Drei Tage, Dutzende Pleiten: Österreichs Firmeninsolvenzen bleiben auf hohem Niveau

Drei Tage, Dutzende Pleiten: Österreichs Firmeninsolvenzen bleiben auf hohem Niveau

Veröffentlicht

Donnerstag, 24.09.2026
von Red. TB

 Bauunternehmen, Immobilienfirmen, Gastronomiebetriebe, Transportunternehmen, Modehändler und Personaldienstleister: Zwischen dem 21. und 23. September 2026 sind in Österreich zahlreiche neue Unternehmensinsolvenzen bekannt geworden. Die Auswertung aktueller Insolvenz- und Firmenbuchdaten zeigt erneut, wie breit die Pleitewelle inzwischen durch die Wirtschaft geht. Besonders häufig tauchen Unternehmen aus Bau, Immobilien, Transport und Gastronomie auf.

Eine Auswertung der öffentlich zugänglichen Daten zeigt bereits für den 21. September eine lange Reihe neuer Fälle.

Dazu gehören unter anderem die Steirerpack GmbH aus der Steiermark, EDW-Transport e.U. aus Oberösterreich, die BomaX BaugmbH, Profectus Holding GmbH, BFM Global e.U., Bau Profi NR GmbH, ZE-NO Netzwerk- & Elektrotechnik e.U. und Flexi Bau GmbH.

Hinzu kommen die Stahlbau Gerger GmbH im Burgenland, SA Handels GmbH in Niederösterreich sowie mehrere Wiener Unternehmen, darunter CHSEAG5 Besitz GmbH, RUCK-ZUCK MALEREI GmbH und ViennaKRAFT Brauerei GmbH.

Auch EVERVEND-GmbH aus Salzburg, Pro Trans Personenbeförderungs GmbH, BAU-AUF GmbH, Bertsch Energy GmbH, MBI Boden GmbH, HC Home Handel GmbH, AS Giga Team GmbH, SCDG Gastro GmbH und mehrmarkenwelt.at GmbH & Co KG erscheinen in den aktuellen Insolvenzlisten.

Allein die öffentlich sichtbare Firmenbuchauswertung führt für den 21. September mehr als zwei Dutzend entsprechende Einträge auf.

Am 22. September folgt die nächste Welle

Auch am folgenden Tag riss die Serie nicht ab.

Für den 22. September 2026 werden unter anderem folgende Unternehmen geführt:

FrohsINN Gesellschaft m.b.H., Al Poke OG, Nora Cares GmbH, DDr. Stefan Unterberger GmbH, MADORAS Transit GmbH, EQUINOX Apartment GmbH, BB Kleintransport KG, Riad’s GmbH, AVGR Haustechnik GmbH, lernwas FlexCo, Mumen GmbH, Friedrich Immobilienmanagement GmbH, Fastro Logistik OG, Travertino Bau GmbH, LB Hoch- und Tiefbau GmbH, TRIPUS Haustechnik GmbH, PAV Präzisionstechnik Austria GmbH, OK Infra GmbH, MAFM Holding GmbH, Bojti Crowd Eins GmbH, ImmoCraft Heinek GmbH, FN Logistic & Dienstleistung GmbH, Vaida Bau GmbH, ONE4ALL Secure Solutions Nfg. KG, Walsom Beteiligungs GmbH, Reset Hotelwäsche GmbH, D&T Innenausbau e.U., V-Club Gastro GmbH und ICC Handelsgesellschaft mbH.

Die Fälle verteilen sich auf Wien, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, die Steiermark, Vorarlberg und Kärnten.

Damit ist praktisch das gesamte Bundesgebiet betroffen.

OPUS Marketing erneut im Konkurs

Interessant ist der Fall der Wiener OPUS Marketing GmbH.

Das Handelsgericht Wien eröffnete am 22. September einen Konkurs nach nicht erfüllten Insolvenzquoten. Forderungen können laut KSV1870 bis zum 11. November angemeldet werden.

Es handelt sich damit nicht einfach um die erstmalige wirtschaftliche Schieflage eines Unternehmens, sondern um einen Konkurs nach nicht erfüllten Insolvenzquoten.

Taxi- und Transportbranche ebenfalls betroffen

Ein weiterer Wiener Fall ist die Mumen GmbH.

Das Unternehmen betreibt nach Angaben des KSV1870 Taxi- und Kleintransportgeschäfte. Das Handelsgericht Wien eröffnete am 22. September das Konkursverfahren.

Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 2. November anmelden.

Der Fall fügt sich in ein auffälliges Muster ein: Transport, Personenbeförderung und Logistik tauchen innerhalb der betrachteten drei Tage mehrfach in den Insolvenzmeldungen auf.

23. September: Mode, Bau und Immobilien

Auch am 23. September wurden weitere Verfahren eröffnet.

Zu den vom AKV ausgewiesenen Fällen gehören die KBIMMO GmbH, die KOVACSBAU GmbH und Papermoon Mode e.U. Daneben werden weitere Verfahren geführt.

Bei der KBIMMO GmbH eröffnete das Landesgericht Eisenstadt unter der Geschäftszahl 26 S 91/26y ein Konkursverfahren. Der AKV berichtet, dass das Unternehmen seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könne.

Nur eine Geschäftszahl weiter findet sich die KOVACSBAU GmbH: Auch hier wurde beim Landesgericht Eisenstadt ein Konkursverfahren eröffnet. Das Unternehmen ist in der Baubranche tätig.

Papermoon: Modehändler im Konkurs

Für Verbraucher besonders sichtbar dürfte die Insolvenz von Papermoon Mode e.U. sein.

Das Unternehmen betreibt Einzelhandel mit Damenbekleidung und besteht nach Angaben des KSV1870 bereits seit 1990.

Am 23. September eröffnete das Landesgericht Wels das Konkursverfahren. Forderungen können bis zum 12. November angemeldet werden.

Für Kunden gilt bei Unternehmensinsolvenzen grundsätzlich: Offene Gutscheine, Anzahlungen, Retouren oder noch nicht erfüllte Bestellungen können zum Problem werden. Welche Ansprüche tatsächlich bestehen und erfüllt werden können, hängt jedoch vom konkreten Verfahren ab.

Auch Personaldienstleistungen betroffen

Am 23. September wurde außerdem über die Coop. Solutions ELP GmbH aus Linz ein Konkursverfahren eröffnet.

Das erst 2024 gegründete Unternehmen war in der Überlassung und Vermittlung von Arbeitskräften sowie in Logistik- und Veranstaltungsdienstleistungen tätig.

Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 20. November anmelden.

Bemerkenswert ist eine weitere Insolvenz an derselben Adresse.

Auch über E&E coop. e.U., eine Eventagentur beziehungsweise Vermittlerin von Arbeitskräften, wurde am 23. September beim Landesgericht Linz Konkurs eröffnet.

Auch dort endet die gerichtliche Anmeldefrist am 20. November.

Keine Entwarnung bei Österreichs Firmenpleiten

Die drei untersuchten Tage sind nur eine Momentaufnahme. Sie passen jedoch in ein weiterhin angespanntes Gesamtbild.

Nach einer auf KSV1870-Daten basierenden Halbjahresauswertung wurden in Österreich in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 3.449 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren zwar rund ein Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, entsprach aber weiterhin fast 19 Firmenpleiten pro Tag.

Besonders betroffen waren Handel, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung.

Die Insolvenzmeldungen vom 21. bis 23. September spiegeln genau diese Breite wider.

Bauunternehmen stehen neben Immobiliengesellschaften.

Transporteure neben Gastronomiebetrieben.

Modehandel neben Personaldienstleistern.

Und gerade diese Mischung ist bemerkenswert.

Österreich erlebt derzeit nicht die Krise einer einzigen Branche. Die Insolvenzmeldungen zeigen vielmehr wirtschaftlichen Druck in zahlreichen Teilen des Mittelstands gleichzeitig.

Für Arbeitnehmer, Kunden und Gläubiger ist deshalb nicht nur die Zahl der Verfahren relevant. Entscheidend wird in den kommenden Wochen sein, welche Unternehmen saniert werden können, welche Betriebe geschlossen werden und in welcher Höhe Forderungen der Gläubiger letztlich bedient werden können.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 24.09.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv