Die internationale Nachrichtenlage hat sich in der Nacht zum Dienstag deutlich bewegt. Sicherheitspolitik, Ukraine-Krieg, Handel und die Beziehungen zwischen den USA und Asien bestimmen die Agenda.
USA planen zwei weitere Militärstandorte in Grönland
Die Vereinigten Staaten planen nach Informationen von Reuters, zwei Militärstandorte in Grönland aufzubauen beziehungsweise wieder in Betrieb zu nehmen. Einer soll im südgrönländischen Narsarsuaq entstehen, wo die USA während des Kalten Krieges bereits einen Stützpunkt betrieben hatten. Ein weiterer Standort ist in Mestersvig an der Ostküste vorgesehen.
Die Pläne sind Teil eines Abkommens zwischen den USA, Dänemark und Grönland, das am Dienstag in New York unterzeichnet werden soll. Wichtig ist die Einschränkung: Der Vertragstext war bei Veröffentlichung noch nicht öffentlich, und mit der Angelegenheit vertraute Personen erklärten Reuters, Einzelheiten seien bis zur Unterzeichnung noch nicht endgültig. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands hatten auf Reuters-Anfragen zunächst nicht reagiert.
Die Meldung wurde um 22:34 Uhr UTC veröffentlicht und gehört damit eindeutig zu den neuesten Entwicklungen der Nacht.
Macron und Trump sprechen über Waffenruhe für Energie-Infrastruktur
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump, beide hätten über Möglichkeiten gesprochen, Angriffe Russlands und der Ukraine auf Energieinfrastruktur auszusetzen.
Macron bezeichnete das Gespräch als konstruktiv und betonte zugleich die Notwendigkeit, die ukrainische Luftverteidigung schneller mit Abfangsystemen zu stärken. Die Idee einer solchen begrenzten Waffenruhe ist bislang ein diplomatischer Vorschlag und keine vereinbarte Feuerpause.
Macron wollte das Thema anschließend auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj besprechen. Für eine tatsächliche Vereinbarung wäre außerdem die Zustimmung Russlands erforderlich.
Reuters/Ipsos: Trump-Zustimmung bei 32 Prozent
Eine neue Reuters/Ipsos-Erhebung misst die Zustimmung zur Amtsführung von US-Präsident Donald Trump bei 32 Prozent. Reuters bezeichnet dies als niedrigsten Wert seiner politischen Karriere in dieser Umfragereihe. Eine Woche zuvor waren es 35 Prozent gewesen.
Unter republikanischen Befragten sank die Zustimmung laut Erhebung von 82 auf 73 Prozent. Nur 17 Prozent aller Befragten bewerteten Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten positiv. Befragt wurden landesweit 1.277 erwachsene US-Amerikaner; Reuters nennt eine Fehlermarge von etwa drei Prozentpunkten.
Diese Werte sind eine aktuelle Meinungsumfrage und keine Prognose für die Kongresswahlen im November. Aus ihnen lässt sich nicht seriös ableiten, wie einzelne Wahlen ausgehen werden.
EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
Die Europäische Union und die Philippinen haben sich nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf ein Freihandelsabkommen verständigt.
Von der Leyen erklärte nach einem Gespräch mit dem philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr., die Einigung sei erzielt worden. Zum Zeitpunkt der ersten Reuters-Meldung lagen allerdings noch kaum Einzelheiten zu Zöllen, Übergangsfristen oder einzelnen Branchen vor.
Damit ist die politische Einigung gemeldet, während die wirtschaftlichen Auswirkungen erst anhand des endgültigen Vertragstextes bewertet werden können.
Südkoreas Präsident schlägt neuen Kurs gegenüber Nordkorea vor
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung wirbt nach einem Bericht der „New York Times“, den Reuters aufgriff, für einen schrittweisen Ansatz gegenüber Nordkorea.
Lee schlägt demnach vor, dass die USA Sanktionen lockern könnten, wenn Pjöngjang im Gegenzug die weitere Entwicklung seines Atomwaffen- und Interkontinentalraketenprogramms einfriert. Erst anschließend solle über weitergehende Abrüstungsschritte verhandelt werden.
Das ist derzeit eine politische Forderung des südkoreanischen Präsidenten und keine bereits vereinbarte US-Politik. Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea bleiben angespannt.
USA bekräftigen Unterstützung für Japan und Südkorea – Taiwan im Mittelpunkt
Kurz vor dem geplanten Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben die USA ihre Sicherheitszusagen gegenüber Japan und Südkorea bekräftigt.
US-Außenminister Marco Rubio traf in New York seine japanischen und südkoreanischen Amtskollegen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die drei Länder die Bedeutung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße und sprachen sich für eine angemessene internationale Beteiligung Taiwans aus. Washington bestätigte außerdem seine Verteidigungszusagen gegenüber Japan und Südkorea.
Das Treffen findet vor dem Hintergrund des bevorstehenden Trump-Xi-Gipfels statt. Welche Vereinbarungen die Präsidenten dort tatsächlich treffen werden, ist offen.
Öl bleibt um 100 Dollar – Märkte hoffen auf Gespräche zwischen USA und Iran
Auch die Finanzmärkte reagieren auf die geopolitische Lage. Brent-Rohöl notierte in der Nacht zeitweise bei rund 100,57 Dollar je Barrel. Händler warten insbesondere darauf, ob es während der UN-Generalversammlung zu Gesprächen zwischen den USA und Iran kommt.
US-Präsident Trump hatte erklärt, er sei grundsätzlich zu einem Treffen mit Irans Präsident Masoud Pezeshkian bereit. Daraus ist bislang noch keine konkrete Verhandlung oder Vereinbarung entstanden.
An den asiatischen Börsen sorgten sinkende Ölpreise und neuer Optimismus rund um Technologiewerte zunächst für Kursgewinne. Der breite MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans lag im frühen Handel mehr als ein Prozent höher; Südkoreas technologieintensiver Aktienmarkt gewann laut Reuters zeitweise fast zwei Prozent.
Gleichzeitig richten Anleger den Blick auf das Treffen zwischen Trump und Xi Jinping. Handel, Technologie und insbesondere künstliche Intelligenz dürften dabei zu den wirtschaftlich wichtigsten Themen gehören.
Die Lage am Morgen
Die wichtigsten neuen Entwicklungen der Nacht haben damit einen gemeinsamen Nenner: Die großen Konflikt- und Handelslinien greifen immer stärker ineinander. Die USA bauen ihre strategische Präsenz in der Arktis aus, Washington und europäische Partner suchen begrenzte diplomatische Ansätze im Ukraine-Krieg, Südkorea wirbt für einen neuen Weg im Atomstreit mit Nordkorea, während zugleich Handelsabkommen und mögliche Gespräche mit Iran unmittelbare Auswirkungen auf Märkte und Energiepreise haben.
Viele dieser Entwicklungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Abkommen, Gesprächsvorschläge und Verhandlungen sollten deshalb nicht mit bereits vollzogenen politischen Entscheidungen verwechselt werden.


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