Die FPÖ hat ihren 70. Geburtstag gefeiert – und zwar so, wie man sich eine politische Jubiläumsparty vorstellt, wenn man zwischen Parteitag, Volksfest und Klassentreffen der europäischen Rechtsaußen-Szene nicht so genau unterscheiden möchte.
Während in der Wiener Hofburg internationale Gäste ein- und ausgingen, wurde am Stephansplatz parallel das „Volksfest“ veranstaltet. Politische Botschaften, Blasmusik, Selfies und später sogar Roberto Blanco – kurz gesagt: ein Programm, das vermutlich nur Österreich zustande bringt.
Die große Geburtstagstorte der Hoffnung
Parteichef Herbert Kickl nutzte die Bühne, um seine Anhänger auf die nächste große Mission einzuschwören.
Die Botschaft lautete ungefähr:
„70 Jahre sind schön, aber jetzt wollen wir endlich die Deluxe-Version.“
Gemeint war natürlich die berühmte „Volkskanzlerschaft“, die nach Ansicht der Freiheitlichen ungefähr alles lösen soll – von politischen Problemen bis vermutlich hin zu schlechtem Wetter und kaltem Kaffee.
Kampfansage an die „Systemparteien“
Wie bei jedem runden Geburtstag gab es natürlich auch ein wenig Familienkritik.
Kickl teilte kräftig gegen die politischen Mitbewerber aus, die er als „Systemparteien“ bezeichnete.
Der politische Wettbewerb wurde dabei ungefähr so beschrieben wie ein Fußballspiel:
- Die FPÖ spielt.
- Alle anderen schummeln.
- Der Schiedsrichter ist verdächtig.
- Und die Zuschauer hätten eigentlich längst anders abstimmen sollen.
Internationale Gratulanten
Ein Geburtstag ohne Gäste wäre langweilig.
Also kamen Politiker aus mehreren europäischen Ländern vorbei oder schickten Videobotschaften.
Die Reden ähnelten sich teilweise erstaunlich:
„Ihr seid großartig.“
„Eure besten Jahre kommen noch.“
„Ihr schreibt Geschichte.“
Ein Außenstehender hätte meinen können, es handle sich um die Verleihung eines europäischen Motivationspreises.
Standing Ovations inklusive
Mehrere Gastredner erhielten stehenden Applaus.
Was wiederum beweist:
In der Politik funktioniert Begeisterung manchmal genauso wie bei Rockkonzerten.
Nur mit etwas weniger Gitarren und etwas mehr Grundsatzreden.
Roberto Blanco als diplomatische Brücke
Nach all den politischen Botschaften ging es auf dem Stephansplatz weiter.
Dort trat unter anderem Roberto Blanco auf.
Ein Moment, der vermutlich sämtliche Strategiepapiere des Tages überstrahlte.
Denn egal, wie hitzig politische Debatten verlaufen:
Bei Roberto Blanco werden plötzlich alle ein bisschen friedlicher.
Die Reaktion der Konkurrenz
Von politischer Seite kamen erwartungsgemäß kritische Stimmen.
Sinngemäß lautete die Antwort:
„Reden über Verantwortung ist einfacher als Verantwortung zu übernehmen.“
Ein Satz, der in der österreichischen Innenpolitik inzwischen ungefähr so häufig vorkommt wie Sachertorte auf Touristenfotos.
Fazit
Die FPÖ feierte ihren 70. Geburtstag mit viel Selbstbewusstsein, großen Zukunftsplänen und internationaler Unterstützung.
Die Anhänger hörten eine Aufbruchserzählung.
Die Gegner hörten eine Kampfansage.
Und die meisten Wiener hörten vermutlich vor allem:
Lautsprecher, Festreden und irgendwo dazwischen Roberto Blanco.
So endet ein ganz normaler politischer Geburtstag in Österreich: mit historischen Reden, Zukunftsvisionen und der Erkenntnis, dass man selbst nach 70 Jahren offenbar noch immer Wahlkampf machen kann.


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