Warum dann noch Polizeiwagen? Ein Blaulicht in jedes Taxi reicht doch

Warum dann noch Polizeiwagen? Ein Blaulicht in jedes Taxi reicht doch

Veröffentlicht

Sonntag, 02.08.2026
von Red. TB

In Wien hat die Polizei am Samstagabend gezeigt, dass Verbrecherjagden offenbar auch ohne Streifenwagen funktionieren. Man braucht nur entschlossene Beamte, einen hilfsbereiten Taxifahrer und möglichst wenig Zeit zum Nachdenken.

Ausgangspunkt war ein Einsatz in der Leopoldstadt. Ein stark alkoholisierter Mann war zu Boden gestürzt, die Polizei leistete Erste Hilfe. Dann mischte sich ein 22-Jähriger ein, schrie herum, beschimpfte die Beamten und wollte immer wieder zum Verletzten gelangen.

Nachdem gutes Zureden nichts half, sollte er festgenommen werden. Es kam zum Gerangel, Schaulustige sammelten sich, und der Mann nutzte den Moment zur Flucht.

Die Beamten liefen hinterher, kamen aber zunächst nicht näher. Selbst ein Schreckschuss beeindruckte den Flüchtenden offenbar weniger als eine verspätete Straßenbahn.

Dann betrat der heimliche Held des Abends die Bühne: ein Taxifahrer.

Der Lenker erkannte die Lage, bot den Polizisten kurzerhand sein Auto an und machte aus seinem Taxi vorübergehend einen Einsatzwagen. Die Beamten stiegen ein und setzten die Verfolgung motorisiert fort.

Der 22-Jährige flüchtete schließlich in ein leerstehendes Gebäude und sprang dort in eine mehrere Meter tiefe, mit einer Plane verdeckte Grube. Auch das hielt ihn nicht davon ab, weiter Widerstand zu leisten. Als Polizisten zu ihm hinabstiegen, stieß er einen Beamten gegen die Wand und versuchte erneut zu entkommen.

Diesmal war Schluss. Ein weiterer Polizist brachte den Mann zu Boden. Er wurde festgenommen und angezeigt.

Damit bleibt festzuhalten: Streifenwagen sind praktisch, aber offenbar nicht zwingend notwendig. Vielleicht reicht künftig tatsächlich ein Blaulicht im Kofferraum jedes Wiener Taxis.

Die Fahrpreisfrage dürfte allerdings spannend werden: Wird eine Polizeiverfolgung nach Taxameter abgerechnet – und gibt es Zuschlag für Schreckschüsse, Baustellen und Sprünge in Baugruben?

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Ricinator (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 02.08.2026

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