Fußball-Wunder in den USA: Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Nationalfeiertag „Soccer Independence Day“

Fußball-Wunder in den USA: Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Nationalfeiertag „Soccer Independence Day“

Veröffentlicht

Donnerstag, 02.07.2026
von Red. TB

Amerika hat es geschafft. Das Land, das jahrzehntelang überzeugt war, Fußball sei lediglich eine europäische Variante des Werbepausen-Managements, feiert plötzlich einen historischen WM-Erfolg. Mit einem 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina zieht die US-Auswahl ins Achtelfinale ein – und ganz Amerika fragt sich: „Moment mal … wir sind gut in Soccer?“

Dabei begann alles wie gewohnt. Die Amerikaner vergaben Chancen, diskutierten vermutlich schon über TV-Quoten und Hotdog-Verkäufe, ehe Folarin Balogun kurz vor der Pause das erlösende 1:0 erzielte. Wahrscheinlich dachte sich der Stürmer: „Wenn schon Football, dann wenigstens mit den Füßen.“

Nach der Halbzeit wurde es amerikanisch dramatisch. Balogun sah nach einer Grätsche die Rote Karte. Sofort erinnerte das Spiel mehr an einen Hollywood-Blockbuster: Held fliegt raus, Nebenfiguren müssen plötzlich Verantwortung übernehmen und irgendwo läuft bereits die Filmmusik.

Doch statt in Panik zu geraten, machten die USA das, was sie seit Jahrzehnten perfektioniert haben: Sie verwandelten eine Krise in eine Heldengeschichte. Malik Tillman zirkelte einen Freistoß zum 2:0 ins Netz, und plötzlich war klar: Das Drehbuch stammt definitiv aus Kalifornien.

Die letzten Minuten verbrachten die Amerikaner mit dem, was sonst europäische Mannschaften bei Weltmeisterschaften übernehmen: Zeit von der Uhr nehmen, Bälle wegschlagen und kollektiv leiden. Willkommen im Weltfußball.

Nach dem Schlusspfiff sangen die Fans lautstark „Take Me Home, Country Roads“. Ein Lied über West Virginia nach einem Spiel in Kalifornien – geografisch fragwürdig, emotional aber absolut amerikanisch.

Trainer Mauricio Pochettino feierte mit seinem Team, während sich Millionen US-Zuschauer erstmals fragten, warum ein Spiel überhaupt 90 Minuten dauert und warum man nicht einfach nach drei Vierteln Werbung einblendet.

Nun wartet Belgien. Dort erinnert man sich noch gut an das Achtelfinale 2014, als die „Roten Teufel“ die USA nach Verlängerung ausschalteten. Diesmal reist Amerika allerdings mit neuem Selbstbewusstsein an – allerdings ohne Balogun, der wegen seiner Roten Karte zuschauen muss. Vielleicht entdeckt er bis dahin eine neue Karriere als VAR-Experte.

Sollten die USA auch Belgien ausschalten, wäre das die nächste historische Sensation. CNN würde wahrscheinlich von einer „Dynastie“ sprechen, Hollywood hätte bereits die Filmrechte gekauft und Präsident und Kongress würden diskutieren, ob „Soccer“ künftig offiziell neben Baseball, Basketball und Football zur vierten Nationalsportart erklärt wird.

Bis dahin gilt: Amerika hat den Fußball zwar nicht erfunden. Aber sollte die Mannschaft weiterkommen, wird man dort vermutlich sehr schnell erklären, dass sie ihn perfektioniert hat.

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jarmoluk (CC0), Pixabay

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am: Donnerstag, 02.07.2026

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