Länderspielpause in Österreich – Zeit für eine Zwischenbilanz nach sieben Runden. Rapid führt die Bundesliga an, Salzburg sitzt den Hütteldorfern im Nacken, Meister LASK bleibt trotz eines spektakulären 3:3 in Hartberg vorne dabei. Dahinter gibt es Gewinner, Sorgenkinder und einige interessante Entwicklungen abseits des Rasens. Unser Überblick über die zwölf Bundesligisten mit Stand 25. September 2026.
SK Rapid Wien: Tabellenführer – und die neue Anleihe läuft stark an
Rapid geht als Tabellenführer in die Länderspielpause.
Das 3:0 gegen die WSG Tirol war bereits der sechste Sieg in sieben Meisterschaftsspielen. Ercan Kara, Bendegúz Bolla und Nikolaus Wurmbrand trafen; besonders bemerkenswert: Wurmbrand war bereits der zwölfte unterschiedliche Rapid-Torschütze dieser Bundesliga-Saison.
Rapid hält nach sieben Spielen bei 18 Punkten.
Auch wirtschaftlich gibt es Neues: Der Verein hat seine Rapid-Anleihe 2026/2030 gestartet. Bereits kurze Zeit nach Beginn der Zeichnungsphase waren nach Vereinsangaben Angebote für mehr als 60 Prozent des vorgesehenen Emissionsvolumens eingegangen. Das Kapital soll unter anderem in Frauen- und Mädchenfußball sowie Talententwicklung fließen.
Während der Pause reiste die Mannschaft zudem zu einem Freundschaftsspiel nach Venedig. Mehrere Rapid-Spieler sind bei ihren Nationalmannschaften.
Red Bull Salzburg: Wieder auf Tuchfühlung – und Aguilar verlängert
Salzburg hat sich nach einem nicht völlig reibungslosen Saisonstart wieder ganz nach vorne gearbeitet.
Der 3:0-Erfolg gegen Sturm Graz war dabei ein deutliches Signal. Nach einer lange offenen Partie entschieden die Salzburger das Spitzenspiel in der zweiten Halbzeit. Damit liegt Salzburg nach sieben Runden mit 17 Punkten nur einen Zähler hinter Rapid.
International gelang zuvor ebenfalls ein Erfolg: Salzburg gewann zum Auftakt der Europa League bei Levski Sofia mit 1:0.
Ganz aktuell gibt es zudem eine Personalentscheidung: Der erst 19-jährige Offensivspieler Enrique Aguilar hat seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2028 verlängert. Aguilar kam bisher auf 15 Einsätze für die Salzburger Profis.
13 Salzburger Spieler sind während der aktuellen Pause mit ihren Nationalmannschaften unterwegs.
LASK: Meister bleibt vorne dabei – aber Hartberg ärgert Kühbauer
Der amtierende Meister LASK liegt mit 16 Punkten auf Rang drei.
Beim jüngsten 3:3 in Hartberg verspielten die Linzer allerdings eine 3:1-Führung. Zwei Hartberger Treffer innerhalb weniger Minuten sorgten dafür, dass der LASK zwei Punkte liegen ließ.
International läuft gleichzeitig das große Champions-League-Abenteuer. Nach dem 0:1 bei AEK Athen zum Auftakt stehen weitere hochkarätige Aufgaben bevor. Der Verein organisiert bereits Fanreisen zu den kommenden Champions-League-Auswärtsspielen.
Auch das Nationalteam profitiert vom LASK: Vier Spieler des Meisters wurden in den österreichischen Kader berufen; Sascha Horvath wurde nachnominiert.
Sturm Graz: Sportliche Delle – infrastrukturell großer Fortschritt
Für Sturm Graz verlief die jüngste Woche sportlich enttäuschend.
Nach der 0:3-Niederlage in Salzburg hält Sturm bei elf Punkten. Der Rückstand auf das Spitzentrio Rapid, Salzburg und LASK ist damit bereits spürbar.
Abseits des Rasens gibt es dagegen positive Nachrichten.
Beim neuen Trainingszentrum in Graz-Puntigam wurde am 24. September ein weiterer Bauabschnitt abgeschlossen. Die Tribünensitze sind montiert und der neue Kunstrasenplatz fertiggestellt. Das Projekt soll vor allem für die langfristige Trainings- und Nachwuchsinfrastruktur des Vereins von Bedeutung sein.
Für Sturm ist die Länderspielpause damit eine Gelegenheit, sportlich neu anzusetzen, während der Verein strukturell weiter investiert.
WSG Tirol: Testspielsieg nach Rapid-Niederlage
Die WSG musste vor der Pause beim Tabellenführer Rapid eine klare 0:3-Niederlage hinnehmen.
Trotzdem steht Tirol nach sieben Runden mit acht Punkten weiterhin im dicht gedrängten Mittelfeld.
Die Pause nutzt die Mannschaft für Testspiele.
Am 24. September gewann die WSG gegen Zweitligist FC Liefering mit 1:0. Murat Satin erzielte in der 58. Minute den einzigen Treffer.
Als weiterer Testgegner ist Regensburg vorgesehen. Das nächste Bundesligaspiel steigt am 10. Oktober gegen Ried.
TSV Hartberg: Das 3:3 gegen den Meister macht Mut
Hartberg lieferte gegen den LASK eines der spektakulärsten Spiele der siebenten Runde.
Nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand kämpften sich die Steirer zurück und erreichten noch ein 3:3.
Das Ergebnis ist gerade deshalb bemerkenswert, weil der Gegner der amtierende Meister war.
Hartberg steht nach sieben Spielen wie die WSG und Ried bei acht Punkten und befindet sich damit mitten im eng gestaffelten Mittelfeld.
Auch Hartberg nutzt die Unterbrechung für Testspiele und gewann nach aktuellen Berichten während der Länderspielpause gegen einen Zweitligisten.
SV Ried: 4:1 gegen den WAC – und ein neuer Torhüter
Einen der größten Gewinner des vergangenen Spieltags findet man im Innviertel.
Ried besiegte den Wolfsberger AC mit 4:1 und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen.
Kurz zuvor hatte der Verein auch personell reagiert.
Der 32-jährige Torhüter Hidajet Hankic wechselte nach Ried. Hankic war zuletzt beim FK Rostow aktiv und soll angesichts der Verletzungssituation das Torhüterteam hinter Kapitän Andreas Leitner stabilisieren.
Nach sieben Runden hält Ried bei acht Punkten.
Grazer AK: Vier Spiele ohne Niederlage
Beim GAK zeigt die Formkurve nach oben.
Das 2:2 gegen Austria Wien bedeutete bereits das vierte Spiel ohne Niederlage.
Besonders erfreulich für die Grazer: Jacob Italiano stand nach längerer Verletzung erstmals in dieser Saison wieder in der Startelf und erzielte unmittelbar einen Treffer.
Trainer Gerald Scheiblehner zeigte sich mit Leidenschaft und Intensität seiner Mannschaft zufrieden, sieht aber noch Verbesserungspotenzial bei der Frage, wie lange das hohe Spieltempo durchgehalten werden kann.
Während der Länderspielpause bestreitet der GAK am 30. September ein Testspiel beim SC Kalsdorf.
Austria Wien: Noch keine Ruhe in Favoriten
Austria Wien rettete beim GAK zweimal einen Rückstand und holte ein 2:2.
Manfred Fischer und Lee sorgten für die Ausgleichstreffer.
Nach sieben Runden steht die Austria allerdings erst bei sieben Punkten. Die Situation bleibt damit sportlich unbefriedigend.
Immerhin gibt es auch ein Signal für die Nachwuchsarbeit: Mit Vasilije Markovic wurde ein Austria-Youngster in den österreichischen Nationalmannschaftskader berufen.
Für die Austria wird entscheidend sein, ob sie nach der Pause aus einzelnen guten Phasen endlich Konstanz entwickeln kann.
Austria Lustenau: Derbysieg sorgt für Auftrieb
Austria Lustenau hat das Vorarlberger Derby gegen Altach mit 2:0 gewonnen.
Antonio Verinac erzielte dabei seinen dritten Bundesliga-Treffer – und wie schon seine vorherigen Tore traf er vor heimischem Publikum.
Für den Aufsteiger war der Erfolg nicht nur wegen der Punkte wichtig.
Ein Derbysieg gegen Altach besitzt in Vorarlberg naturgemäß eine zusätzliche Bedeutung und gibt Lustenau für die kommenden Wochen Rückenwind.
Auch Lustenau nutzt die Pause für Testspiele und konnte dabei einen Erfolg verbuchen.
Wolfsberger AC: Jetzt wird es ungemütlich
Beim WAC ist die Lage deutlich angespannter.
Das 1:4 in Ried war die dritte Ligapleite hintereinander.
Noch problematischer: Der WAC wartet mittlerweile seit sechs Bundesligaspielen auf einen Sieg.
Die Kärntner sind damit in den unteren Tabellenbereich gerutscht.
Die Länderspielpause kommt für den WAC möglicherweise zum richtigen Zeitpunkt. Es bleibt genügend Zeit, die jüngsten defensiven Probleme aufzuarbeiten.
SCR Altach: Fünf Niederlagen hintereinander
Noch größer sind die Sorgen in Altach.
Das 0:2 im Vorarlberg-Derby bei Austria Lustenau bedeutete bereits die fünfte Niederlage in Folge.
Damit ist Altach das große Sorgenkind der bisherigen Saisonphase.
Nach sieben Runden geht es für den Klub vor allem darum, den Negativlauf schnellstmöglich zu stoppen.
Das Zwischenfazit nach sieben Runden
An der Spitze entwickelt sich ein Dreikampf:
Rapid – Salzburg – LASK.
Rapid führt mit 18 Punkten, Salzburg folgt mit 17, der LASK mit 16. Sturm liegt bereits etwas zurück. Dahinter ist das Feld ausgesprochen eng.
Besonders auffällig sind derzeit die unterschiedlichen Formkurven.
Rapid spielt seinen besten Saisonstart seit vielen Jahren, Salzburg ist wieder ganz vorne angekommen, der LASK bleibt trotz Champions-League-Belastung in Reichweite.
Auf der anderen Seite benötigen vor allem WAC und Altach dringend ein Erfolgserlebnis.
Die Länderspielpause bietet dafür Zeit.
Danach beginnt praktisch die zweite Phase des Grunddurchgangs – und weil die frühere Punkteteilung seit dieser Saison Geschichte ist, besitzt jeder verlorene Zähler dauerhaft sein volles Gewicht.


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