FMA warnt vor „Quantum AI“: „Anleger sollten sich nicht von KI-Versprechen blenden lassen“

FMA warnt vor „Quantum AI“: „Anleger sollten sich nicht von KI-Versprechen blenden lassen“

Veröffentlicht

Montag, 10.08.2026
von Red. TB

Interviewer: Herr Korisek, die FMA warnt aktuell vor Angeboten von „Quantum AI“. Was bedeutet eine solche Warnung für Verbraucher?

Rechtsanwalt Korisek: Eine Warnung der Finanzaufsicht ist immer ein ernst zu nehmendes Signal. Sie weist darauf hin, dass ein Anbieter nicht über die erforderliche behördliche Zulassung verfügt. Anleger sollten in einem solchen Fall äußerst vorsichtig sein und keine Investitionen tätigen, solange die Seriosität des Angebots nicht zweifelsfrei feststeht.

Interviewer: Woran erkennen Anleger, dass sie es möglicherweise mit einer unseriösen Plattform zu tun haben?

Rechtsanwalt Korisek: Häufig werben solche Plattformen mit außergewöhnlich hohen Renditen, angeblich risikofreien Investments oder modernster künstlicher Intelligenz, die automatisch Gewinne erzielen soll. Hinzu kommen oft Zeitdruck, aggressive Telefonanrufe oder die Aufforderung, schnell Geld einzuzahlen. Das sind klassische Warnsignale.

Interviewer: Welche Bedeutung hat die fehlende Zulassung?

Rechtsanwalt Korisek: Eine Zulassung bedeutet, dass ein Unternehmen unter staatlicher Aufsicht steht und bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen muss. Fehlt diese Erlaubnis, besteht für Anleger ein deutlich höheres Risiko. Deshalb sollte vor jeder Investition überprüft werden, ob der Anbieter tatsächlich von der zuständigen Finanzaufsicht registriert und beaufsichtigt wird.

Interviewer: Was sollten Betroffene tun, wenn sie bereits Geld überwiesen haben?

Rechtsanwalt Korisek: Wichtig ist, keine weiteren Zahlungen zu leisten – auch dann nicht, wenn angeblich Steuern, Freischaltgebühren oder Provisionen verlangt werden. Betroffene sollten sämtliche Unterlagen sichern, Kontoauszüge, E-Mails und Chatverläufe aufbewahren und den Sachverhalt möglichst schnell rechtlich prüfen lassen. Je früher reagiert wird, desto größer sind die Handlungsmöglichkeiten.

Interviewer: Viele Opfer werden nach der ersten Einzahlung erneut kontaktiert. Wie sollten sie reagieren?

Rechtsanwalt Korisek: Das ist eine bekannte Vorgehensweise. Betrüger versuchen häufig, weitere Zahlungen zu erreichen, indem sie zusätzliche Gebühren oder angebliche Auszahlungen in Aussicht stellen. Darauf sollte man sich keinesfalls einlassen. Wer bereits Opfer geworden ist, sollte den Kontakt abbrechen und sich rechtlich beraten lassen.

Interviewer: Was ist Ihr wichtigster Rat für Anleger?

Rechtsanwalt Korisek: Lassen Sie sich niemals von hohen Gewinnversprechen oder dem Schlagwort „Künstliche Intelligenz“ blenden. Prüfen Sie die Zulassung eines Anbieters, informieren Sie sich über Warnmeldungen der Finanzaufsichtsbehörden und investieren Sie niemals unter Zeitdruck. Ein kurzer Faktencheck kann im Zweifel einen erheblichen finanziellen Schaden verhindern.

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Peggy_Marco (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 10.08.2026

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