WM-KOMMENTAR: Regen, Haaland, Messi – und die Erkenntnis, dass Fußball manchmal völlig verrückt ist

WM-KOMMENTAR: Regen, Haaland, Messi – und die Erkenntnis, dass Fußball manchmal völlig verrückt ist

Veröffentlicht

Dienstag, 23.06.2026
von Red. TB

Was für ein Fußballabend. Genauer gesagt: Was für ein Fußball-Nachmittag, Fußball-Abend und halbe Fußball-Nacht. Wer dachte, bei dieser WM gehe es nur um Tore, wurde eines Besseren belehrt. In Philadelphia spielte zwischenzeitlich sogar das Wetter die Hauptrolle.

Frankreich gewann am Ende mit 3:0 gegen den Irak. Das klingt souverän. Wer die erste Halbzeit gesehen hat, könnte allerdings auf die Idee kommen, dass Les Bleus die zweistündige Gewitterpause absichtlich bestellt hatten. Vor dem Unwetter wirkte Frankreich ungefähr so gefährlich wie ein nasser Wattebausch. Nach der Pause kam plötzlich eine völlig andere Mannschaft aus der Kabine. Vielleicht hatte Didier Deschamps während der Unterbrechung die Steckdose gefunden.

Mbappé bedankte sich für einen irakischen Gastbeitrag zum französischen Offensivspiel, Dembélé traf ebenfalls und am Ende stand ein Ergebnis, das deutlicher aussieht, als die Partie lange Zeit war.

Norwegen machte es gegen Senegal spannender, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Zweimal Haaland, dazu ein weiteres Tor – eigentlich ein entspannter Arbeitstag für die Wikinger. Eigentlich. Denn in der Nachspielzeit erinnerte Senegal die Skandinavier daran, dass Fußballspiele erst abgepfiffen werden, wenn der Schiedsrichter tatsächlich pfeift. Plötzlich flatterten die Nerven, plötzlich lag der Ausgleich in der Luft. Norwegen brachte den Vorsprung irgendwie über die Zeit und dürfte nach dem Schlusspfiff kollektiv beschlossen haben, künftig wieder etwas früher den Sack zuzumachen.

Und dann war da noch Lionel Messi.

Mittlerweile scheint der Argentinier nur noch deshalb auf dem Platz zu stehen, um Rekorde einzusammeln wie andere Leute Payback-Punkte. Erst verschießt er einen Elfmeter, vermutlich um den Zuschauern etwas Spannung zu gönnen. Danach erzielt er das 1:0, wird alleiniger WM-Rekordtorschütze und legt in der Nachspielzeit noch das 2:0 nach.

Österreich kämpfte tapfer, David Alaba hielt lange dagegen, doch am Ende gilt bei Messi inzwischen dieselbe Regel wie bei Steuern und Sonnenaufgängen: Irgendwann passiert es einfach.

Nach zwei Spieltagen steht fest: Frankreich ist weiter, Norwegen ist weiter, Argentinien ist weiter. Das Wetter in Philadelphia wahrscheinlich auch. Und Lionel Messi? Der spielt offenbar nicht mehr gegen Gegner, sondern nur noch gegen die Geschichtsbücher.

Die schlechte Nachricht für alle anderen Nationen: Die scheinen derzeit erneut zu verlieren.

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am: Dienstag, 23.06.2026

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