Österreich entdeckt ein revolutionäres Konzept für den öffentlichen Dienst: Posten sollen künftig nach Qualifikation vergeben werden.
Ja, richtig gelesen.
Die NEOS drängen auf eine Reform der Besetzungsverfahren und wünschen sich noch im Herbst einen entsprechenden Beschluss. Ziel sei mehr Transparenz, mehr Objektivität – und im Idealfall bekommt am Ende tatsächlich jene Person den Job, die am besten dafür geeignet ist.
Für österreichische Verhältnisse fast schon radikal.
Bisher entstand bei manchen Postenvergaben ja gelegentlich der Eindruck, dass neben Lebenslauf, Erfahrung und Fachwissen auch eine weitere Kernkompetenz hilfreich sein könnte:
die richtige Telefonnummer im Handy.
Genau damit soll nun Schluss sein.
NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos fordert Tempo und verlangt vom zuständigen Staatssekretär rasch einen Gesetzesentwurf. Schließlich habe die Regierung bereits vereinbart, die Verfahren transparenter zu machen.
Der Hintergrund ist nicht ganz zufällig. Für ordentlich Wirbel hatte zuletzt die Causa rund um Ex-ÖVP-Klubobmann August Wöginger gesorgt. Seitdem ist das Thema Postenbesetzung politisch ungefähr so beliebt wie ein nicht protokolliertes Hinterzimmergespräch.
Die Bestandsaufnahme der derzeitigen Verfahren soll bereits erfolgt sein.
Jetzt fehlt nur noch das Gesetz.
Und natürlich die spannende Frage, wie man objektiv feststellt, wer wirklich der Beste ist – ohne dass am Ende zufällig wieder jemand gewinnt, der schon seit Jahren alle Beteiligten duzt.
Die NEOS wollen jedenfalls ein System, bei dem nicht das beste Netzwerk entscheidet, sondern die beste Eignung.
Das klingt vernünftig.
Fast beunruhigend vernünftig.
Denn wenn Österreich damit tatsächlich ernst macht, könnten Bewerbungsgespräche im öffentlichen Dienst künftig vollkommen neue Formen annehmen.
Statt:
„Wen kennen Sie?“
könnte plötzlich gefragt werden:
„Was können Sie eigentlich?“
Man darf gespannt sein, ob sich dieses exotische Modell durchsetzt.


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