Österreichs Wirtschaft: Teurer Sprit setzt Regierung unter Druck – RBI erzielt Milliardenerfolg vor Gericht

Österreichs Wirtschaft: Teurer Sprit setzt Regierung unter Druck – RBI erzielt Milliardenerfolg vor Gericht

Veröffentlicht

Donnerstag, 24.09.2026
von Red. TB

 Energiepreise, Konjunktur und ein milliardenschwerer Rechtsstreit beschäftigen Österreichs Wirtschaft. Während die Bundesregierung mit einer neuen Spritpreisbremse gegen die hohen Treibstoffpreise vorgeht, erzielte die Raiffeisen Bank International in einem Russland-Komplex einen wichtigen juristischen Erfolg. Gleichzeitig zeigt die OECD ein etwas freundlicheres Bild der Weltwirtschaft.

Die unmittelbar größte Belastung für viele Haushalte und Unternehmen bleibt der Treibstoffpreis.

Diesel erreichte Mitte September nach ORF-Angaben im österreichischen Durchschnitt 2,268 Euro je Liter. Seit Beginn des Iran-Krieges seien die Kraftstoffpreise um mehr als 50 Cent gestiegen.

Die Regierung reagiert nun mit einer Kombination aus Steuersenkung und Margenbegrenzung.

Für Oktober und November soll die Mineralölsteuer um 6,7 Cent je Liter sinken. Zusätzlich ist eine Margenbegrenzung von 3,5 Cent vorgesehen. Einschließlich des Mehrwertsteuereffekts verspricht die Regierung eine Entlastung von mehr als zwölf Cent pro Liter.

Das ist wirtschaftspolitisch nicht nur für Autofahrer interessant.

Höhere Dieselpreise verteuern auch Transport, Logistik und teilweise die Produktion. Damit können Energiepreise über mehrere Stufen in Verbraucherpreise einfließen.

Milliardenstreit um Raiffeisen

Für Aufmerksamkeit sorgt außerdem die Raiffeisen Bank International.

Ein Wiener Landesgericht sprach der RBI in ihrem Streit mit der russischen Gesellschaft Rasperia Schadenersatz in Milliardenhöhe zu. Nach Berichten des Standard hatte die RBI auf 3,15 Milliarden Euro geklagt.

Der Fall steht im Zusammenhang mit den komplizierten Folgen des Russland-Geschäfts europäischer Banken.

Ein Gerichtsurteil bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass ein zugesprochener Betrag tatsächlich vollständig und kurzfristig realisiert werden kann. Für die wirtschaftliche Bewertung sind daher weitere Verfahrensschritte und insbesondere die Durchsetzbarkeit entscheidend.

OECD etwas optimistischer

Etwas positivere Signale kommen von der internationalen Konjunktur.

Die OECD hat ihre Aussichten für die Weltwirtschaft leicht verbessert. Gleichzeitig bleiben geopolitische Konflikte und hohe Energiepreise bedeutende Unsicherheitsfaktoren.

Für Österreich ist das besonders relevant. Die stark exportorientierte Wirtschaft hängt überdurchschnittlich von der Entwicklung wichtiger Handelspartner und der europäischen Industriekonjunktur ab.

Österreich zwischen Entlastung und strukturellen Problemen

Die Nachrichten der vergangenen 24 Stunden zeigen damit zwei unterschiedliche Ebenen.

Kurzfristig versucht die Regierung, einen Energieschock abzufedern.

Langfristig bleiben jedoch Wettbewerbsfähigkeit, Energiekosten, Arbeitskräfteangebot und die Entwicklung der europäischen Industrie entscheidend.

Die Spritpreisbremse kann den Preis an der Zapfsäule senken. Die grundlegenden wirtschaftlichen Herausforderungen Österreichs lassen sich damit allein allerdings nicht lösen.

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am: Donnerstag, 24.09.2026

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