38 Jahre alt, fast schon weg – und plötzlich zerlegt Case Keenum die Eagles

38 Jahre alt, fast schon weg – und plötzlich zerlegt Case Keenum die Eagles

Veröffentlicht

Dienstag, 29.09.2026
von Red. TB

Die Chicago Bears haben die Philadelphia Eagles mit 27:7 geschlagen.

Im Mittelpunkt stand dabei ausgerechnet Case Keenum.

Der 38 Jahre alte Quarterback absolvierte sein erstes reguläres NFL-Spiel seit 2023 und überzeugte mit einer starken Leistung.

Keenum brachte 24 von 34 Pässen an, warf zwei Touchdown-Pässe, erzielte einen weiteren Touchdown selbst und beendete die Partie mit einem Quarterback-Rating von 110,8.

Caleb Williams fiel verletzt aus

Eigentlich ist Caleb Williams der Starting Quarterback der Bears.

Er musste jedoch wegen einer Oberschenkelverletzung passen.

Backup Tyson Bagent hatte zudem während der Woche mit einer Gehirnerschütterung zu kämpfen und konnte nur eingeschränkt trainieren.

Damit rückte Keenum plötzlich in die Startformation.

Eine Rolle, mit der vor Saisonbeginn kaum jemand gerechnet hatte.

Keenum besser als Jalen Hurts

Auf der anderen Seite erlebte Eagles-Quarterback Jalen Hurts einen deutlich schwierigeren Abend.

Hurts warf keinen Touchdown, kassierte eine Interception und kam auf ein Quarterback-Rating von 64,2.

Chicago fing sowohl einen Pass von Hurts als auch einen Pass von Andy Dalton ab, der kurzzeitig aufs Feld kam, während Hurts auf eine mögliche Gehirnerschütterung untersucht wurde.

Die Bears sackten Hurts außerdem zweimal.

Chicago ohne Turnover

Die Bears kamen insgesamt auf 375 Yards Raumgewinn.

Sie erzielten drei Touchdowns und leisteten sich keinen Ballverlust.

Philadelphia gelang lediglich ein Touchdown.

Abgesehen von einem 30-Yard-Pass von Hurts auf DeVonta Smith ließ die Chicagoer Defense kaum große Raumgewinne zu.

Starker Auftakt von Keenum

Keenum wirkte von Beginn an sicher.

Beim ersten Drive brachte er fünf von sechs Pässen an.

Darunter war ein 16-Yard-Pass auf Sam Roush bei einem vierten Versuch.

Den Drive schloss er mit einem acht Yard langen Touchdown-Pass auf Luther Burden III ab.

Bears setzen sich in Halbzeit zwei ab

Zur Halbzeit führte Chicago mit 10:7.

Im dritten Viertel legten die Bears nach.

Zunächst bereitete Keenum mit zwei Pässen über jeweils zwölf Yards ein 48-Yard-Field-Goal von Cairo Santos vor.

Im nächsten Drive traf er Kalif Raymond über 41 Yards zum Touchdown.

Später erzielte Keenum selbst noch einen Touchdown per Quarterback Sneak.

Es war sein erster Rushing-Touchdown seit 2019.

Keenum war eigentlich fast schon raus

Die Geschichte des Abends wird auch deshalb besonders, weil Keenum seine Karriere beinahe beendet hätte.

Nach zwölf NFL-Jahren und Stationen in acht verschiedenen Städten hatte er nach eigener Aussage bereits mehrfach darüber nachgedacht aufzuhören.

Erst Bears-Coach Ben Johnson überzeugte ihn davon weiterzumachen.

Seine eigentliche Aufgabe sollte vor allem darin bestehen, Caleb Williams zu unterstützen und als erfahrener Mentor zu helfen.

Mit einem Einsatz als Starter rechneten nur wenige.

14- bis 16-Stunden-Tage vor dem Spiel

Keenum erklärte nach der Partie, er habe sich intensiv vorbereitet.

Er sprach von Arbeitstagen mit 14 bis 16 Stunden, viel Videoanalyse und wenig Zeit mit seiner Familie.

Sein Handy habe er während der Woche weitgehend auf „Nicht stören“ gestellt.

Nur seine Frau und Trainer Ben Johnson hätten ihn direkt erreichen können.

Bears mussten nach Niederlage reagieren

Die Partie hatte für Chicago auch deshalb Bedeutung, weil die Mannschaft eine Woche zuvor gegen die Minnesota Vikings verloren hatte.

Zum Saisonauftakt hatten die Bears noch 59 Punkte erzielt.

Danach folgte die Niederlage gegen Minnesota.

Gegen Philadelphia gelang nun eine deutliche Reaktion.

Chicago feierte nach dem Spiel ausgelassen.

Caleb Williams umarmte Keenum auf dem Feld.

Keenum selbst emotional

Nach der Partie erklärte Keenum, der Abend bedeute ihm sehr viel.

Er habe mehrfach gedacht, vielleicht nie wieder ein NFL-Spiel zu bestreiten.

Gerade deshalb sei ein solcher Auftritt bei „Monday Night Football“ für ihn etwas Besonderes.

Er sagte zudem, er habe während seiner gesamten Karriere immer wieder Rückschläge erlebt, sei aber stets wieder aufgestanden und weiter zur Arbeit gegangen.

Wer startet gegen die Jets?

Trotz der starken Leistung ist offen, wer beim nächsten Spiel gegen die New York Jets als Quarterback startet.

Coach Ben Johnson wollte sich noch nicht darauf festlegen, ob Keenum erneut beginnt, falls Williams weiterhin nicht einsatzfähig ist.

Damit bleibt die Quarterback-Frage in Chicago zunächst offen.

Einordnung

Der Sieg gegen Philadelphia ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Chicago mit seinem dritten Quarterback in ein Spiel gegen eines der zuvor ungeschlagenen Teams der Liga ging.

Keenum sollte ursprünglich vor allem Erfahrung und Stabilität in den Quarterback-Raum bringen.

Stattdessen musste er kurzfristig selbst Verantwortung übernehmen.

Einordnung: Erfahrung statt Spektakel

Keenum versuchte nicht, das Spiel allein zu gewinnen.

Seine Leistung beruhte vor allem auf sicheren Entscheidungen, wenigen Fehlern und der Nutzung vorhandener Chancen.

Gleichzeitig war er mehr als nur ein Verwalter.

Der 41-Yard-Touchdown-Pass auf Raymond zeigt, dass Chicago ihm auch größere Würfe zutraute.

Dass die Bears keinen einzigen Turnover produzierten, war dabei besonders wichtig.

Einordnung: Keine Quarterback-Debatte nötig

Trotz Keenums Leistung gibt es aus dem vorliegenden Bericht keinen Hinweis darauf, dass Caleb Williams seinen Stammplatz verlieren könnte.

Auch Keenum selbst wurde nicht als dauerhafte Alternative dargestellt.

Seine Rolle bleibt die eines erfahrenen Backups.

Die größere Bedeutung des Spiels liegt deshalb darin, dass Chicago offenbar auch dann konkurrenzfähig bleiben kann, wenn der Starting Quarterback ausfällt.

Bewertung

Für Keenum persönlich dürfte die Partie zu den außergewöhnlicheren Momenten seiner langen Karriere gehören.

Ein 38-Jähriger, der seit drei Jahren kein reguläres NFL-Spiel mehr bestritten hatte, springt kurzfristig ein und führt seine Mannschaft zu einem klaren Sieg gegen Philadelphia.

Das ist zumindest keine alltägliche NFL-Geschichte.

Und es zeigt, warum Teams manchmal Spieler im Kader behalten, deren wichtigste Qualität weniger Zukunftspotenzial als Erfahrung ist.

Fazit

Die Nachricht lautet:

Chicago besiegt Philadelphia 27:7, und Case Keenum liefert bei seinem ersten regulären NFL-Einsatz seit 2023 eine starke Vorstellung.

24 vollständige Pässe.

Zwei Touchdowns durch die Luft.

Ein weiterer am Boden.

Kein Turnover.

Und ein Sieg gegen ein zuvor ungeschlagenes Eagles-Team.

Die Einordnung:

Keenum ist damit nicht plötzlich Chicagos Quarterback der Zukunft.

Aber zumindest für einen Abend war der 38-Jährige genau der Quarterback, den die Bears brauchten.

Manchmal braucht man eben keinen neuen Superstar – sondern jemanden, der eigentlich schon dachte, seine Zeit sei vorbei.

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Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 29.09.2026

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