Es gibt Fragen, die die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigen: Gibt es außerirdisches Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Und natürlich: Ist der rote oder der grüne Apfel gesünder?
Die Antwort dürfte sämtliche Apfel-Ultras enttäuschen: Beide sind gesund. Der angekündigte Kampf „Rot gegen Grün“ endet also ungefähr so spektakulär wie ein Boxkampf, bei dem sich beide Kontrahenten nach der ersten Runde gemeinsam einen Obstsalat bestellen.
Grüne Äpfel wie Granny Smith sind meistens saurer, knackiger und enthalten etwas weniger natürlichen Zucker. Sie sind der Apfel für Menschen, die beim Reinbeißen gerne kurz das Gesicht verziehen. Dafür haben sie geringfügig weniger Kalorien. Wer streng auf Zucker und Kohlenhydrate achtet, könnte deshalb einen kleinen Vorteil im grünen Lager sehen.
Die roten Kollegen kommen dagegen als Charmeure daher: Gala, Fuji oder Honeycrisp sind süßer und häufig saftiger. Ihre Farbe verdanken sie unter anderem sogenannten Anthocyanen – antioxidativen Pflanzenstoffen. Grün kontert mit Chlorophyll. Damit steht es bei den Pflanzenstoffen ebenfalls ungefähr unentschieden.
Ansonsten liefern beide Seiten Ballaststoffe, Vitamin C und Kalium. Sie unterstützen damit unter anderem Verdauung, Immunsystem sowie Muskeln und Nerven.
Besonders wichtig: Bitte die Schale dranlassen! Dort steckt ein erheblicher Teil der Ballaststoffe und Pflanzenstoffe. Einen Apfel aus gesundheitlichen Gründen zu essen und vorher großzügig die Schale abzuschneiden, ist also ein bisschen wie ins Fitnessstudio zu fahren und anschließend zwei Stunden im Massagesessel zu verbringen.
Und darf man jeden Tag einen Apfel essen? Für die meisten Menschen: problemlos. Wer allerdings einen empfindlichen Verdauungstrakt hat, könnte feststellen, dass der berühmte Satz „An apple a day keeps the doctor away“ gelegentlich durch „…but brings me closer to the bathroom“ ergänzt werden müsste.
Menschen mit Diabetes sollten außerdem Portionsgrößen beachten und können den Apfel beispielsweise mit Nüssen, Nussmus oder Käse kombinieren.
Bleibt die entscheidende Frage: Rot oder Grün?
Die Wissenschaft sagt sinngemäß: Nimm den, der dir schmeckt.
Wer es süß und saftig möchte: Rot.
Wer es sauer und knackig möchte: Grün.
Und wer maximale gesundheitliche Sicherheit möchte, kauft einfach beide – und lässt sie anschließend wie jeder vernünftige Mensch so lange in der Obstschale liegen, bis daneben die ersten Fruchtfliegen eine Eigentümerversammlung einberufen.


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