Die britische Regierung erwägt eine öffentliche Untersuchung zu Jeffrey Epsteins Aktivitäten im Vereinigten Königreich. Oder genauer gesagt: Sie prüft derzeit, ob geprüft werden kann, ob eine Untersuchung sinnvoll wäre. Damit befindet sich das Verfahren bereits in einem für britische Politik bemerkenswert fortgeschrittenen Stadium.
Opferministerin Alex Davies-Jones erklärte, Premierminister Andy Burnham nehme das Thema sehr ernst und wolle sich mit Betroffenen treffen. Wann daraus konkrete Schritte folgen, ist noch offen. Zunächst dürfte ein Termin gefunden, anschließend eine Arbeitsgruppe eingesetzt und danach ein Bericht darüber erstellt werden, warum weitere Berichte notwendig sind.
Untersucht werden könnte unter anderem, wie Epstein mit seinem Privatflugzeug britische Militärstützpunkte nutzen konnte und warum mächtige Männer offenbar erstaunlich lange erstaunlich unbehelligt blieben.
Auch Vorwürfe gegen den früheren Harrods-Eigentümer Mohamed Al Fayed könnten einbezogen werden. Zusätzlich steht im Raum, weitere Fälle mutmaßlichen Machtmissbrauchs zu prüfen. Die Idee trägt bereits den passenden Namen: „Impunity Inquiry“ – also eine Untersuchung darüber, warum manche Menschen offenbar jahrelang ohne Folgen handeln konnten.
Davies-Jones hatte eine frühere Regierung verlassen, weil sie den Eindruck hatte, den Betroffenen werde nicht ausreichend zugehört. Nun ist sie zurück und versichert, dass diesmal zugehört werden soll – möglicherweise sogar mit anschließendem Protokoll.
Überlebende begrüßten die Ankündigung grundsätzlich, erinnerten aber daran, dass sie schon viele Versprechen gehört hätten. Entscheidend seien nicht Schlagzeilen, sondern Taten.
Damit liegt der Ball nun bei der Regierung. Und die prüft sorgfältig, ob sie ihn vielleicht irgendwann aufheben sollte.


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