Die Vereinigten Staaten haben sämtliche derzeit auf dem britischen Militärstützpunkt RAF Fairford stationierten Bomber abgezogen. Die Maschinen wurden nach Angaben aus den USA zurück zu ihren Heimatbasen in den Vereinigten Staaten verlegt.
Offiziell wurde kein konkreter Grund für den Abzug genannt. Der Schritt erfolgt jedoch nur wenige Tage nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall in der Nähe des Stützpunkts in Gloucestershire, der inzwischen von britischen Anti-Terror-Ermittlern untersucht wird.
Am 27. September waren mehrere verdächtige Fahrzeuge in der Umgebung der Basis aufgefallen. Daraufhin wurden zunächst fünf Männer im Alter zwischen 23 und 25 Jahren festgenommen. Später kam ein weiterer Verdächtiger hinzu, ein 25-jähriger britisch-iranischer Doppelstaatsbürger.
Die Festnahmen erfolgten unter anderem wegen des Verdachts auf Vorbereitung terroristischer Handlungen und möglicher Verstöße im Zusammenhang mit Sprengstoff. Alle sechs Männer wurden inzwischen gegen Kaution freigelassen. Die Ermittlungen laufen weiter.
Britische Regierungsvertreter haben Berichte nicht zurückgewiesen, wonach der Abzug der US-Bomber mit der Sicherheitslage rund um RAF Fairford zusammenhängen könnte. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass es sich bei der Verlegung um eine militärische und nicht um eine politische Entscheidung gehandelt habe.
Das britische Verteidigungsministerium äußerte sich bislang nicht näher dazu.
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Äußerungen aus der britischen Regierung. Premierminister Andy Burnham hatte erklärt, es gebe deutliche Hinweise auf eine mögliche iranische Beteiligung an dem Vorfall. Konkrete Beweise wurden öffentlich jedoch nicht vorgelegt.
Der Iran weist jede Beteiligung zurück.
Auch auf amerikanischer Seite wurden Hinweise auf einen möglichen ausländischen Hintergrund öffentlich angesprochen. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, der Vorfall deute klar auf die Beteiligung eines ausländischen Akteurs hin. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich zudem überrascht darüber, dass die zunächst festgenommenen Männer gegen Kaution freigelassen wurden. Er betonte, die Vereinigten Staaten hätten in dem Fall eng mit Großbritannien zusammengearbeitet.
RAF Fairford besitzt für die US-Streitkräfte seit Jahrzehnten große strategische Bedeutung. Der Stützpunkt wird regelmäßig als vorgeschobener Einsatzort der US Air Force genutzt.
In den vergangenen Monaten starteten von dort auch amerikanische Bomber in Richtung Naher Osten. Großbritannien hatte den USA zuvor die Nutzung der Basis für bestimmte militärische Operationen im Zusammenhang mit Iran gestattet.
Teheran hatte daraufhin erklärt, dass Militärstützpunkte, die für Angriffe auf iranisches Territorium genutzt würden, als legitime militärische Ziele betrachtet werden könnten.
Vor diesem Hintergrund wird der Abzug der Bomber besonders aufmerksam beobachtet.
Unklar ist derzeit, ob die Verlegung dauerhaft ist oder lediglich eine vorübergehende Sicherheitsmaßnahme darstellt.
Fest steht jedoch: Die Situation rund um RAF Fairford hat inzwischen eine deutlich größere sicherheitspolitische Dimension erreicht.
Was zunächst wie ein lokaler Polizeieinsatz wegen verdächtiger Fahrzeuge begann, beschäftigt inzwischen Anti-Terror-Ermittler, die britische Regierung und die US-Streitkräfte.
Die kommenden Tage dürften zeigen, ob sich der Verdacht auf eine ausländische Einflussnahme erhärten lässt und ob die Vereinigten Staaten ihre Bomber zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach Fairford zurückverlegen.


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