Von neuen Millionen für den Wohnbau in Tirol über mehr als 100.000 Teilnehmer an Energiegemeinschaften in Niederösterreich bis zu Legionellenfunden in Linz und einer Diskussion über Naturschutzrechte in Vorarlberg: Auch in Österreichs Bundesländern gab es innerhalb der vergangenen 24 Stunden zahlreiche neue Entwicklungen. Unser Länderüberblick für Freitag, 25. September 2026.
Wien: Sechsjährige Volksschule soll erprobt werden
Wien möchte beim geplanten Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule eine aktive Rolle übernehmen.
Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling begrüßte das Vorhaben und erklärte, Wien wolle Pilotstandort werden.
Damit könnte sich die bisherige Trennung zwischen Volksschule und weiterführender Schule für einen Teil der Schülerinnen und Schüler verschieben.
Parallel beschäftigt sich Wien mit seiner Digitalisierungsstrategie.
Bei den Österreichischen Medientagen betonte die Stadt die Bedeutung digitaler Technologien für Arbeitsplätze und den Medienstandort.
Auch beim sozialen Wohnbau gibt es Veränderungen.
Die neue Wiener Wohnungsvergabe soll den Zugang zu geförderten Wohnungen über ein gemeinsames Wohn-Ticket und ein Bonuspunktesystem neu organisieren.
Niederösterreich: Schon mehr als 100.000 Menschen in Energiegemeinschaften
Niederösterreich meldet einen wichtigen Meilenstein bei der dezentralen Energieversorgung.
Mehr als
100.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher
sind inzwischen Mitglied einer Energiegemeinschaft.
Dabei können Haushalte, Unternehmen und andere Teilnehmer regional erzeugten Strom gemeinsam nutzen beziehungsweise austauschen.
Das Land sieht sich damit österreichweit in einer führenden Position.
Zusätzlich gab es Erfolg für den landwirtschaftlichen Ausbildungsbereich:
Österreichische Junggärtnerinnen gewannen beim europäischen Berufswettbewerb in Polen Gold. Beteiligte Absolventinnen stammen unter anderem aus niederösterreichischen Ausbildungseinrichtungen.
Oberösterreich: Legionellen in weiteren Kühltürmen
In Linz wurden weitere mit Legionellen kontaminierte Kühltürme entdeckt.
Betroffen ist nach aktuellen Berichten das Industriegebiet im Hafen.
Gleichzeitig gibt es eine wichtige Entwarnung:
Seit Anfang September wurden keine neuen Erkrankungen gemeldet.
Die Entwicklung bleibt dennoch gesundheitlich relevant und wird weiter beobachtet.
Parallel hat das Land eine neue Befragung zur Lebenssituation älterer Menschen veröffentlicht.
Die Mehrheit möchte möglichst lange selbstbestimmt leben.
Viele ältere Oberösterreicher wünschen sich zudem eine zentrale Anlaufstelle für Pflege, Betreuung und Vorsorge.
Außerdem startet am 25. September am Standort Suben der 24-Stunden-Betrieb des grenzüberschreitenden Notarzthubschraubers Christophorus Europa 3.
Damit soll insbesondere die Notfallversorgung während der Nacht verbessert werden.
Steiermark: Schulbesuch über Landesgrenzen wird erleichtert
Die Steiermark reagiert auf Probleme von Familien in Grenzregionen.
Die Landesregierung schafft eine Möglichkeit, damit Kinder unter bestimmten Voraussetzungen eine geeignete Sonderschule in einem benachbarten Bundesland besuchen können und notwendige Schulassistenz trotzdem finanziert werden kann.
Auslöser waren konkrete Fälle von Kindern, bei denen die bisherige Rechtslage Schwierigkeiten verursacht hatte.
Die Steiermark fordert zugleich eine bundesweit einheitlichere Regelung.
In St. Marein bei Graz wurden außerdem 301 Soldaten des Bundesheeres feierlich angelobt.
Tirol: Weitere 84 Millionen Euro für Wohnbau
Tirol stellt weitere
84 Millionen Euro
für leistbares und nachhaltiges Wohnen bereit.
Das Geld betrifft Förderungszusicherungen für Neubau und Sanierung im Zeitraum Juli bis September 2026.
Angesichts hoher Baukosten und gestiegener Finanzierungskosten bleibt die Wohnbauförderung eines der wichtigsten Instrumente des Landes.
Daneben wird der Bevölkerungsschutz ausgebaut.
Beim österreichweiten Zivilschutz-Probealarm am 3. Oktober sollen in Tirol sämtliche 1.025 Sirenen getestet werden.
Erstmals sollen Warnungen des Systems AT-Alert zusätzlich auf digitalen Anzeigetafeln des Verkehrsverbunds Tirol erscheinen.
Auch beim Naturschutz gibt es Neues:
Am Nörsacher Teich entsteht ein Amphibienleitsystem, das Tiere sicher unter einer Straße hindurchführen soll.
Kärnten: Landespolitik beschäftigt sich mit Leerstand
In Kärnten bleibt der Umgang mit leerstehenden Immobilien ein wichtiges landespolitisches Thema.
Die Landesregierung sucht nach Möglichkeiten, Wohnraum stärker zu mobilisieren.
Gerade in touristisch geprägten Regionen treffen hohe Immobilienpreise, Zweitwohnsitze und gleichzeitig leerstehende Gebäude aufeinander.
Eine ähnlich große neue landespolitische Entscheidung wie in Tirol oder der Steiermark war im eng abgegrenzten 24-Stunden-Zeitraum allerdings nicht zu verifizieren.
Salzburg: Regionale Versorgung und Herbsttourismus
Auch aus Salzburg war im betrachteten Zeitraum keine einzelne politische Großmeldung erkennbar, die mit den Entwicklungen in Tirol, Oberösterreich oder der Steiermark vergleichbar wäre.
Regional beschäftigen unter anderem Tourismus, Verkehr und die Versorgung ländlicher Räume das Bundesland.
Aktuell beginnt zudem die intensive Vorbereitung der Wintersaison.
Für einen strengen 24-Stunden-Überblick sollte an dieser Stelle aber bewusst darauf verzichtet werden, ältere Meldungen als neu auszugeben.
Vorarlberg: Streit über Änderungen beim Naturschutz
In Vorarlberg sorgt die geplante Änderung des Naturschutzrechts für Kritik.
Der WWF Österreich wirft dem Land vor, Kontroll- und Beteiligungsrechte der Naturschutzanwaltschaft bei Großprojekten einzuschränken.
Das ist zunächst die Bewertung der Umweltorganisation und keine neutrale Feststellung über die Wirkung der Gesetzesänderung.
Die Landespolitik begründet Reformen ihrerseits regelmäßig mit schnelleren und klareren Verfahren.
Damit zeichnet sich ein klassischer Konflikt ab:
Wie lassen sich Infrastruktur- und Energieprojekte schneller genehmigen, ohne Umwelt- und Beteiligungsrechte unangemessen einzuschränken?
Für Aufmerksamkeit sorgte außerdem ein geplanter ÖVP-Termin in einer Kaserne.
Die Veranstaltung wurde nach Fragen zur Vereinbarkeit mit dem Verbot parteipolitischer Betätigung in militärischen Einrichtungen abgesagt.
Burgenland: Premiere für den Neusiedler See Marathon
Das Burgenland setzt weiter auf Sporttourismus rund um den Neusiedler See.
Am 27. September soll in Illmitz erstmals der
Neusiedler See Marathon
stattfinden.
Das Land verbindet die Veranstaltung ausdrücklich mit der touristischen Vermarktung der UNESCO-Welterberegion.
Gerade für die Region rund um den Neusiedler See sind Veranstaltungen außerhalb der klassischen Hochsaison wirtschaftlich interessant, weil sie zusätzliche Gäste in den Herbstmonaten bringen können.
Länder arbeiten gemeinsam an neuer Energieplanung
Über die einzelnen Bundesländer hinaus gibt es noch eine Entwicklung, die mehrere Länder gleichzeitig betrifft.
Bund und Länder bauen eine gemeinsame
Plattform Räumliche Energieplanung
auf.
Ziel ist eine einheitlichere Datengrundlage für Energieplanung.
Künftig sollen Informationen, Planungsinstrumente und Energieatlanten zentral zusammengeführt werden.
Für das Projekt stehen über drei Jahre
sechs Millionen Euro
zur Verfügung.
Das klingt zunächst technisch, könnte aber für die Energiewende erhebliche Bedeutung bekommen.
Denn Österreich besitzt bislang unterschiedliche Datenbestände und Planungsmethoden in Bund, Ländern und Gemeinden.
Eine gemeinsame Datenbasis soll beispielsweise Entscheidungen über Stromnetze, Wärmeversorgung und erneuerbare Energien erleichtern.
Österreichs Länder stehen vor sehr unterschiedlichen Aufgaben
Der Blick auf die neun Bundesländer zeigt ein interessantes Bild.
Wien experimentiert mit neuen Bildungsmodellen und verändert den Zugang zum sozialen Wohnbau.
Niederösterreich baut Energiegemeinschaften massiv aus.
Oberösterreich beschäftigt neben der Pflegepolitik ein konkretes Gesundheitsproblem mit Legionellen.
Die Steiermark erleichtert grenzüberschreitenden Schulbesuch.
Tirol investiert weitere Millionen in Wohnbau.
Vorarlberg diskutiert über das Verhältnis von Naturschutz und schnelleren Verfahren.
Und das Burgenland versucht, Sport und Tourismus rund um den Neusiedler See stärker miteinander zu verbinden.
Gerade diese Unterschiede zeigen, wie stark Landespolitik den Alltag der Menschen bestimmt – von Schule und Wohnung über Pflege und Energie bis hin zu Verkehr, Gesundheit und Naturschutz.


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