Die diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine erinnern derzeit an einen Rosenkrieg im Staatsformat. Was einst als Freundschaft mit Orden, Umarmungen und gegenseitigen Lobeshymnen begann, entwickelt sich nun zu einem internationalen Rückgabeschalter für Auszeichnungen.
Der große Orden-Retourenservice
Angefangen hatte alles mit einer ukrainischen Militäreinheit, die nach einer historischen Organisation benannt wurde, die in Polen bis heute für heftige Bauchschmerzen sorgt.
Die Reaktion aus Warschau ließ nicht lange auf sich warten:
„Dann nehmen wir den Orden zurück!“
Gemeint war die höchste polnische Auszeichnung, die dem ukrainischen Präsidenten einst als Symbol der Freundschaft verliehen worden war.
Daraufhin kam aus Kiew sinngemäß die Antwort:
„Gut, dann schicken wir ihn eben zurück!“
Wenig später meldeten sich weitere ukrainische Spitzenvertreter:
„Unseren Orden könnt ihr auch wiederhaben.“
Plötzlich wirkte die Diplomatie wie eine Mischung aus Amazon-Retoure und Schulhofstreit.
Das große Paketzentrum Osteuropas
Während Postboten vermutlich bereits zusätzliche Überstunden anmelden, dürfte man in den Präsidentenpalästen hektisch nach Versandkartons suchen.
Die aktuelle Lage:
- Ein Orden wird aberkannt.
- Ein Orden wird zurückgeschickt.
- Weitere Orden folgen.
- Irgendwo druckt jemand vermutlich schon neue Rücksendeetiketten.
Fehlt eigentlich nur noch die Sendungsverfolgung:
„Ihr Orden befindet sich aktuell im internationalen Verteilzentrum und wird voraussichtlich am Dienstag zugestellt.“
Historische Wunden treffen moderne Politik
Hinter dem kuriosen Orden-Theater steckt allerdings ein ernstes Thema.
Es geht um die Bewertung historischer Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.
Was in der Ukraine teilweise als Freiheitskampf gesehen wird, gilt in Polen vielfach als Erinnerung an Massaker und schwerste Verbrechen.
Mit anderen Worten:
Die Geschichte sitzt mit am Verhandlungstisch – und sie hat schlechte Laune.
Der Feuerwehrmann aus Warschau
Während sich beide Seiten gegenseitig symbolische Geschenke zurückschicken, versucht der polnische Regierungschef die Wogen zu glätten.
Seine Botschaft:
„Vielleicht sollten wir alle etwas weniger streiten.“
Schließlich findet in wenigen Tagen eine wichtige Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine statt.
Ein ungünstiger Zeitpunkt für einen diplomatischen Wettbewerb im Orden-Weitwurf.
Europas ungewöhnlichster Streit
Die eigentliche Kuriosität:
Polen unterstützt die Ukraine weiterhin militärisch, politisch und wirtschaftlich.
Gleichzeitig streitet man sich öffentlich über historische Symbole und Auszeichnungen.
Das ist ungefähr so, als würde man dem Nachbarn beim Hausbau helfen, ihm den Rasen mähen – und gleichzeitig die Ehrenurkunde vom Kleingartenverein zurückfordern.
Fazit
Aus einer historischen Debatte wurde ein diplomatisches Retourenfestival.
Die einen schicken Orden zurück.
Die anderen nehmen Orden weg.
Und irgendwo fragt sich vermutlich ein Postbeamter:
„Warum verschicken Staatschefs plötzlich so viele Auszeichnungen per Einschreiben?“


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