Stand: 7. Oktober 2026
Die österreichische Wirtschaft bleibt mit einer hohen Zahl von Unternehmensinsolvenzen konfrontiert. Innerhalb der vergangenen 48 Stunden wurden erneut zahlreiche neue Insolvenzverfahren registriert beziehungsweise öffentlich bekannt.
Besonders auffällig ist die breite Verteilung über unterschiedliche Branchen. Betroffen sind Bauunternehmen, Immobiliengesellschaften, Gastronomiebetriebe, Handelsunternehmen, Transportunternehmen, technische Dienstleister und Projektgesellschaften.
Ein Schwerpunkt der neuen Verfahren liegt erneut in Wien. Aber auch aus Tirol, der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, dem Burgenland und Vorarlberg wurden neue Unternehmensinsolvenzen bekannt.
Hard Rock Cafe Innsbruck erneut insolvent
Zu den prominentesten Fällen gehört die HRC IBK Betriebs GmbH, Betreiberin des Hard Rock Cafe in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße.
Über das Unternehmen wurde am 6. Oktober beim Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet.
Die Gesellschaft beschäftigt rund 31 Mitarbeiter. Die Verbindlichkeiten wurden zuletzt mit ungefähr 600.000 Euro angegeben.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Betrieb bereits 2025 insolvent war. Damals konnte das Unternehmen über einen Sanierungsplan zunächst weitergeführt werden.
Nun reichen die wirtschaftlichen Mittel offenbar erneut nicht aus.
Als Ursache werden unter anderem schwächere Umsätze genannt. Insbesondere zwischen Juli und September lagen die Einnahmen deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Für die Beschäftigten ist die Situation besonders schwierig. Bereits die Septembergehälter sollen nicht mehr vollständig bezahlt worden sein.
Eine längerfristige Fortführung des Betriebs erscheint nach dem derzeitigen Stand fraglich.
EDER Betriebs GmbH am Achensee im Konkurs
Ebenfalls betroffen ist die EDER Betriebs GmbH mit Bezug zu Maurach beziehungsweise Achenkirch in Tirol.
Das Unternehmen betreibt eine Tankstelle.
Über das Vermögen der Gesellschaft wurde beim Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet.
Nach bisherigen Angaben belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 124.000 Euro.
Ob der Betrieb fortgeführt werden kann, muss nun vom Insolvenzverwalter geprüft werden.
Die konkreten Ursachen für die Zahlungsprobleme waren unmittelbar nach Verfahrenseröffnung noch nicht abschließend geklärt.
BA24 Handel und Transporte GmbH insolvent
Auch die Transportbranche meldet einen neuen Insolvenzfall.
Über die BA24 Handel und Transporte GmbH mit Sitz in Mäder in Vorarlberg wurde ein Konkursverfahren eröffnet.
Das Unternehmen ist im Handel und Transport tätig.
Betroffen sind rund 15 Arbeitnehmer.
Die bislang bekannten Verbindlichkeiten wurden mit ungefähr 85.000 Euro beziffert. Mehrere Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.
Ob eine Fortführung des Unternehmens wirtschaftlich möglich ist, soll im Insolvenzverfahren geprüft werden.
Viele neue Verfahren in Wien
Besonders hoch ist die Zahl neuer Insolvenzeinträge in der Bundeshauptstadt.
Zu den neu registrierten beziehungsweise neu bekannt gewordenen Unternehmensverfahren gehören unter anderem:
Trocken Bau 4 You GmbH
Das Unternehmen ist dem Bauumfeld zuzurechnen. Gerade die Bauwirtschaft gehört weiterhin zu jenen Branchen, in denen vergleichsweise viele Insolvenzen auftreten.
Südseite Immobilien GmbH
Mit der Gesellschaft trifft es ein weiteres Unternehmen aus dem Immobilienumfeld.
Ornator Handels GmbH
Auch ein Wiener Handelsunternehmen findet sich unter den aktuellen Insolvenzverfahren.
H.B.M. Baumanagement GmbH
Der nächste Fall betrifft den Bereich Baumanagement. Damit setzt sich die auffällige Häufung von Insolvenzen im Bau- und Immobilienbereich fort.
ALLWORK EUROPE A GmbH
Auch über diese Wiener Gesellschaft wurde ein aktuelles Insolvenzverfahren registriert.
YONKO Malerei GmbH
Mit dem Malereibetrieb ist ein weiteres Unternehmen aus dem Baunebengewerbe betroffen.
MAP Taxi KG
Auch ein Unternehmen aus dem Personenbeförderungs- beziehungsweise Taxigewerbe findet sich unter den neuen Verfahren.
AVORIS rose GmbH
Eine weitere Gesellschaft mit Sitz in Wien taucht in den aktuellen Insolvenzregistrierungen auf.
Greda Bau GmbH
Damit kommt ein weiteres Bauunternehmen hinzu.
Carpe Omnia GmbH
Auch diese Wiener Gesellschaft gehört zu den aktuellen Unternehmensinsolvenzen.
ELA Messestandmontage GmbH
Betroffen ist außerdem ein Unternehmen aus dem Bereich Messebau beziehungsweise Montage.
Orse Gastro GmbH
Auch die Gastronomie bleibt von der Insolvenzserie nicht verschont.
SAB Elektrotechnik GmbH
Mit diesem Unternehmen ist auch das Elektro- und technische Gewerbe vertreten.
MM Cleaning Service GmbH
Ein weiterer aktueller Fall betrifft den Reinigungs- und Dienstleistungssektor.
SNOVA Projektentwicklung & Handel KG
Auch eine Gesellschaft aus dem Projektentwicklungs- und Handelsumfeld wurde als neuer Insolvenzfall registriert.
FW Eins UA1 GmbH
Die Gesellschaft zählt ebenfalls zu den jüngsten Wiener Verfahren.
SecFortis GmbH
Auch über dieses Unternehmen wurde ein Insolvenzverfahren registriert.
AELIYA KG
Die Gesellschaft gehört ebenfalls zu den innerhalb des betrachteten Zeitraums neu erfassten Fällen.
Malerstern e.U.
Auch ein registrierter Gewerbebetrieb aus dem Malerbereich ist betroffen.
AVORIS violet GmbH
Neben einer weiteren Gesellschaft aus dem AVORIS-Umfeld erscheint auch diese Gesellschaft in den aktuellen Insolvenzmeldungen.
MatWash – CleanTec GmbH
Auch das Unternehmen aus dem Reinigungs- beziehungsweise Technikbereich gehört zu den jüngsten erfassten Verfahren.
Steiermark: mehrere Unternehmen betroffen
Auch in der Steiermark wurden innerhalb des Betrachtungszeitraums mehrere neue Unternehmensinsolvenzen registriert.
Dazu gehört die mehrWERT Projektierungs GmbH.
Der Firmenname verweist bereits auf den Bereich Projektierung beziehungsweise Projektentwicklung – ein Segment, das derzeit stark von gestiegenen Finanzierungs- und Baukosten beeinflusst wird.
Ebenfalls betroffen ist die P.P.G. Bau GmbH.
Damit taucht auch in der Steiermark erneut ein klassisches Bauunternehmen unter den aktuellen Insolvenzverfahren auf.
Hinzu kommt die Bohr- und Sprengtechnik Stenitzer GmbH.
Auch die Edeldielen Manufaktur GmbH findet sich unter den neu bekannt gewordenen Fällen.
Die Häufung zeigt, wie breit die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mittlerweile auch innerhalb des Bau- und Zulieferbereichs verteilt sind.
Niederösterreich: Bau, Fahrzeuge und Immobilien
In Niederösterreich wurden ebenfalls mehrere Unternehmensverfahren registriert.
Zu den aktuellen Fällen gehört die M.C.V. GmbH.
Außerdem betroffen ist Sky Cars AR e.U..
Hinzu kommt die Brunos Beauty OG, womit auch der Beauty- und Dienstleistungsbereich vertreten ist.
Mit der AEM Bau GmbH findet sich wiederum ein Unternehmen aus der Baubranche unter den neuen Verfahren.
Auch die Austrocap GmbH gehört zu den aktuell registrierten Insolvenzfällen.
Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche zeigen, dass sich die Insolvenzwelle längst nicht mehr auf einzelne konjunktursensible Branchen beschränkt.
Oberösterreich: weitere Unternehmen in Schwierigkeiten
In Oberösterreich gehören mehrere Gesellschaften zu den jüngsten Insolvenzmeldungen.
Dazu zählt die bms best modification systems GmbH.
Auch die Bi Ca GmbH erscheint unter den aktuellen Verfahren.
Ebenfalls registriert wurde die Alpha Consult GmbH.
Mit der COMPOST and WASTE technology GmbH kommt ein weiteres Unternehmen aus einem technischen beziehungsweise umweltwirtschaftlichen Tätigkeitsfeld hinzu.
Damit reicht das Spektrum auch in Oberösterreich von Beratung und Dienstleistungen bis zu spezialisierten technischen Unternehmen.
Tirol mit mehreren neuen Fällen
Neben dem Hard Rock Cafe und der EDER Betriebs GmbH gibt es in Tirol weitere neue Unternehmensinsolvenzen.
Dazu zählt die GEAP GmbH.
Ebenfalls registriert wurde NOVENTRA e.U.
Hinzu kommt die FrohsINN Gesellschaft m.b.H.
Auch die First Class Immobilien GmbH gehört zu den jüngsten bekannten Verfahren.
Damit ist auch in Tirol der Immobilienbereich erneut vertreten.
Salzburg: weiteres Unternehmen insolvent
Aus Salzburg wurde unter anderem die ATLAS Excellence in Body Statics GmbH als neuer Insolvenzfall registriert.
Gerade bei kleineren und spezialisierten Unternehmen können bereits vergleichsweise geringe Umsatzrückgänge oder Kostensteigerungen ausreichen, um die Liquidität erheblich zu belasten.
Bei sehr neuen Verfahren liegen häufig zunächst noch keine detaillierten Angaben zur Höhe der Forderungen oder zu möglichen Sanierungsplänen vor.
Burgenland: Gartenbauunternehmen betroffen
Im Burgenland gehört die Gartenbau Bauer GmbH zu den aktuell registrierten Unternehmensinsolvenzen.
Auch Gartenbauunternehmen stehen wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Energie, Personal, Pflanzen, Transporte und Betriebsmittel haben sich in den vergangenen Jahren verteuert.
Ob diese allgemeinen Faktoren im konkreten Insolvenzfall ursächlich waren, lässt sich allerdings erst anhand der weiteren Verfahrensinformationen beurteilen.
Immobilien- und Baubereich fällt erneut besonders auf
Schon die Namen der innerhalb von nur 48 Stunden neu registrierten Unternehmen zeigen ein bekanntes Muster.
Bauunternehmen, Baumanagementgesellschaften, Projektentwickler und Immobiliengesellschaften sind überproportional vertreten.
Das hat mehrere Ursachen.
Die Finanzierung von Immobilienprojekten ist erheblich teurer geworden. Gleichzeitig sind Baukosten und Personalkosten gestiegen.
Bei Projektentwicklern kommt hinzu, dass Wohnungen und Gewerbeimmobilien teilweise schwieriger oder langsamer verkauft werden können.
Dadurch entstehen Liquiditätsprobleme.
Ein Projekt kann wirtschaftlich grundsätzlich werthaltig sein und trotzdem zu einer Insolvenz führen, wenn kurzfristig nicht genügend Geld zur Begleichung fälliger Rechnungen vorhanden ist.
Auch Gastronomie weiterhin unter Druck
Ein zweiter auffälliger Bereich ist die Gastronomie.
Der erneute Konkurs des Innsbrucker Hard Rock Cafe ist dafür ein prominentes Beispiel.
Auch kleinere Gastronomiegesellschaften finden sich regelmäßig unter den neuen Insolvenzverfahren.
Die Branche kämpft weiterhin mit hohen Personal-, Lebensmittel-, Energie- und Mietkosten.
Gleichzeitig reagieren Verbraucher auf gestiegene Lebenshaltungskosten häufig mit Einsparungen bei Restaurant-, Bar- und Freizeitbesuchen.
Für Betriebe mit hohen Fixkosten können bereits relativ geringe Umsatzrückgänge problematisch werden.
Nicht jede Insolvenz bedeutet automatisch das Ende
Wichtig ist allerdings eine Differenzierung.
Ein eröffnetes Insolvenzverfahren bedeutet nicht zwingend, dass ein Unternehmen sofort geschlossen wird.
Das österreichische Insolvenzrecht ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Fortführung und Sanierung eines Betriebs.
Entscheidend sind dabei unter anderem die Vermögenslage, laufende Einnahmen, Finanzierungsmöglichkeiten und die Frage, ob eine Fortführung für die Gläubiger wirtschaftlich sinnvoller ist als eine sofortige Verwertung.
Bei Konkursverfahren wird deshalb zunächst regelmäßig geprüft, ob ein Betrieb zumindest vorübergehend weitergeführt werden kann.
Erst danach fällt die Entscheidung über Fortführung, Verkauf oder Schließung.
Zahl der Insolvenzen bleibt ein Warnsignal
Die innerhalb von nur zwei Tagen bekannt gewordenen Fälle sind wirtschaftlich dennoch bemerkenswert.
Sie zeigen, dass der Insolvenztrend in Österreich nicht auf einzelne spektakuläre Großpleiten beschränkt ist.
Viele der betroffenen Unternehmen sind kleine und mittelständische Betriebe.
Gerade diese Insolvenzen erhalten außerhalb ihrer jeweiligen Region häufig nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit.
In ihrer Summe haben sie jedoch erhebliche Auswirkungen.
Arbeitsplätze verschwinden, Lieferanten verlieren Forderungen, Vermieter bleiben möglicherweise auf offenen Mieten sitzen und auch Banken oder öffentliche Stellen können zu den betroffenen Gläubigern gehören.
Bau, Immobilien und Dienstleistungen bleiben besonders gefährdet
Bei der Betrachtung der jüngsten Verfahren treten vier Bereiche besonders hervor:
Bau und Baunebengewerbe, Immobilien und Projektentwicklung, Gastronomie sowie kleinere Dienstleistungsunternehmen.
Das bedeutet nicht, dass jede Insolvenz dieselben Ursachen hat.
In einem Fall können hohe Zinsen entscheidend sein, in einem anderen der Verlust eines Großkunden, schlechte Zahlungsmoral, zu geringe Eigenkapitalreserven oder eine gescheiterte Expansion.
Der gemeinsame Nenner ist häufig die Liquidität.
Unternehmen können Kostensteigerungen für eine gewisse Zeit auffangen. Wenn gleichzeitig Umsätze stagnieren und Finanzierungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, verschwinden diese Reserven jedoch schnell.
Weitere Details dürften in den kommenden Tagen folgen
Bei einem Teil der neu eröffneten Verfahren sind derzeit noch nicht alle wirtschaftlichen Eckdaten öffentlich bekannt.
Erst im weiteren Insolvenzverfahren wird deutlich werden, wie hoch die tatsächlichen Forderungen sind, wie viele Gläubiger betroffen sind und ob einzelne Unternehmen saniert werden können.
Auch die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer steht bei mehreren kleineren Verfahren noch nicht endgültig fest.
Für die kommenden Tage ist daher mit weiteren Angaben zu Passiva, Gläubigerzahlen und Fortführungsentscheidungen zu rechnen.
Fazit: Viele kleine und mittlere Pleiten prägen das aktuelle Bild
Österreich erlebt weiterhin eine hohe Dynamik bei Unternehmensinsolvenzen.
Innerhalb der vergangenen 48 Stunden wurden quer durch mehrere Bundesländer zahlreiche neue Firmenverfahren registriert.
Besonders betroffen erscheinen einmal mehr Bau, Immobilien, Handel, Gastronomie und Dienstleistungen.
Der prominenteste aktuelle Fall ist das Hard Rock Cafe Innsbruck mit rund 31 Beschäftigten und etwa 600.000 Euro Verbindlichkeiten.
Daneben stehen jedoch zahlreiche kleinere Unternehmen, deren Insolvenz in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich weniger sichtbar ist.
Gerade diese Vielzahl mittelständischer und kleinerer Firmenpleiten zeigt, dass die wirtschaftliche Belastung in Österreich weiterhin erheblich ist.
Die nächsten Wochen werden zeigen, bei welchen Unternehmen eine Sanierung oder Fortführung möglich ist – und welche Betriebe endgültig vom Markt verschwinden.
Hinweis zur Vollständigkeit: Insolvenzregister werden laufend aktualisiert. Die Aufstellung bildet die zum Recherchezeitpunkt öffentlich auffindbaren Unternehmensverfahren innerhalb des 48-Stunden-Fensters ab; spätere Nachmeldungen oder rückwirkende Registereinträge können die Zahl noch verändern. Der besonders aktuelle Fall HRC IBK wurde am 6. Oktober tatsächlich vom Landesgericht Innsbruck eröffnet; bei EDER erfolgte die Eröffnung am 5. Oktober. KSV1870


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