Der Krieg zwischen den USA und Iran bleibt das dominierende internationale Thema. Gleichzeitig erlebt die Ukraine eine neue schwere Angriffswelle, Russland plant deutlich höhere Militärausgaben und Schweden steckt nach seiner Wahl in einer Regierungsblockade.
Das sind die wichtigsten internationalen Entwicklungen der vergangenen 24 Stunden.
USA und Iran sprechen wieder über Vermittler
Nach Monaten des Krieges gibt es einen neuen diplomatischen Versuch zwischen Washington und Teheran.
Vertreter der USA und Irans führten getrennte Gespräche mit Vermittlern.
Im Mittelpunkt steht ein iranischer Vorschlag für eine zunächst siebentägige Waffenruhe.
Teheran verlangt unter anderem:
eine Beendigung der Angriffe,
Lockerungen beziehungsweise Aufhebung bestimmter Sanktionen,
die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte
sowie Gespräche über das iranische Atomprogramm.
Im Gegenzug stellt Iran eine Wiederöffnung der Straße von Hormus in Aussicht.
US-Präsident Donald Trump erklärte gleichzeitig, die Vereinigten Staaten würden den Krieg seiner Ansicht nach „sehr bald“ gewinnen.
Er bestätigte aber ebenfalls, dass Gespräche über Vermittler laufen.
Damit laufen militärische Drohungen und diplomatische Kontakte derzeit parallel.
Öl bleibt über 100 Dollar
Die Unsicherheit schlägt unmittelbar auf die Weltwirtschaft durch.
Brent-Rohöl liegt weiterhin oberhalb von 100 Dollar je Barrel.
Im September ist der Preis nach Reuters-Berechnungen um rund 17 Prozent gestiegen.
Auch Diesel und andere raffinierte Ölprodukte haben sich stark verteuert.
Die Energiepreise erhöhen wiederum den Inflationsdruck in Europa, den USA und Asien.
Schwere russische Drohnenangriffe auf die Ukraine
Die Ukraine erlebte am Montag eine weitere massive russische Angriffswelle.
Mindestens zehn Menschen wurden nach ukrainischen Angaben landesweit getötet, mehr als 80 verletzt.
In Kiew traf eine Drohne die Nationale Akademie der Wissenschaften.
Dort starben zwei Menschen, mindestens 24 wurden verletzt.
Auch Dnipro, Saporischschja und andere Regionen wurden angegriffen.
Besonders problematisch für die ukrainische Luftabwehr sind neue, schnellere strahlgetriebene Drohnen.
Nach ukrainischen Angaben liegt die Abfangquote gegen diese Systeme derzeit nur bei ungefähr 57 Prozent.
Kiew fordert deshalb zusätzliche westliche Luftverteidigung.
Russland will Militärausgaben 2027 massiv erhöhen
Gleichzeitig plant Moskau nach Reuters vorliegenden Haushaltsunterlagen einen kräftigen weiteren Anstieg seiner Militärausgaben.
Für 2027 sind demnach rund
17,1 Billionen Rubel
vorgesehen.
Das entspricht gut 202 Milliarden US-Dollar und wäre ungefähr 27 Prozent mehr als 2026.
Damit deutet wenig darauf hin, dass Russland kurzfristig mit einem deutlichen Rückgang seiner militärischen Aktivitäten kalkuliert.
NATO warnt vor Sabotage und hybriden Angriffen
Der oberste NATO-Kommandeur in Europa, Alexus Grynkewich, forderte europäische Staaten auf, mutmaßliche russische Sabotage-, Cyber- und Drohnenoperationen deutlicher öffentlich zu benennen.
Nach seiner Einschätzung sollen solche Aktionen den politischen Willen europäischer Staaten schwächen, die Ukraine weiter zu unterstützen.
Die NATO hat ihre Überwachung an der Ostflanke zuletzt verstärkt.
Russland weist regelmäßig Vorwürfe zurück, hinter bestimmten Sabotage- oder Einflussoperationen in Europa zu stehen.
Großbritannien untersucht möglichen Anschlagsplan bei RAF Fairford
In Großbritannien beschäftigen fünf festgenommene Männer weiterhin die Anti-Terror-Ermittler.
Sie waren in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes RAF Fairford festgenommen worden.
Der Standort wurde auch von den USA im Zusammenhang mit Operationen gegen Iran genutzt.
Die Männer wurden inzwischen unter Auflagen freigelassen.
Die Ermittlungen laufen jedoch weiter.
Britische Behörden prüfen unter anderem, ob ein ausländischer Staat hinter einem möglichen Vorhaben stehen könnte.
Öffentlich bestätigt ist bislang keine konkrete Beteiligung Irans, Russlands oder einer anderen Regierung.
Schweden: Wahlsiegerin kann keine Regierung bilden
In Schweden ist die Regierungsbildung vorerst gescheitert.
Die Sozialdemokratin Magdalena Andersson gab ihren Auftrag zur Regierungsbildung zurück.
Das Mitte-links-Lager hatte die Wahl zwar knapp mit 176 zu 173 Sitzen gewonnen.
Andersson sieht derzeit trotzdem keine stabile parlamentarische Grundlage für eine Regierung.
Auslöser war unter anderem die Entscheidung der Linkspartei, bei der Wahl des Parlamentspräsidenten den konservativen Amtsinhaber Andreas Norlén zu unterstützen.
Norlén muss nun entscheiden, welcher Politiker als Nächstes versuchen soll, eine Regierung zu bilden.
Auch der bisherige Ministerpräsident Ulf Kristersson kommt dafür infrage.
Schweden steht damit trotz eines rechnerisch klaren Wahlergebnisses vor möglicherweise längeren Koalitionsverhandlungen.
Netanyahu traf Emirati-Führung in Abu Dhabi
Im Nahen Osten wurde zudem ein bislang geheim gehaltenes Treffen bekannt.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu traf nach übereinstimmenden Berichten am Wochenende den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed, in Abu Dhabi.
Das Treffen fand vor dem Hintergrund des Iran-Krieges und der angespannten Sicherheitslage in der Region statt.
Dass beide Seiten weiter miteinander sprechen, ist geopolitisch bedeutsam, weil die Golfstaaten gleichzeitig enge Beziehungen zu den USA unterhalten und eine weitere regionale Eskalation vermeiden wollen.
Südafrika: 18 Tote bei Angriff auf Kneipe
In Südafrika erschütterte ein schwerer Schusswaffenangriff eine Township.
Bei einem Angriff auf eine Gaststätte wurden 18 Menschen getötet.
Nach Reuters-Berichten wurden am Tatort zahlreiche Patronenhülsen von Sturmgewehren gefunden.
Die Hintergründe des Angriffs werden untersucht.
USA verhängen Visa-Sperren gegen lateinamerikanische Amtsträger
Die Regierung Trump hat außerdem die Visa von 27 amtierenden und ehemaligen Amtsträgern aus Lateinamerika sowie Angehörigen widerrufen.
Betroffen sind unter anderem Personen aus Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru.
Washington wirft mehreren Betroffenen Korruption beziehungsweise Behinderung der Bekämpfung von Drogen- und Menschenhandel vor.
Einige der Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück und sprechen von politischem Druck.
Weltbörsen reagieren nervös
Die geopolitischen Spannungen machen sich auch an den Finanzmärkten bemerkbar.
Am Montag fielen die großen US-Aktienindizes.
Der S&P 500 verlor rund 0,8 Prozent, der Nasdaq etwa 0,9 Prozent.
Gleichzeitig stiegen Ölpreise und Anleiherenditen.
Investoren rechnen aufgrund der hohen Energiepreise wieder stärker mit weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank.
Damit hat der Iran-Krieg längst nicht mehr nur militärische Folgen.
Er beeinflusst:
Energiepreise,
Inflation,
Zinsen,
Aktienmärkte,
Transportwege
und zunehmend die Wirtschaftspolitik zahlreicher Staaten.
Fazit
Die internationale Lage bleibt ausgesprochen angespannt.
Der vielleicht wichtigste Hoffnungsschimmer sind die erneuten indirekten Gespräche zwischen Iran und den USA.
Gleichzeitig zeigen die weiter laufenden Kämpfe, dass von einer politischen Lösung noch keine Rede sein kann.
In Europa verschärft Russland unterdessen seine Angriffe auf die Ukraine und plant für 2027 nochmals erheblich höhere Militärausgaben.
Schweden zeigt wiederum, dass auch demokratische Wahlergebnisse nicht automatisch eine funktionierende Regierung hervorbringen.
Die Welt beginnt diesen Dienstag deshalb mit einem widersprüchlichen Bild:
Es wird wieder verhandelt – aber gleichzeitig wird weiter aufgerüstet, angegriffen und mit neuen Eskalationen gedroht.


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