Google-Rechenzentrum in Kronstorf: Viel Cloud, wenig Wunder

Google-Rechenzentrum in Kronstorf: Viel Cloud, wenig Wunder

Veröffentlicht

Mittwoch, 05.08.2026
von Red. TB

In Kronstorf baut Google seit April ein neues Rechenzentrum – inzwischen sogar größer als ursprünglich angekündigt. Versprochen werden Milliardeninvestitionen, 100 direkte Jobs und angeblich bis zu 15.000 weitere Arbeitsplätze. Oberösterreich soll dadurch moderner, attraktiver und vermutlich auch ein wenig digitaler glänzen.

Ein Digitalexperte bremst die Euphorie allerdings. Statt vier Milliarden Euro hält er höchstens etwa die Hälfte für realistisch. Auch bei den Arbeitsplätzen sieht er weniger Wunder: 100 direkte Jobs seien plausibel, bei den indirekten Beschäftigungseffekten eher rund 2.000 als 15.000.

Besonders hübsch ist die Behauptung, die Bevölkerung werde durch das Rechenzentrum schnelleres Internet bekommen. Laut Experte stimmt das nicht. Das Zentrum sei global ausgelegt und nicht dafür da, dass in Oberösterreich plötzlich jedes Katzenvideo schneller lädt.

Die Rechenleistung soll vor allem Google-Dienste, KI-Anwendungen und internationale Unternehmen versorgen. Für den normalen Verbraucher bringt das kaum direkte Vorteile.

Ganz nutzlos ist das Projekt dennoch nicht: Es signalisiert Investitionsbereitschaft, stärkt das Image des Standorts und könnte bei der Datensicherheit Vorteile bieten, weil Daten in Österreich verarbeitet werden.

Weniger romantisch ist der enorme Energiebedarf. Im Vollausbau könnte das Zentrum mehr Strom verbrauchen als alle Haushalte Oberösterreichs zusammen. Höhere Strompreise erwartet der Experte deshalb aber nicht automatisch.

Unterm Strich bleibt: ein großes Projekt, einige Jobs, viel Rechenleistung und noch mehr politische Begeisterung. Nur der durchschnittliche Bürger sollte nicht darauf warten, dass Google ihm persönlich das Internet beschleunigt.

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Simon (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 05.08.2026

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