Nach einigen zuletzt eher durchwachsenen Wahlempfehlungen hat Donald Trump offenbar eine neue Strategie entwickelt: einfach beide Kandidaten unterstützen.
Im Rennen um das Gouverneursamt in South Carolina sprach der Präsident kurzerhand gleich zwei Republikanern seine Unterstützung aus. Sowohl Vizegouverneurin Pamela Evette als auch Generalstaatsanwalt Alan Wilson erhielten seinen Segen. Die Begründung: „Mit beiden kann man nichts falsch machen.“
Eine bemerkenswerte Entwicklung. Noch vor wenigen Wochen hatte Trump Evette seine „volle und totale Unterstützung“ zugesichert. Nachdem sie jedoch in der Vorwahl zwar Erste wurde, aber weit von der notwendigen Mehrheit entfernt blieb, scheint das Weiße Haus das Konzept politischer Risikostreuung entdeckt zu haben.
Für Wetterdienste ist diese Methode übrigens nicht neu. Dort nennt man sie: „Morgen wird es entweder sonnig oder regnerisch.“
Besonders unerquicklich für Evette: Ihre gesamte Kampagne beruhte darauf, Trumps Lieblingskandidatin zu sein. Nun muss sie erklären, warum sie immer noch die Favoritin ist, obwohl der Favorit inzwischen zwei Favoriten hat.
Wilson dagegen reagierte blitzschnell und schmückte sich sofort mit der neuen Unterstützung. Politiker wissen schließlich: Wenn Trump anruft, fragt man nicht, ob man die einzige Empfehlung ist.
Der Präsident dürfte aus den jüngsten Erfahrungen gelernt haben. Seine letzten Wahlempfehlungen in Iowa und Georgia endeten nämlich nicht mit Jubelbildern, sondern mit Niederlagen. Eine unangenehme Situation für jemanden, der grundsätzlich lieber Sieger unterstützt – insbesondere rückwirkend.
Mit der Doppelendorsement-Taktik kann diesmal wenig schiefgehen. Gewinnt Evette, hatte Trump recht. Gewinnt Wilson, hatte Trump ebenfalls recht.
Und falls beide gewinnen sollten, hätte er vermutlich schon immer gewusst, dass genau das passieren würde.
Politische Analysten sprechen von einer ungewöhnlichen Strategie. Börsianer würden es schlicht Diversifikation nennen.


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