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Veröffentlicht

Montag, 05.10.2026
von Red. TB

US-Präsident Donald Trump hat die Gründung einer neuen Regierungseinheit angekündigt, die sich künftig mit der amerikanischen Strategie rund um künstliche Intelligenz beschäftigen soll. Die sogenannte „Super Intelligence Force“ soll direkt dem Weißen Haus unterstellt werden und die Aktivitäten verschiedener Bundesbehörden koordinieren.

Angeführt werden soll die neue Taskforce von Geheimdienstdirektor Jay Clayton. Nach Angaben Trumps soll sie dazu beitragen, die technologische Führungsrolle der Vereinigten Staaten im Bereich künstlicher Intelligenz zu sichern und gleichzeitig den Austausch zwischen Regierung, Wirtschaft und Gesellschaft zu organisieren.

Die Einheit soll unter anderem mit Verbraucherschutzorganisationen, Interessenverbänden, Religionsgemeinschaften, Betreibern kritischer Infrastruktur und Technologieunternehmen zusammenarbeiten.

Neben Clayton gehören auch Vertreter der US-Wettbewerbsbehörde, des Verteidigungsministeriums und der Personalverwaltung des Bundes zur neuen Gruppe. Die „Super Intelligence Force“ soll unmittelbar an den Präsidenten und an Stabschefin Susie Wiles berichten.

Die Gründung ist Teil einer größeren Neuausrichtung der amerikanischen KI-Politik.

Trump hatte bereits Ende September verfügt, dass der Begriff „Artificial Intelligence“, also künstliche Intelligenz, innerhalb der US-Bundesverwaltung künftig durch „Super Intelligence“ ersetzt werden soll.

Nach dem Willen des Präsidenten sollen Behörden in offiziellen Schreiben, Berichten, Internetauftritten und anderen staatlichen Veröffentlichungen künftig die Abkürzung „SI“ statt „AI“ verwenden.

Trump hatte zuvor argumentiert, der Begriff „artificial“ vermittle den Eindruck, die Technologie sei künstlich oder unecht. Der Ausdruck „Super Intelligence“ soll nach seiner Vorstellung stärker die Fähigkeiten und wirtschaftliche Bedeutung moderner KI-Systeme hervorheben.

Unter Fachleuten stößt diese Umbenennung allerdings auf Kritik.

Der Begriff „Superintelligenz“ besitzt in der Forschung bereits eine eigene Bedeutung. Gemeint sind üblicherweise hypothetische Systeme, deren Fähigkeiten die menschliche Intelligenz in nahezu allen relevanten Bereichen deutlich übertreffen.

Aktuelle KI-Systeme erfüllen diese Definition bislang nicht.

Kritiker befürchten deshalb, dass die politische Umbenennung mehr Verwirrung als Klarheit schaffen könnte. Die technologische Entwicklung selbst verändert sich schließlich nicht dadurch, dass Behörden einen neuen Begriff verwenden.

Parallel zur neuen Taskforce plant die US-Regierung ein weiteres Gremium zur Sicherheit von KI-Systemen.

Hintergrund ist eine Vereinbarung, die Trump zuletzt mit führenden Technologieunternehmen präsentiert hatte. Manager großer amerikanischer KI- und Technologiekonzerne verpflichteten sich darin zu bestimmten Grundsätzen beim Umgang mit leistungsfähigen KI-Systemen.

Vertreter unter anderem von OpenAI, Anthropic, Google und SpaceX unterstützten die Vereinbarung.

Trump bezeichnete die Selbstverpflichtung als moralisch bindend.

Die Frage nach einer stärkeren gesetzlichen Regulierung bleibt jedoch umstritten.

Mehrere führende Vertreter der Technologiebranche haben in den vergangenen Monaten darauf hingewiesen, dass mit immer leistungsfähigeren KI-Systemen auch neue Sicherheitsrisiken entstehen.

Gleichzeitig warnen Unternehmen davor, die Entwicklung durch zu strenge Vorschriften auszubremsen und damit den technologischen Wettbewerb mit China und anderen Staaten zu gefährden.

OpenAI-Chef Sam Altman erklärte zuletzt, die möglichen Vorteile künstlicher Intelligenz seien so groß, dass Gesellschaften einen gewissen Anteil an Risiken akzeptieren müssten.

Seiner Auffassung nach sollte leistungsfähige KI grundsätzlich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Die amerikanische Regierung verfolgt bislang einen vergleichsweise wirtschaftsfreundlichen Kurs. Statt umfangreicher neuer Bundesgesetze setzt Trump stärker auf freiwillige Verpflichtungen der Unternehmen und auf eine zentrale Koordination innerhalb der Regierung.

Mit der neuen „Super Intelligence Force“ soll diese Strategie nun organisatorisch gebündelt werden.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt Elon Musk.

Der Unternehmer erklärte, auch bei seinen eigenen Aktivitäten künftig stärker den neuen Begriff „Super Intelligence“ verwenden zu wollen. Nach seinen Angaben soll die bisherige Bezeichnung seiner KI-Aktivitäten entsprechend angepasst werden.

Musk ist gleichzeitig wieder stärker in Projekte der amerikanischen Regierung eingebunden.

Zuletzt wurde bekannt, dass er an einem Projekt beteiligt ist, das sich mit der Zukunft militärischer Konflikte und der Rolle neuer Technologien beschäftigt.

Damit kehrt Musk zumindest teilweise in das Umfeld der Regierung zurück.

Zuvor hatte er bereits in Trumps Regierung eine zentrale Rolle beim sogenannten Department of Government Efficiency übernommen. Diese Zusammenarbeit endete allerdings nach öffentlichen Differenzen zwischen Musk und Trump.

Die neue amerikanische KI-Strategie zeigt, welche Bedeutung Washington der Technologie inzwischen beimisst.

Künstliche Intelligenz wird längst nicht mehr lediglich als wirtschaftliches Zukunftsthema betrachtet. Sie spielt zunehmend eine Rolle für nationale Sicherheit, Verteidigung, Infrastruktur, Forschung und geopolitischen Einfluss.

Entsprechend groß ist der Wettbewerb um leistungsfähige Chips, Rechenzentren, Energieversorgung und hochqualifizierte Fachkräfte.

Die Vereinigten Staaten wollen dabei ihre derzeit starke Position verteidigen.

Mit der „Super Intelligence Force“ schafft Trump nun eine zentrale politische Schaltstelle für dieses Ziel.

Ob die neue Organisation tatsächlich zu einer kohärenteren KI-Strategie führt oder zunächst vor allem durch ihre ungewöhnliche Namensgebung auffällt, wird sich erst zeigen.

Fest steht jedoch schon jetzt: Der Wettbewerb um künstliche Intelligenz wird in Washington zunehmend als strategische Machtfrage verstanden – und damit als eines der zentralen politischen und wirtschaftlichen Themen der kommenden Jahre.

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geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 05.10.2026

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