Die Verlegung der verurteilten Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell in ein Mindestsicherheitsgefängnis entwickelt sich immer mehr zu einem handfesten Justizskandal. Ehemalige Mitgefangene berichten nun von Einschüchterung, Strafmaßnahmen und einem Klima der Angst, sobald Kritik an Maxwell laut wurde.
Besonders brisant: Mehrere Insassinnen geben an, nach Gesprächen mit Journalisten plötzlich verlegt oder disziplinarisch belangt worden zu sein.
„Nicht wie andere Gefangene behandelt“
Im Zentrum der Vorwürfe steht das Federal Prison Camp Bryan in Texas. Dort saß Maxwell seit ihrer umstrittenen Verlegung aus Florida ein – obwohl verurteilte Sexualstraftäter normalerweise gar nicht für ein solches Mindestsicherheitsgefängnis infrage kommen.
Für viele Mitinsassinnen offenbar ein Affront.
Eine ehemalige Gefangene schildert gegenüber CNN, dass Maxwell von Anfang an Sonderrechte erhalten habe:
- bewaffnete Begleitung,
- abgeschirmte Bereiche,
- bevorzugte Behandlung,
- besondere Sicherheitsmaßnahmen,
- und privilegierter Zugang zu Einrichtungen innerhalb des Gefängnisses.
Während andere Insassinnen teils um alltägliche Dinge kämpfen müssten, sei Maxwell laut den Aussagen „wie eine VIP-Gefangene“ behandelt worden.
Kritik offenbar unerwünscht
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe rund um den Umgang mit kritischen Stimmen.
Die ehemalige Insassin Julie Howell hatte sich gegenüber einem Journalisten kritisch über Maxwells Unterbringung geäußert. Kurz darauf sei sie von Gefängnisbeamten vorgeladen, scharf zurechtgewiesen und später in ein anderes Gefängnis verlegt worden.
Laut ihrer Darstellung habe die Gefängnisleitung ihr vorgeworfen, „Probleme verursacht“ zu haben.
Weitere ehemalige Gefangene berichten von ähnlichen Erfahrungen. Wer öffentlich über Maxwell sprach, musste offenbar mit Konsequenzen rechnen.
Politisch heikler Fall
Der Fall ist auch deshalb hochsensibel, weil Maxwell bis heute als eine der Schlüsselfiguren im Epstein-Komplex gilt. Immer wieder gibt es Spekulationen darüber, welches Wissen sie über prominente Kontakte und Netzwerke besitzen könnte.
Kritiker sehen in der auffälligen Behandlung Maxwells ein fatales Signal:
Während gewöhnliche Häftlinge strengen Regeln unterliegen, scheine für eine international bekannte Sexualstraftäterin plötzlich ein anderer Maßstab zu gelten.
Experten sprechen von Ausnahmefall
US-Gefängnisberater bezeichneten die Verlegung Maxwells als „extrem ungewöhnlich“. Eine Unterbringung in einem Camp mit minimaler Sicherheitsstufe sei für verurteilte Sexualstraftäter praktisch beispiellos.
Hinzu kommt die Frage, warum Gefangene offenbar sanktioniert wurden, sobald sie öffentlich Kritik äußerten.
Der Eindruck, dass hier nicht nur eine prominente Insassin geschützt, sondern auch unangenehme Berichterstattung unterdrückt werden sollte, dürfte den Druck auf die US-Justiz weiter erhöhen.

