Trump genehmigt Erschießungskommando für verurteilten Fort-Hood-Attentäter

Trump genehmigt Erschießungskommando für verurteilten Fort-Hood-Attentäter

Veröffentlicht

Dienstag, 06.10.2026
von Red. TB

US-Präsident Donald Trump hat die Hinrichtung des verurteilten Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando genehmigt. Sollte die Vollstreckung tatsächlich stattfinden, wäre es die erste Hinrichtung eines US-Soldaten durch ein Erschießungskommando seit dem Zweiten Weltkrieg und zugleich die erste Vollstreckung einer militärischen Todesstrafe seit 65 Jahren.

Hasan war wegen des Angriffs auf den damaligen Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas im Jahr 2009 verurteilt worden. Bei der Attacke wurden 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, Verteidigungsminister Pete Hegseth habe die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando empfohlen. Trump habe diesem Vorschlag zugestimmt.

Ein Sprecher des Pentagons erklärte, Zeitpunkt und Ort der Vollstreckung würden noch festgelegt. Hegseth kommentierte die Entscheidung öffentlich mit dem Wort „Gerechtigkeit“.

Hasan war zum Zeitpunkt des Anschlags Major der US-Armee und arbeitete als Psychiater. Ein Militärgericht sprach ihn 2013 in 13 Fällen des vorsätzlichen Mordes sowie in 32 Fällen des versuchten Mordes schuldig.

Die 13 Offiziere der Jury empfahlen einstimmig die Todesstrafe.

Während des Verfahrens räumte Hasan ein, selbst geschossen zu haben. Nach seinen eigenen Angaben wollte er Soldaten treffen, die für einen Einsatz in Afghanistan vorgesehen waren. Er behauptete, damit die Taliban und deren Führung vor dem amerikanischen Militär schützen zu wollen.

Am 5. November 2009 betrat Hasan ein Gebäude auf dem Militärgelände, in dem Soldaten medizinisch auf ihre bevorstehenden Auslandseinsätze vorbereitet wurden.

Dort eröffnete er das Feuer.

Als die Soldaten versuchten zu fliehen, verfolgte Hasan einige von ihnen nach draußen. Schließlich kam es zu einem Schusswechsel mit Polizeikräften.

Hasan wurde getroffen und anschließend festgenommen. Seitdem ist er von der Hüfte abwärts gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.

Bei seiner Festnahme fanden Ermittler neben der verwendeten Waffe weiteres Material. Nach damaligen Aussagen wurden bei ihm zahlreiche noch nicht abgefeuerte Patronen sowie zusätzliche Magazine gefunden.

Auch spezielle Zielhilfen gehörten nach den Ermittlungen zu seiner Ausrüstung. Eine Laservisiereinrichtung sollte ihm bei schlechten Lichtverhältnissen helfen, eine weitere war für den Einsatz bei Tageslicht geeignet.

Die jetzt genehmigte Hinrichtung wäre auch deshalb historisch, weil Todesurteile innerhalb des US-Militärs nur äußerst selten tatsächlich vollstreckt werden.

Der letzte Soldat der US-Armee, der durch ein Erschießungskommando hingerichtet wurde, war Eddie Slovik.

Slovik wurde am 31. Januar 1945 in Frankreich erschossen. Ein Militärgericht hatte ihn wegen Fahnenflucht während des Zweiten Weltkriegs zum Tode verurteilt.

Sein Fall gilt bis heute als außergewöhnlich.

Unter Zehntausenden amerikanischen Deserteuren während des Zweiten Weltkriegs war Slovik der einzige, dessen Todesurteil tatsächlich vollstreckt wurde.

Die letzte Hinrichtung eines Angehörigen der US-Armee überhaupt fand 1961 statt. Damals wurde John Bennett in Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas gehängt. Er war wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen verurteilt worden.

Seit 1916 wurden nach Angaben von Organisationen, die sich mit der Todesstrafe beschäftigen, insgesamt 135 Angehörige des US-Militärs hingerichtet.

Im amerikanischen Militärstrafrecht können zahlreiche schwere Straftaten mit dem Tod geahndet werden. Eine Hinrichtung darf jedoch nicht ohne Zustimmung des Präsidenten vollstreckt werden.

Der Präsident besitzt gleichzeitig die Möglichkeit, ein Todesurteil umzuwandeln.

Nachdem die Zustimmung des Präsidenten erteilt wurde, müssen weitere formale Schritte folgen. Nach den entsprechenden militärrechtlichen Regelungen werden Methode und Zeitpunkt der Hinrichtung festgelegt.

Die Vollstreckung soll innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach der präsidentiellen Zustimmung erfolgen. Nach derzeitigen Regelungen liegt dieser grundsätzlich zwischen 60 und 150 Tagen.

Ob die Hinrichtung tatsächlich innerhalb dieses Zeitfensters durchgeführt wird, ist allerdings noch nicht sicher.

Hasan stehen weiterhin juristische Möglichkeiten offen.

Ein zum Tode verurteilter Gefangener kann unter anderem mit einem sogenannten Habeas-Corpus-Antrag die Rechtmäßigkeit seiner Inhaftierung und des Verfahrens überprüfen lassen.

Ein solcher Schritt könnte die Vollstreckung zumindest vorübergehend stoppen, bis Gerichte über weitere Rechtsmittel entschieden haben.

Neben Hasan befinden sich nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums noch drei weitere Soldaten im Hochsicherheitsgefängnis von Fort Leavenworth in der Todeszelle. Auch sie wurden unter anderem wegen Mordes verurteilt.

Die Entscheidung Trumps rückt nun erneut die grundsätzliche Frage nach der Todesstrafe innerhalb der US-Streitkräfte in den Mittelpunkt.

Militärische Hinrichtungen sind in den Vereinigten Staaten inzwischen derart selten geworden, dass der letzte entsprechende Fall mehrere Generationen zurückliegt.

Besonders außergewöhnlich ist die gewählte Methode.

Die letzte bekannte Erschießung eines US-Soldaten liegt mehr als acht Jahrzehnte zurück.

Der Fall Eddie Slovik entwickelte sich später zu einem der bekanntesten Beispiele amerikanischer Militärjustiz im Zweiten Weltkrieg.

Slovik hatte sich nach seiner Desertion selbst den Behörden gestellt. Dennoch wurde er zum Tode verurteilt.

Die Entscheidung zur Vollstreckung wurde damals von General Dwight D. Eisenhower bestätigt, der zu diesem Zeitpunkt Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa war.

Die Hinrichtung fand während einer besonders kritischen Phase des Krieges statt. Historiker gehen davon aus, dass mit der Vollstreckung auch ein abschreckendes Signal an andere Soldaten gesendet werden sollte.

Slovik wurde von einem zwölfköpfigen Erschießungskommando getötet. Berichten zufolge waren allerdings nur elf Gewehre mit scharfer Munition geladen. Dadurch sollte jeder beteiligte Soldat zumindest theoretisch glauben können, möglicherweise nicht selbst den tödlichen Schuss abgegeben zu haben.

Selbst Sloviks Ehefrau wurde zunächst nicht darüber informiert, dass ihr Mann hingerichtet worden war. Erst Jahre später wurde der Fall einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Mehr als 80 Jahre danach könnte nun erneut ein Soldat der US-Armee vor einem Erschießungskommando stehen.

Der Fall Nidal Hasan unterscheidet sich in nahezu jeder Hinsicht von dem historischen Fall Slovik. Während Slovik wegen Fahnenflucht verurteilt wurde, wurde Hasan wegen eines gezielten Angriffs mit zahlreichen Toten und Verletzten schuldig gesprochen.

Politisch besitzt die bevorstehende Entscheidung dennoch erhebliche Symbolkraft.

Trump hat mit seiner Zustimmung den entscheidenden politischen Schritt zur möglichen Vollstreckung des Urteils getan.

Ob und wann Nidal Hasan tatsächlich durch ein Erschießungskommando hingerichtet wird, hängt nun von den weiteren militärrechtlichen Verfahren und möglichen Rechtsmitteln seiner Verteidigung ab.

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