Neue Regeln gegen Greenwashing

Neue Regeln gegen Greenwashing

Veröffentlicht

Sonntag, 27.09.2026
von Red. TB

Seit Sonntag gelten in Österreich strengere EU-Vorgaben gegen sogenanntes Greenwashing. Unternehmen dürfen Begriffe wie „umweltfreundlich“ nicht mehr ohne entsprechende Grundlage verwenden. Ziel ist es, Verbraucher besser vor irreführenden Werbeaussagen über vermeintlich nachhaltige Produkte zu schützen.

Umweltorganisationen begrüßen die Neuregelung grundsätzlich. Im Handel gibt es dagegen Sorgen vor zusätzlicher Rechtsunsicherheit und möglichen Klagen.

Die neuen Vorgaben dürften besonders Hersteller, Einzelhandel und Werbewirtschaft beschäftigen. Für Unternehmen bedeutet das, Umweltversprechen genauer dokumentieren und ihre Aussagen künftig stärker belegen zu müssen.

Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Wie angespannt der österreichische Arbeitsmarkt inzwischen ist, zeigt sich auch bei der Jobmesse Austria in Wien. Dort präsentieren sich an diesem Wochenende rund 80 Unternehmen und Institutionen potenziellen Bewerbern.

Nach Angaben des österreichischen Arbeitsministeriums steigt die Arbeitslosigkeit derzeit in allen Altersgruppen und Bundesländern. Die Jobmesse verzeichnet nach Angaben der Veranstalter entsprechend großes Interesse.

Gerade für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, wächst damit der Druck. Gleichzeitig suchen zahlreiche Unternehmen weiterhin nach qualifiziertem Personal – eine Situation, die zeigt, wie unterschiedlich sich die österreichische Wirtschaft derzeit entwickelt.

Produktionsstandorte unter Wettbewerbsdruck

Besonders deutlich wird der internationale Konkurrenzdruck am Beispiel des Tiefkühlproduzenten Ardo. Das Unternehmen will sein Werk im niederösterreichischen Groß-Enzersdorf 2027 schließen. Rund 190 Beschäftigte sowie etwa 50 saisonale Leiharbeitskräfte sind betroffen.

Das Unternehmen begründet den Schritt unter anderem mit hohen Investitionskosten und einer eingeschränkten Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Standortes gegenüber Produktionsstätten in Mittel- und Osteuropa.

Der Fall steht exemplarisch für eine der zentralen Herausforderungen der österreichischen Industrie: Produktionskosten, Energiepreise, Löhne und Investitionen müssen mit Standorten konkurrieren, die teilweise erheblich günstiger produzieren können.

Tourismus und Freizeit werden teurer

Auch Verbraucher bekommen steigende Kosten unmittelbar zu spüren. In der Steiermark erhöhen mehrere Skigebiete ihre Preise. Erstmals kostet eine reguläre Tageskarte in einem steirischen Skigebiet mehr als 80 Euro.

Als Gründe nennen die Betreiber vor allem höhere Energie- und Personalkosten.

Für den für Österreich wichtigen Wintertourismus bleibt damit die Frage, wie weit Preise steigen können, ohne die Nachfrage zu belasten.

Weltwirtschaft robuster als erwartet

Etwas Hoffnung kommt von der internationalen Konjunktur. Die OECD sieht die Weltwirtschaft trotz geopolitischer Krisen widerstandsfähiger als zuvor erwartet.

Für Österreich als kleine, stark exportorientierte Volkswirtschaft ist die Entwicklung der europäischen und globalen Nachfrage von besonderer Bedeutung.

Fazit

Österreichs Wirtschaft befindet sich derzeit in einer schwierigen Übergangsphase. Einerseits bleiben Unternehmen innovativ und der internationale Konjunkturausblick ist nicht ausschließlich negativ. Andererseits steigen Arbeitslosigkeit und Kosten, während einzelne Produktionsstandorte zunehmend unter internationalen Wettbewerbsdruck geraten.

Die kommenden Monate dürften zeigen, ob sich die konjunkturelle Stabilisierung auch auf Beschäftigung, Investitionen und Konsum in Österreich übertragen kann.

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Chickenonline (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 27.09.2026

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