Auch in den österreichischen Bundesländern war am Samstag einiges los. Von einem deutlich spürbaren Erdbeben über steigende Skipasspreise bis zu neuen politischen Debatten reicht das Nachrichtenbild. Die wichtigsten Entwicklungen aus den vergangenen rund 24 Stunden im Überblick.
Burgenland
In Oberwart wurde das neue Haus der Volksgruppen offiziell eröffnet. Vertreter der ungarischen und kroatischen Volksgruppen sowie Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bezeichneten das Projekt als wichtigen Ort für Zusammenarbeit und kulturelle Vielfalt. Die Eröffnung fand bewusst am Europäischen Tag der Sprachen statt.
Außerdem stehen der neue Uhudler-Radweg und Veranstaltungen rund um den Uhudler im Mittelpunkt des Wochenendes.
Kärnten
In Kärnten hat der traditionelle St. Veiter Wiesenmarkt begonnen. Das traditionsreiche Volksfest gehört zu den großen Veranstaltungen des Landes und prägt St. Veit in den kommenden Tagen.
Politisch sorgt gleichzeitig die Führungsdiskussion innerhalb der SPÖ für Aufmerksamkeit. Nach der Ankündigung Gerhard Zeilers, für den Bundesparteivorsitz kandidieren zu wollen, hielt sich die Kärntner SPÖ zunächst mit öffentlichen Stellungnahmen zurück. Landeshauptmann Daniel Fellner wollte den Vorstoß zunächst nicht kommentieren.
Niederösterreich
In Grafenwörth ist die Zukunft eines ursprünglich als Vorzeigeprojekt geplanten Pflege- und Ausbildungscampus ungewiss. Auf einer Fläche von rund 17.000 Quadratmetern sollte ein Ausbildungszentrum entstehen, das Pflegeausbildung und Angebote für pflegende Angehörige miteinander verbindet.
Daneben sorgt weiterhin die angekündigte Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf für Diskussionen. Rund 190 feste Mitarbeiter und etwa 50 Leiharbeitskräfte sind betroffen.
Oberösterreich
In Oberösterreich beschäftigt die Parteien vor allem die Vorbereitung auf die kommende Landtagswahl. Bei den NEOS wurde Felix Eypeltauer als Spitzenkandidat bestätigt.
Gleichzeitig sorgt die Führungsdiskussion innerhalb der SPÖ auch in Oberösterreich für Aufmerksamkeit.
Salzburg
Salzburg erlebt an diesem Wochenende einen großen Besucherandrang rund um den Rupertikirtag. Insgesamt werden rund 180.000 Besucher erwartet. Das traditionsreiche Fest rund um den Dom zieht neben Einheimischen auch zahlreiche internationale Touristen an.
Politisch stand das traditionelle Rupertitreffen der Salzburger ÖVP im Zeichen personeller Veränderungen innerhalb der Landespartei. Mehr als 500 Funktionäre nahmen teil.
Zudem wird die Salzburger Kollegienkirche umfangreich saniert.
Steiermark
Skifahrer müssen sich in diesem Winter auf höhere Preise einstellen. Mehrere steirische Skigebiete haben ihre Tageskarten verteuert. Auf Hauser Kaibling, Planai-Hochwurzen und Reiteralm kostet eine reguläre Tageskarte künftig 81,50 Euro.
Damit wird in der Steiermark erstmals die Marke von 80 Euro überschritten. Die Betreiber begründen die Erhöhungen insbesondere mit höheren Energie- und Personalkosten.
Auch steigende Parkgebühren in Graz beschäftigen derzeit die Landeshauptstadt.
Tirol
Im Raum Innsbruck hat am Samstagmorgen deutlich die Erde gebebt. GeoSphere Austria registrierte ein Erdbeben der Magnitude 3,8. Das Epizentrum lag bei Aldrans.
Viele Menschen nahmen eine ruckartige Bewegung und teilweise auch ein Grollen wahr. Leichte Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke grundsätzlich möglich. Bereits einige Stunden zuvor war ein schwächeres Beben registriert worden.
In Osttirol kam außerdem ein Autofahrer bei Thurn mit seinem Fahrzeug von der Straße ab und landete in einem Bach.
Vorarlberg
In Feldkirch wurde das große Hochwasserschutzprojekt offiziell eröffnet. Kernstück ist der Umbau im Bereich der Kapfschlucht sowie die erneuerte Montfortbrücke.
Das Projekt soll die Feldkircher Altstadt künftig besser vor einem hundertjährlichen Hochwasser schützen. Die Kosten stiegen während der Bauzeit von ursprünglich rund 21 auf etwa 28 Millionen Euro.
Wien
In Wien findet an diesem Wochenende die Jobmesse Austria in der Marx Halle statt. Rund 80 Unternehmen und Institutionen präsentieren dort Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Das Interesse ist auch deshalb groß, weil die Arbeitslosigkeit derzeit österreichweit steigt.
Politisch präsentierte die Wiener ÖVP bei einem „Zukunftskongress“ neue Vorschläge. Unter anderem fordert sie längere Ladenöffnungszeiten am Samstag und eine Verringerung der Zahl der Magistratsabteilungen.
Auch die Wiener Kulturszene befindet sich im Wandel: Marie Rötzer übernimmt die künstlerische Leitung des Theaters in der Josefstadt.
Österreich zwischen Alltag und großen Veränderungen
Die Nachrichten aus den neun Bundesländern zeigen ein ausgesprochen vielfältiges Bild. Während in Tirol ein Erdbeben für Aufsehen sorgte, bestimmen in anderen Regionen wirtschaftliche Fragen, Infrastrukturprojekte, Arbeitsplätze, Tourismus und politische Veränderungen die Schlagzeilen.
Besonders auffällig bleibt der wirtschaftliche Druck: Betriebsschließungen, steigende Arbeitslosigkeit und höhere Freizeitkosten stehen neuen Investitionen, Veranstaltungen und Infrastrukturprojekten gegenüber.
Für Österreich dürfte damit auch in den kommenden Wochen entscheidend sein, wie wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und steigende Lebenshaltungskosten miteinander in Einklang gebracht werden können.


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