singapur sprechen von rechtlichem Neuland. Eine Aufhebung bereits ausgesprochener Adoptionen ist dort äußerst selten. Gerichte müssten unter anderem berücksichtigen, wie lange die Kinder bereits bei ihren Adoptivfamilien leben und welche psychischen Folgen eine Trennung hätte.

Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle leiblichen Eltern identifiziert wurden. Einige Kinder könnten bei einer Rückkehr deshalb zunächst in staatliche Betreuung kommen.

Die Behörden beider Länder stehen damit vor einer schwierigen Entscheidung: Sie müssen die Folgen eines Verbrechens korrigieren, ohne den betroffenen Kindern durch eine erneute Trennung weiteren Schaden zuzufügen. Entscheidend dürfte eine individuelle Prüfung jedes einzelnen Falls sein.

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von Autor: Red. TB
am: Freitag, 24.07.2026

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