Dating-Apps satt: US-Amerikanerin fliegt spontan zu irischem Verkupplungs-Festival – und findet tatsächlich die Liebe

Dating-Apps satt: US-Amerikanerin fliegt spontan zu irischem Verkupplungs-Festival – und findet tatsächlich die Liebe

Veröffentlicht

Sonntag, 20.09.2026
von Red. TB

Wischen, matchen, schreiben – und am Ende passiert wieder nichts? Mary Timby hatte genug von Dating-Apps. Die 39-jährige Amerikanerin setzte sich kurzerhand ins Flugzeug und reiste zu einem traditionellen Verkupplungs-Festival in einem kleinen irischen Ort. Was wie der Anfang einer romantischen Komödie klingt, funktionierte tatsächlich: In einem Pub sprach sie ein Ire an. Heute führen die beiden eine transatlantische Beziehung.

Manchmal braucht es offenbar keinen ausgefeilten Dating-Algorithmus.

Manchmal reichen ein Flugticket nach Irland, ein Pub und der Mut, tatsächlich mit anderen Menschen zu reden.

Mary Timby aus Colorado hatte die moderne Partnersuche jedenfalls gründlich satt.

Dating-Apps hatten sie ermüdet, gleichzeitig befand sie sich beruflich in einer Phase der Veränderung.

Dann erinnerte sie sich an etwas, das sie in einer Comedyserie gehört hatte:

In Irland soll es ein echtes Verkupplungs-Festival geben.

Timby recherchierte.

Und stellte fest:

Das war kein Drehbuch-Gag.

Einen Monat lang dreht sich alles ums Kennenlernen

Das Lisdoonvarna Matchmaking Festival gibt es tatsächlich.

Jedes Jahr im September verwandelt sich die kleine irische Ortschaft Lisdoonvarna im County Clare in einen Treffpunkt für Menschen aus aller Welt.

Timby buchte spontan ihre Reise.

Für sie selbst war das ungewöhnlich. Die 39-Jährige bezeichnet sich als jemanden, der normalerweise alles genau plant.

Diesmal lautete der Plan offenbar:

Keinen Plan haben.

Noch im Flugzeug nahm sie ein kurzes TikTok-Video für ihre damals etwa 300 Follower auf.

Sie erzählte, dass sie spontan zu einem irischen Matchmaking-Festival fliege und keine Ahnung habe, was passieren werde.

Dann schaltete sie ihr Telefon in den Flugmodus.

Acht Stunden später landete sie am Shannon Airport.

Als sie ihr Smartphone wieder einschaltete, explodierten die Benachrichtigungen.

Ihr Video ging viral.

Willkommen in Lisdoonvarna

Vor Ort stellte Timby schnell fest, dass das Festival nicht so funktioniert, wie man sich eine traditionelle Partnervermittlung vielleicht vorstellt.

Da stehen nicht Hunderte Singles brav Schlange und warten darauf, dass ein älterer irischer Heiratsvermittler ihnen den zukünftigen Ehepartner präsentiert.

Stattdessen feiert praktisch der gesamte Ort.

Es wird geredet.

Getanzt.

Getrunken.

Und natürlich geflirtet.

Das Festival blickt auf eine rund 170-jährige Tradition zurück.

Ursprünglich kamen unter anderem unverheiratete Bauern und wohlhabendere Besucher in den Kurort, um dessen mineralhaltige Quellen zu besuchen und Kontakte zu knüpfen.

Über Generationen etablierten sich professionelle Heiratsvermittler.

Heute hat Lisdoonvarna weniger als 1.000 ganzjährige Einwohner – während des Festivals sollen jedoch bis zu 80.000 Besucher aus aller Welt in den Ort kommen.

Erster Abend: noch kein Liebesfilm

Natürlich traf Mary nicht fünf Minuten nach ihrer Ankunft ihren zukünftigen Partner.

Der erste Abend verlief eher schleppend.

Sie war müde.

Jetlag.

Also ging sie zurück in ihre Unterkunft.

Doch ihre irische Gastgeberin überzeugte sie davon, am nächsten Abend noch einmal loszuziehen.

Angeblich würden dann auch die jüngeren Leute ausgehen.

Mary hörte auf sie.

Eine ziemlich folgenreiche Entscheidung.

Im „Matchmaker“ passiert es tatsächlich

Timby landete schließlich im Matchmaker Bar im Zentrum des Ortes.

Sie tanzte.

Trank ein paar Pints.

Und dann kam er.

Jason Mangan.

38 Jahre alt, aus Ennis im County Clare.

Er ging zu Mary hinüber, stellte sich vor – und plötzlich lief das Gespräch einfach.

Keine App.

Kein Profil.

Keine zehn Jahre alten Urlaubsbilder.

Kein „Swipe nach rechts“.

Ein Mann ging zu einer Frau und sagte Hallo.

Revolutionär.

Eigentlich musste Jason schon wieder weg

Der erste Kontakt war allerdings erstaunlich unspektakulär.

Jason war an diesem Abend der Fahrer seiner Freundesgruppe und musste zurück nach Ennis.

Viel Zeit blieb den beiden deshalb nicht.

Er fragte nach Marys Namen und verabschiedete sich.

Das hätte bereits das Ende der Geschichte sein können.

War es aber nicht.

Jason fand Mary anschließend auf Instagram.

Er schrieb ihr eine Nachricht und fragte nach einem Treffen.

Mary sagte zu.

Aus einem Treffen werden viele

Danach ging plötzlich alles ziemlich schnell.

Gemeinsames Mittagessen.

Abendessen.

Ausflüge.

Shopping.

Immer neue Verabredungen.

Mary verlängerte schließlich sogar ihren Aufenthalt in Irland.

Interessanterweise dokumentierte sie weiterhin ihre Reise für ihre inzwischen stark wachsende Zahl an Social-Media-Followern.

Nur einen Menschen zeigte sie zunächst nicht:

Jason.

Die beiden wollten ihre neue Beziehung erst einmal für sich behalten.

Irgendwann musste Mary trotzdem zurück in die USA.

Am Flughafen flossen Tränen.

Die beiden entschieden sich dennoch für eine Fernbeziehung.

Sieben Stunden Zeitunterschied und ein Atlantik

Von nun an lag ein Ozean zwischen ihnen.

Dazu kamen sieben Stunden Zeitunterschied zwischen Colorado und Irland.

Die beiden telefonierten täglich.

Mary flog erneut nach Irland.

Jason besuchte sie zu Thanksgiving 2025 erstmals in den USA.

Zu Weihnachten kehrte Mary wieder nach Irland zurück und lernte seine Familie kennen.

Spätestens danach war klar:

Das war offenbar mehr als nur eine kleine Urlaubsromanze.

An Silvester machten sie ihre Beziehung schließlich auch in den sozialen Netzwerken öffentlich.

Ihre Follower waren begeistert.

Jetzt wollen plötzlich alle nach Irland

Und dann passierte etwas, womit Mary wahrscheinlich noch weniger gerechnet hatte.

Immer mehr Singles schrieben ihr.

Sie wollten ebenfalls nach Lisdoonvarna.

Manche hatten nur ein Problem:

Sie wussten nicht, mit wem sie fahren sollten.

Andere hatten keine Ahnung, was sie dort überhaupt machen sollten.

Mary erkannte darin eine Gelegenheit.

Sie arbeitete mit dem Unternehmen „Met Through Friends“ zusammen, das persönliche Treffen für Menschen organisiert, die einen Partner suchen.

Gemeinsam entwickelten sie die Idee einer organisierten Reise zum Festival.

Mit vielleicht 80 bis 100 Interessenten hatten sie gerechnet.

Es meldeten sich:

560 Menschen.

Die erste kleine Gruppe soll noch im September nach Irland reisen.

Und ausgerechnet Jason hilft bei der Planung der Route.

Vielleicht ist das Geheimnis erschreckend simpel

Jason bringt die Geschichte letztlich auf einen einfachen Punkt.

Menschen könnten stundenlang auf Dating-Apps nach links und rechts wischen.

Das sei aber etwas anderes, als tatsächlich hinauszugehen, einen Ort zu erleben und persönlich eine Verbindung zu einem anderen Menschen aufzubauen.

Mary sieht das genauso.

Ihre Botschaft:

Handy weglegen. Rausgehen. Menschen kennenlernen.

Natürlich garantiert ein Flug nach Irland niemandem die große Liebe.

Auch 170 Jahre Matchmaking-Tradition können keinen passenden Partner herbeizaubern.

Doch bei Mary Timby hat die Sache tatsächlich funktioniert.

Sie hatte genug von Dating-Apps.

Sie buchte spontan einen Flug.

Sie ging in einen irischen Pub.

Dort sprach sie ein Mann an.

Heute sind sie seit rund einem Jahr zusammen.

Und so besitzt diese Geschichte eine Pointe, die sich vermutlich keine Dating-App besonders gern auf ein Werbeplakat drucken würde:

Manchmal beginnt das beste Match genau dort, wo niemand mehr wischt.

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Bildnachweis:

StockSnap (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 20.09.2026

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