Vance nennt neue Prioritäten
Nach sechs Monaten Krieg gegen den Iran scheint die Trump-Regierung ihre ursprünglichen Ziele deutlich zurückzuschrauben. Vizepräsident JD Vance erklärte zuletzt, wichtig seien vor allem stabile Öl- und Gaspreise sowie die Verhinderung einer iranischen Atombombe.
Das ist auffällig, denn zu Beginn hatte die Regierung deutlich weitergehende Ziele genannt: vollständige Kapitulation, Regimewechsel, ein Ende der Unterstützung für Gruppen wie die Hisbollah und die Zerstörung wichtiger iranischer Militärstrukturen.
Frühere Forderungen verschwinden
Auch beim Atomprogramm klingt Trump inzwischen weniger kompromisslos. Statt auf der vollständigen Herausgabe angereicherten Urans zu bestehen, argumentiert er zunehmend, das Programm sei bereits stark beschädigt oder könne künftig überwacht werden.
Damit entsteht der Eindruck, dass die Regierung ihre Definition eines Erfolgs nachträglich anpasst.
Schwierige Bilanz
Besonders bemerkenswert ist Vances Betonung niedriger Energiepreise. Vor dem Krieg war die Straße von Hormus bereits geöffnet und der Energiehandel funktionierte.
Sollte eine Rückkehr zu stabilen Öl- und Gaslieferungen nun tatsächlich als zentrales Kriegsziel gelten, stellt sich die Frage, was der sechsmonatige Krieg strategisch erreicht hat.
Je kleiner die Ziele werden, desto stärker wirkt es, als bereite sich die Trump-Regierung auf einen Abschluss vor, der deutlich hinter ihren ursprünglichen Forderungen zurückbleibt.


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