Washington erlebt derzeit die wohl teuerste Algenzucht der Welt.
Nachdem für rund 13 Millionen Dollar das berühmte Reflecting Pool zwischen Lincoln Memorial und Washington Monument aufwendig renoviert und frisch blau gestrichen wurde, präsentiert sich das Prestigeprojekt nun in einem satten Froschgrün. Verantwortlich dafür sind allerdings nicht politische Gegner, sondern jede Menge Algen.
US-Präsident Donald Trump sah sich deshalb zum Handeln gezwungen. Oder genauer gesagt: zum Überfliegen.
Auf dem Rückweg von Camp David inspizierte Trump das Wasserbecken kurzerhand aus dem Präsidentenhubschrauber. Noch bevor die Rotoren vollständig zum Stillstand gekommen waren, verkündete er auf Truth Social: „Die Reparaturarbeiten beginnen sofort!“
Sein Urteil nach der Luftbegutachtung fiel eindeutig aus: „WOW! Wer macht so etwas? Kranke, gestörte Menschen!“
Der Feind kommt diesmal aus dem Wasser
Eigentlich sollte nach der millionenschweren Sanierung alles glänzen. Stattdessen blättert die neue Farbe bereits wieder vom Beckenboden, während sich Algen im Wasser ausbreiten, als hätten sie einen langfristigen Mietvertrag unterschrieben.
Nun wird sogar darüber nachgedacht, das gesamte Becken erneut abzulassen und wieder neu zu befüllen. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen.
Experten sprechen von biologischen Prozessen. In Washington bevorzugt man offenbar die Theorie der Sabotage.
Jagd auf Pool-Verbrecher
Die Behörden haben mittlerweile einen regelrechten Pool-Krimi eröffnet. Fünf Personen wurden wegen mutmaßlicher Sachbeschädigung festgenommen, gegen weitere Besucher wurden Anzeigen ausgestellt.
Ein besonders spektakulärer Vorwurf: Jemand soll angeblich mit einer Klinge einen über 75 Meter langen Kratzer in die Anlage geritzt haben.
Die zuständige Staatsanwältin kündigte an, mit voller Härte gegen jeden vorzugehen, der dem Wasserbecken zu nahe kommt. Wer künftig verdächtig lange auf die Algen schaut, sollte möglicherweise schon seinen Anwalt bereithalten.
Olympiasieger wird zum Staatsfeind
Besonders kurios: Unter den Beschuldigten befindet sich sogar ein ehemaliger Olympiasieger im Kanusport.
Sein Vergehen? Er soll lose Farbreste berührt haben.
Der Sportler weist die Vorwürfe zurück und erklärt sinngemäß: „Ich habe die Farbe nicht abgerissen. Die Farbe hat sich selbst verabschiedet.“
Eine Erklärung, die für viele Beobachter plausibler klingt als die Vorstellung einer internationalen Pool-Verschwörung.
Die Algen lachen weiter
Während Politiker, Ermittler und Juristen nach Schuldigen suchen, bleiben die eigentlichen Gewinner des Dramas völlig unbehelligt: die Algen.
Eine Biologin der George Mason University untersuchte Wasserproben und stellte fest, dass es sich um eine völlig harmlose Algenart handelt. Gefährlich seien die grünen Bewohner des Beckens nicht.
Mit anderen Worten: Die Algen sind vermutlich die einzigen Beteiligten, die derzeit keine Vorladung befürchten müssen.
Amerikas teuerster Gartenteich
So bleibt vom Millionenprojekt vorerst vor allem ein Symbol übrig: Ein frisch renoviertes Nationaldenkmal, das aussieht wie ein überdimensionierter Gartenteich, ein Präsident, der Inspektionen aus dem Helikopter durchführt, und Ermittler, die gegen Farbabblätterungen kämpfen.
Die Algen dürften derweil entspannt im Wasser treiben und sich fragen, ob sie nicht bald ebenfalls als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft werden.


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