C&P IR17: 6,746 Millionen Euro Treuhand-Einlagen – 2025 folgt ein weiterer Millionenverlust

C&P IR17: 6,746 Millionen Euro Treuhand-Einlagen – 2025 folgt ein weiterer Millionenverlust

Veröffentlicht

Montag, 21.09.2026
von Red. TB

Bei der IR siebzehn der C&P GmbH & Co KG ist der Anlegerbezug besonders eindeutig. C&P selbst erklärt, dass sich Anleger bis Ende 2018 über ein öffentliches Angebot beteiligen konnten und insgesamt „fast 7 Mio. €“ in die Projektentwicklungen der Emittentin investierten. Der Jahresabschluss 2025 wurde am 15. Juli 2026 eingereicht.

Der Abschluss nennt den genauen Betrag: Zum 31. Dezember 2025 waren 6,746 Millionen Euro treuhändig gehaltene Einlagen ausgewiesen. Daneben stehen allerdings Ergebnisanteile aus Vorjahren von minus 5,514 Millionen Euro sowie ein den Gesellschaftern zuzurechnender Verlust des Jahres 2025 von weiteren 1,091 Millionen Euro. Das gesamte bilanzielle Eigenkapital beträgt am Ende nur noch rund 326.938 Euro.

Das ist ein auffälliger Befund. Er bedeutet jedoch nicht, dass man schlicht sagen könnte, von 6,746 Millionen Euro Anlegergeld seien nur noch 326.938 Euro „übrig“. Eine Bilanz ist kein Treuhandkonto und bildet Projektinvestitionen, frühere Ergebnisse, Ausschüttungen, Beteiligungswerte, Forderungen und Verbindlichkeiten ab. Eine solche verkürzte Gleichsetzung wäre deshalb sachlich falsch.

Trotzdem dokumentiert der Abschluss eine erhebliche bilanzielle Ergebnisbelastung. Allein 2025 entstand ein Jahresverlust von 1,091 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Verlust sogar rund 3,45 Millionen Euro betragen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 303.899 Euro auf Finanzanlagen abgeschrieben. Hinzu kamen Einzelwertberichtigungen auf Forderungen von rund 667.900 Euro.

C&P erläutert die Hintergründe im Rechenschaftsbericht ausführlicher. So wurde die Beteiligung am Bauabschnitt 6 Projekt Zentrum Puntigam im Jahr 2025 um 219.999 Euro auf einen Buchwert von einem Euro abgeschrieben. Das Unternehmen nennt dafür stark gestiegene Zinsen, Verzögerungen bei der Verwertung aufgrund der Entwicklung des Immobilienmarktes und erwartete niedrigere Verkaufspreise.

Damit liegt zumindest eine konkrete Erklärung des Unternehmens für einen Teil der Wertkorrekturen vor. Die Bilanz zeigt gleichzeitig, wie stark die Gesellschaft weiterhin von konzerninternen Vermögenswerten abhängig ist. Rund 1,177 Millionen Euro bestehen aus Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen; weitere 402.353 Euro sind Finanzanlagen beziehungsweise Anteile an verbundenen Unternehmen. Bei einer Bilanzsumme von nur 1,583 Millionen Euro entfällt damit nahezu die gesamte Aktivseite auf diese beiden Positionen. Das Bankguthaben betrug am Stichtag lediglich 1.896 Euro.

Auf der anderen Seite stehen rund 1,248 Millionen Euro Verbindlichkeiten, sämtlich mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Davon entfallen etwa 1,159 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen.

Auch daraus lässt sich allein keine Zahlungsunfähigkeit ableiten. Wohl aber macht die Bilanz deutlich, dass die weitere Entwicklung wesentlich von der Realisierung konzerninterner Forderungen und Beteiligungswerte abhängt.

Für 2025 erfolgte aus dem laufenden Ergebnis keine Ausschüttung. Der Rechenschaftsbericht erläutert gleichzeitig die Entwicklung der einzelnen Projektbeteiligungen und weist ausdrücklich darauf hin, dass frühere Wertentwicklungen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Zukunft zulassen.

Für Anleger ist deshalb die entscheidende Frage nicht, ob ursprünglich fast sieben Millionen Euro eingeworben wurden – das ist dokumentiert. Entscheidend ist, welche wirtschaftlichen Werte hinter den heute noch ausgewiesenen Beteiligungen und Forderungen stehen und in welchem Umfang daraus künftig Rückflüsse entstehen können.

Die Bilanz beweist weder eine zweckwidrige Verwendung von Anlegerkapital noch einen endgültigen Verlust der Einlagen. Sie dokumentiert aber erhebliche Wertberichtigungen, kumulierte Ergebnisbelastungen und ein inzwischen vergleichsweise schmales bilanzielles Eigenkapital. Genau diese Entwicklung verdient eine nüchterne Beobachtung.

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am: Montag, 21.09.2026

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