Kaitlan Collins wird im Streit zwischen Trump und den Medien erneut zur Symbolfigur

Kaitlan Collins wird im Streit zwischen Trump und den Medien erneut zur Symbolfigur

Veröffentlicht

Freitag, 25.09.2026
von Red. TB

CNN-Journalistin Kaitlan Collins steht nach einer erneuten Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während Trump versucht, mehreren Medien den Zugang zum Weißen Haus zu entziehen, erhält die Reporterin in sozialen Netzwerken viel Unterstützung für ihren ruhigen und hartnäckigen Umgang mit dem Präsidenten.

Der jüngste Wortwechsel ereignete sich am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Collins wollte von Trump wissen, wann der Krieg mit Iran beendet werde. Der Präsident reagierte nicht mit einer Antwort, sondern stellte infrage, warum die CNN-Reporterin ihn überhaupt noch begleite.

Trump verwies dabei auf den Streit um die Berichterstattung aus dem Weißen Haus. Seine Regierung hatte CNN, MS NOW und Politico die Pressezugänge entzogen und die drei Medien als gefährlich bezeichnet. Andere Fernsehsender schränkten aus Solidarität zeitweise ihre eigene Berichterstattung ein.

CNN, MS NOW und Politico gingen gerichtlich gegen den Ausschluss vor. Ein Bundesrichter ordnete vorläufig an, ihre Presseausweise wiederherzustellen. Am Donnerstag konnten Reporter aller drei Medien zunächst in das Weiße Haus zurückkehren.

Unterstützung in sozialen Netzwerken

Aufnahmen des Wortwechsels zwischen Trump und Collins verbreiteten sich rasch über soziale Netzwerke. In den Kommentaren erhielt die Journalistin insbesondere von vielen Frauen Zuspruch.

Zahlreiche Nutzerinnen lobten ihre professionelle und kontrollierte Reaktion. Andere hoben hervor, dass Collins trotz persönlicher Angriffe weiter Fragen stelle und sich vom Präsidenten nicht einschüchtern lasse.

Es gab auch Kommentare, die Trump unterstützten. Der überwiegende Teil der hervorgehobenen Reaktionen stellte sich jedoch auf die Seite der Reporterin. Viele Nutzerinnen beschrieben Collins als mutig, sachlich und außergewöhnlich beherrscht.

Ihre Auftritte haben sie inzwischen über die politische Berichterstattung hinaus zu einer kulturellen Symbolfigur gemacht. Für viele Frauen steht sie beispielhaft für Situationen, in denen sie am Arbeitsplatz persönlich angegriffen oder wegen ihres Auftretens bewertet werden, obwohl sie lediglich ihre berufliche Aufgabe erfüllen.

Wiederholte persönliche Angriffe

Die Auseinandersetzung bei den Vereinten Nationen war nicht der erste Konflikt zwischen Trump und der heute 34-jährigen Journalistin.

Bereits während Trumps erster Amtszeit wurde Collins 2018 von einer Veranstaltung im Weißen Haus ausgeschlossen. Seither kam es regelmäßig zu angespannten Wortwechseln.

Im Dezember 2025 griff Trump die Reporterin in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social persönlich an. Anlass war ihre Berichterstattung über den Bau eines neuen Ballsaals im Weißen Haus. Der Präsident bezeichnete sie dabei als dumm und bösartig.

Im Februar 2026 kritisierte Trump Collins, weil sie ihn nach Dokumenten über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gefragt hatte. Anstatt sich auf die inhaltliche Frage zu beschränken, äußerte er sich darüber, dass die Journalistin seiner Ansicht nach nie lächle.

Trump behauptete, Collins wirke deshalb so ernst, weil sie wisse, dass sie nicht die Wahrheit sage. Zudem bezeichnete er sie als die schlechteste Reporterin und machte sie für angeblich niedrige Einschaltquoten von CNN verantwortlich.

Bei einer weiteren Begegnung im Juni erklärte der Präsident, Collins habe Hass in den Augen. Zuvor hatte er CNN als korruptes Medienunternehmen angegriffen und die Reporterin als dessen Vertreterin persönlich in seine Kritik einbezogen.

Auffällig ist, dass sich Trumps Angriffe wiederholt nicht nur auf die journalistische Arbeit von Collins beziehen. Der Präsident kommentiert auch ihr Alter, ihr Geschlecht, ihr Aussehen und ihren Gesichtsausdruck.

Gerade diese Vermischung von politischer Kritik und persönlichen Bemerkungen dürfte ein Grund dafür sein, dass viele Frauen besonders stark auf die Wortwechsel reagieren. In ihren Kommentaren beschreiben sie Collins als Beispiel dafür, wie man in einem angespannten beruflichen Umfeld ruhig bleiben und dennoch widersprechen könne.

CNN stellt sich hinter seine Reporterin

CNN verteidigte Collins wiederholt gegen die Angriffe des Präsidenten. Der Sender bezeichnete sie als außergewöhnliche Journalistin, die mit Fachkenntnis und Beharrlichkeit aus dem Weißen Haus und von anderen wichtigen Schauplätzen berichte.

Das Unternehmen betonte, Collins verbinde ihre Arbeit als Reporterin erfolgreich mit ihrer Rolle als Moderatorin. Zuschauer auf der ganzen Welt könnten ihrer Berichterstattung vertrauen.

Für CNN ist die Auseinandersetzung zugleich Teil eines größeren Konflikts um die Pressefreiheit. Wenn eine Regierung einzelnen Medien wegen kritischer Berichte den Zugang entzieht, stellt sich die Frage, ob sie damit die Zusammensetzung der berichtenden Presse nach politischen Gesichtspunkten steuern will.

Trump und seine Unterstützer argumentieren dagegen, Medien wie CNN betrieben keine faire Berichterstattung und verbreiteten falsche oder politisch motivierte Darstellungen. Der Präsident sieht seine scharfen Angriffe als Gegenwehr gegen eine aus seiner Sicht feindselige Presse.

Mehr als ein persönlicher Streit

Die wiederholten Konfrontationen zwischen Trump und Collins sind deshalb mehr als eine schwierige Beziehung zwischen einem Präsidenten und einer Reporterin. Sie stehen beispielhaft für das angespannte Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und Teilen der amerikanischen Medienlandschaft.

Für Collins selbst bleibt die Reaktion bemerkenswert gleichförmig. Sie diskutiert persönliche Angriffe meist nicht ausführlich aus, sondern setzt ihre Berichterstattung fort und stellt bei der nächsten Gelegenheit weitere Fragen.

Gerade diese Beharrlichkeit verschafft ihr derzeit erneut große Aufmerksamkeit. Während Trump versucht, kritische Medien auf Distanz zu halten, wird Collins für viele ihrer Unterstützerinnen zum Gegenbild: eine Journalistin, die sich nicht auf die persönliche Ebene ziehen lässt und ihren Platz im politischen Geschehen behauptet.

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Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Freitag, 25.09.2026

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