Es gibt Menschen, die gehen mit 18 zur Uni, machen den Führerschein oder überlegen, welches Handy sie sich kaufen.
Und dann gibt es offenbar jene, die sich denken: Wie wäre es mit einer AK-47, 200 Schuss Munition und einem Terroranschlag in einem Einkaufszentrum?
Genau einen solchen Fall meldeten jetzt die US-Behörden aus Minnesota.
Das FBI hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen geplanten Anschlag auf die „Mall of America“ in Bloomington bei Minneapolis vereitelt. Ein 18-Jähriger soll geplant haben, dort Ende des Monats 30 bis 60 Menschen zu töten.
Ein Einkaufsbummel der etwas anderen Art also – nur dass das FBI glücklicherweise vorher die Tür zugemacht hat.
Nach Angaben des Weißen Hauses soll der junge Mann Verbindungen beziehungsweise Unterstützung durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gesucht haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich für seine Pläne bereits ein Sturmgewehr vom Typ AK-47 und rund 200 Schuss Munition beschafft zu haben.
Das ist dann auch der Punkt, an dem selbst der letzte Satz mit „Jugendlicher auf Abwegen“ endgültig nicht mehr reicht.
Der Mann wurde festgenommen. Zusätzlich wird ihm vorgeworfen, einer als terroristisch eingestuften ausländischen Organisation materielle Unterstützung leisten zu wollen.
Ausgerechnet die „Mall of America“
Der mögliche Tatort war offenbar nicht zufällig gewählt.
Die „Mall of America“ bezeichnet sich selbst als größtes Einkaufszentrum Nordamerikas. Mehr als 500 Geschäfte gibt es dort.
Normalerweise geht man hinein, um Turnschuhe, Elektronik oder irgendeinen Gegenstand zu kaufen, von dem man fünf Minuten vorher noch gar nicht wusste, dass man ihn unbedingt braucht.
Nach Darstellung der Ermittler hatte der 18-Jährige allerdings andere Pläne.
Die Behörden gehen davon aus, dass er möglichst viele Menschen treffen wollte.
Das FBI kam ihm zuvor.
Und das ist bei dieser Geschichte die entscheidende Nachricht.
Terrorismus trifft auf amerikanische Waffenrealität
Der Fall dürfte allerdings erneut Diskussionen auslösen.
Denn wenn ein 18-Jähriger mit mutmaßlichen Terrorabsichten offenbar an ein Sturmgewehr und 200 Schuss Munition gelangen kann, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie groß die Hürden beim Zugang zu solchen Waffen tatsächlich sind.
Die Vereinigten Staaten diskutieren darüber bekanntlich seit Jahren.
Nach jedem neuen Fall beginnt die Debatte von vorn.
Die eine Seite fordert strengere Regeln.
Die andere verteidigt das Recht auf Waffenbesitz.
Und irgendwo dazwischen versucht das FBI herauszufinden, wer gerade mit einer AK-47 und einer Terrorfantasie unterwegs ist.
Amerikanische Normalität, die man außerhalb der USA nur schwer nachvollziehen kann.
Diesmal funktionierte die Prävention
Bei aller Satire sollte man eines nicht übersehen:
Diesmal wurde möglicherweise Schlimmeres verhindert.
Nach Darstellung der Behörden gab es konkrete Planungen, eine konkrete Waffe und konkrete Vorstellungen über die Zahl möglicher Opfer.
Der Verdächtige sitzt nun in Haft, bevor aus einem Plan eine Katastrophe werden konnte.
Und vielleicht ist das die angenehmste Nachricht dieser Geschichte:
Mehr als 500 Geschäfte können sich weiterhin mit dem beschäftigen, wofür Einkaufszentren eigentlich gedacht sind.
Menschen Dinge zu verkaufen, die sie meistens gar nicht gesucht haben.
Das ist immerhin deutlich harmloser als das, was der 18-Jährige offenbar vorhatte.


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