Auch in Österreichs Bundesländern haben die vergangenen 24 Stunden zahlreiche neue Entwicklungen gebracht. Dabei reichen die Themen von Arbeitsmarkt und Gesundheitsversorgung über Infrastruktur bis zu Energie- und Umweltfragen.
Wien
Wien entwickelt sich derzeit beim Arbeitsmarkt besser als der österreichische Durchschnitt. Im September sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent auf 123.444. Gleichzeitig ging die Zahl der AMS-Schulungsteilnehmer um 4,6 Prozent zurück. Besonders positiv entwickelte sich die Situation bei unter 25-Jährigen, während bei Menschen über 50 Jahren ein Anstieg verzeichnet wurde.
Politisch wird zudem über die Zukunft des bisherigen Fernbusterminals in Erdberg diskutiert. Nach der geplanten Verlagerung des Fernbusverkehrs in die Leopoldstadt ab 2029 schlägt die Wiener ÖVP eine Nachnutzung mit Kultur- und Sportangeboten vor.
Niederösterreich
In Niederösterreich standen bei einer Klausur von ÖVP und FPÖ insbesondere Gesundheitsversorgung, Rettungswesen und Asylpolitik im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt bleibt der „Gesundheitsplan 2040+“. Vorgesehen ist unter anderem, die Zahl der Notarztstützpunkte von 32 auf 21 zu reduzieren und gleichzeitig stärker auf Notfallsanitäter, Ersthelfer, Telenotärzte und Notarzthubschrauber zu setzen.
Burgenland
Im Burgenland bleibt die Asbestproblematik ein wichtiges Thema. Mehrere Steinbrüche sind seit Monaten behördlich gesperrt. Bei einer öffentlichen Diskussion forderten Betreiber rasche Entscheidungen, während Experten darauf hinwiesen, dass behördliche Verfahren und vorgeschriebene Messmethoden eingehalten werden müssten. Bewohner äußerten insbesondere Sorgen über mögliche gesundheitliche Belastungen durch asbesthaltiges Material.
Gleichzeitig verschlechterte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Im September waren 9.932 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Besonders deutlich nahm die Arbeitslosigkeit bei Frauen und Lehrstellensuchenden zu.
Oberösterreich
Der oberösterreichische Landtag hat finanzielle Mittel für die weitere Zukunft des Skigebiets Kasberg beschlossen. Insgesamt können bis zu 17 Millionen Euro für Übernahme, Betrieb, Ersatzinvestitionen sowie Personal- und Rückbauverpflichtungen bereitgestellt werden. Die endgültige Ausgestaltung der Zukunft des Skigebiets ist damit allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen.
Zudem soll das Land Oberösterreich alleiniger Eigentümer des Linzer Flughafens werden. Bisher hielten Land und Stadt Linz jeweils 50 Prozent. Das Land übernimmt den städtischen Anteil für vorläufig rund 1,325 Millionen Euro und will anschließend nach privaten strategischen Partnern suchen.
Salzburg
Salzburg war Schauplatz des Österreichischen Gemeindetags. Dort wurde das neue Reformpaket von Bund, Ländern und Gemeinden vorgestellt. Vorgesehen sind stärkere Digitalisierung, mehr Kooperation zwischen Gemeinden und schnellere Verwaltungsverfahren.
Wirtschaftlich gibt es eine positive Nachricht aus einem Insolvenzverfahren: Die Gläubiger der QimiQ Handels GmbH haben dem Sanierungsplan zugestimmt. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent.
Am Flughafen Salzburg wurden im Sommer außerdem neun Prozent mehr Passagiere gezählt als im Vergleichszeitraum zuvor.
Steiermark
Der Arbeitsmarkt bleibt in der Steiermark angespannt. Ende September waren 37.501 Menschen arbeitslos vorgemerkt, fast sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einschließlich der Personen in Schulung waren mehr als 45.000 Menschen ohne reguläre Beschäftigung. Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen.
Die Zahl der offenen Stellen ging gleichzeitig zurück. Das AMS rechnet saisonbedingt in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Kärnten
In Kärnten blieb der Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten vergleichsweise stabil, wenngleich sich auch dort zuletzt eine leichte Verschlechterung zeigte. Im August war die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen. Gleichzeitig nahm die Zahl der offenen Stellen deutlich zu. Besonders schwierig bleibt die Lage für Jugendliche und Lehrstellensuchende.
Bei der Kärntner Wirtschaft herrscht weiterhin vorsichtige Zuversicht. Unternehmen erwarten teilweise steigende Umsätze und Exporte, gleichzeitig bleiben Investitionen und Auftragslage wichtige Schwachpunkte.
Tirol
Tirol weist weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs auf. Ende September waren 15.501 Personen arbeitslos gemeldet. Die Quote lag bei rund 4,1 Prozent. Gleichzeitig nahm allerdings auch dort die Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich zu.
Politisch sorgte die Schulpolitik für Diskussionen. Der Tiroler Landtag lehnte die Idee einer sechsjährigen Volksschule ab. Bildungsminister Christoph Wiederkehr hatte entsprechende Schulversuche ins Gespräch gebracht, Tirol will sich daran nach dem derzeitigen Stand jedoch nicht beteiligen.
Bereits beschlossen wurde außerdem eine Abgabe auf ungenutztes Bauland, die 2027 in Kraft treten soll.
Vorarlberg
In Vorarlberg soll die seit 2024 gesperrte Silvretta-Hochalpenstraße möglicherweise bereits 2029 wieder vollständig geöffnet werden. Ursprünglich war eine Wiedereröffnung erst für 2030 vorgesehen. Grundlage der neuen Planung ist eine veränderte Bewertung der geologischen Situation und der notwendigen Schutzmaßnahmen. Voraussetzung bleiben allerdings behördliche Genehmigungen und entsprechende Unternehmensbeschlüsse.
Der Arbeitsmarkt bereitet dagegen weiterhin Sorgen. Besonders ältere Arbeitnehmer sind von steigender Arbeitslosigkeit betroffen. Bereits im August lag die Zahl der Arbeitslosen knapp acht Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Ländern
Der Blick auf die neun Bundesländer zeigt derzeit große regionale Unterschiede. Während Wien beim Arbeitsmarkt gegen den Bundestrend eine Verbesserung verzeichnet und Tirol weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote aufweist, kämpfen Steiermark, Burgenland und Vorarlberg mit deutlich steigenden Zahlen.
Gleichzeitig investieren mehrere Länder in Infrastruktur und regionale Projekte. In Oberösterreich stehen Kasberg und Flughafen im Mittelpunkt, in Niederösterreich der Umbau der Gesundheitsversorgung und in Vorarlberg die Wiederherstellung der Silvretta-Hochalpenstraße.
Damit bestimmen derzeit nicht einzelne große Themen die Bundesländer, sondern eine Mischung aus Arbeitsmarkt, kommunalen Finanzen, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und regionaler Wirtschaftspolitik.


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