Insolvenzen Österreich in dieser Woche

Insolvenzen Österreich in dieser Woche

Veröffentlicht

Sonntag, 20.09.2026
von Red. TB

Ich habe für den Zeitraum 13. bis 19. September 2026 recherchiert und Privatinsolvenzen bzw. natürliche Personen bewusst ausgeklammert. Als Hauptquelle habe ich den aktuellen Insolvenzticker des AKV herangezogen und die Ergebnisse mit weiteren öffentlich zugänglichen Insolvenz- und Wirtschaftsdaten abgeglichen. Der AKV weist für Österreich weiterhin eine sehr hohe Zahl von Firmeninsolvenzen aus; der KSV1870 beziffert die Unternehmensinsolvenzen in den ersten drei Quartalen 2026 auf hochgerechnet 5.139 Fälle. (AKV EUROPA)

Wichtig: Bei einem Anspruch auf absolute Vollständigkeit aller gerichtlichen Verfahren wäre eine tagesgenaue Auswertung der österreichischen Insolvenzdatei erforderlich. Der folgende Artikel umfasst die von mir in den aktuell öffentlich abrufbaren Quellen für diesen Zeitraum identifizierten Unternehmensverfahren und trennt sie von Privatpersonen.

Österreichs Firmenpleiten: Eine Woche voller Insolvenzen – Bau, Industrie, Gastro und Immobilien unter Druck

Österreichs Wirtschaft kommt beim Thema Insolvenzen weiterhin nicht zur Ruhe. Zwischen dem 13. und 19. September 2026 wurden quer durch die Republik zahlreiche neue Unternehmensinsolvenzen bekannt. Betroffen sind längst nicht nur kleine Gastronomie- oder Handelsbetriebe. Unter den Schuldnern finden sich Immobiliengesellschaften, Bauunternehmen, Industriebetriebe, Hotels, Unternehmensberater und Holdings.

Die Zahlen zeigen, wie angespannt die Lage insgesamt bleibt. Nach einer aktuellen Hochrechnung des KSV1870 mussten in den ersten drei Quartalen 2026 bereits 5.139 Unternehmen Insolvenz anmelden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das zwar lediglich einem Plus von 0,4 Prozent – das Niveau bleibt jedoch außergewöhnlich hoch. (KSV1870)

Besonders auffällig ist die große Bandbreite der in der vergangenen Woche betroffenen Branchen.

Der 18. September bringt eine ganze Serie neuer Verfahren

Allein für den 18. September führt der aktuelle AKV-Insolvenzticker mehrere neu eröffnete Unternehmensverfahren auf. Dazu gehören die DON SERGIO GmbH in Wien, die Karnische-Massiv-Möbel Gesellschaft m.b.H. in Kärnten, die LB Hoch- und Tiefbau GmbH in Wien, die LASERTRON Süd GmbH in der Steiermark, die L’IDEA GmbH in Salzburg, die Axara Housing GmbH in Niederösterreich und die Travertino Bau GmbH in der Steiermark. (AKV EUROPA)

Eine zweite Unternehmensdatenbank weist für denselben Tag noch weitere neue Insolvenzfälle aus. Genannt werden unter anderem die Dolomitenbau GmbH, Smart Hotel BetriebsgesmbH, Casa Nobile GmbH, Roshbina Real Estate GmbH, ARCA Immo Invest GmbH, Showbiz GmbH, HUBER-FENSTER Bau- und Möbeltischlerei GmbH, RGP beauty & cosmetics GmbH, ARKB-Plus24 GmbH, TRIFAR Holding GmbH, I.M. Kfz Technik GmbH, BENSA Protective Services GmbH, Lizak & Partner GmbH, Skyblue GmbH, KITTA GmbH in Liqu., „Dragonfly“ English Kindergarten GmbH und B. A. Partner GmbH. (wirtschaft.at)

Einzelunternehmen, bei denen die Insolvenz rechtlich eine natürliche Person betrifft, wurden für diese Auswertung nicht berücksichtigt.

Möbelhersteller aus Kärnten betroffen

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Insolvenz der Karnische-Massiv-Möbel Gesellschaft m.b.H. Das Verfahren wurde beim Landesgericht Klagenfurt unter dem Aktenzeichen 40 S 69/26a geführt. Auch der AKV nahm den Fall am 18. September in seine aktuellen Presseinformationen auf. (AKV EUROPA)

Damit findet sich erneut ein Unternehmen aus der Möbel- und Produktionswirtschaft unter den aktuellen Insolvenzfällen.

Bau und Immobilien ziehen sich wie ein roter Faden durch die Woche

Auffällig ist insbesondere die Zahl der Unternehmen mit Bezug zu Bau und Immobilien. Am 18. September finden sich unter anderem die LB Hoch- und Tiefbau GmbH, Travertino Bau GmbH und Axara Housing GmbH in den aktuellen Verfahren. Hinzu kommen in den weiteren ausgewerteten Daten beispielsweise Dolomitenbau, Casa Nobile, Roshbina Real Estate und ARCA Immo Invest. (AKV EUROPA)

Das passt zum längerfristigen Bild: Der Bau gehört weiterhin zu den Branchen mit besonders vielen Unternehmensinsolvenzen in Österreich. (a3BAU)

17. September: Haustechnik, Immobilien, Gastro und Werbung

Auch der 17. September brachte eine lange Reihe neuer Verfahren.

Der AKV nennt die Tripus Haustechnik GmbH, Babnik Communications GmbH, CCS Unternehmensberatung GmbH, BUILDING BRANDS GmbH, Restaurant Damici Café & Bar GmbH, Hummelstraße 59 Entwicklungs GmbH, Alpenländische Schilderfabrik Gebell GmbH, Spritzeria Morgenstern GmbH, Scha-Roc Immo GmbH, ELD Bau GmbH, PFC Phoenixes Facility Cleaning GmbH, Austrocap GmbH, Autohaus Mayrhofen Huber KG, Flexi Bau GmbH sowie die Laurinia Treuhand und Beratung Gesellschaft m.b.H. (AKV EUROPA)

Natürliche Personen, die ebenfalls im Insolvenzticker auftauchen, bleiben auch hier bewusst außen vor.

53 Beschäftigte bei Tripus betroffen

Zu den größeren aktuellen Fällen gehört die Tripus Haustechnik GmbH aus Ilz in der Steiermark. Das Insolvenzverfahren wurde am 17. September beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz eröffnet. Nach Medienberichten sind 53 Beschäftigte betroffen. (5 Minuten)

Damit trifft die Insolvenzwelle erneut einen personalintensiveren mittelständischen Betrieb.

Autohaus Mayrhofen: Zukunft des Betriebs offen

Ebenfalls am 17. September wurde das Verfahren über die Autohaus Mayrhofen Huber KG geführt. Nach aktuellen Berichten wurde ein Konkursverfahren eröffnet; der Insolvenzantrag kam vom Unternehmen selbst. Ob der Betrieb fortgeführt werden kann, war zunächst offen. (Top Tirol)

Gerade dieser Fall zeigt, dass sich die aktuellen Schwierigkeiten nicht auf Bau und Gastronomie beschränken.

Spritzeria Morgenstern ebenfalls insolvent

Auch die Gastronomie bleibt betroffen. Über das Vermögen der Spritzeria Morgenstern GmbH in Mayrhofen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Der Fall wird sowohl vom AKV als auch in regionalen Medien dokumentiert. (AKV EUROPA)

Die Gastronomie entwickelt sich 2026 insgesamt schlechter als der Durchschnitt: Während die Gesamtzahl der Unternehmensinsolvenzen nahezu stagniert, wird für die Gastrobranche ein deutlicher Anstieg berichtet. (GASTRO.at)

16. September: Industrieunternehmen PAV mit Millionenverbindlichkeiten

Am 16. September kamen weitere Unternehmensverfahren hinzu. Der AKV führt unter anderem die Stahlbau Gerger GmbH, A & S Mianji KG, Green Lilly FlexCo, WAVEEX Technology GmbH, TBT GmbH, PAV Präzisionstechnik Austria GmbH, Fischvierterl GmbH, EGA Triester Straße 62 Projektentwicklungs GmbH, Gupympka GmbH in Liquidation und SA Handels GmbH auf. (AKV EUROPA)

Besonders interessant ist die PAV Präzisionstechnik Austria GmbH aus Dornbirn. Das Konkursverfahren läuft beim Landesgericht Feldkirch. Das Unternehmen ist im Bereich Mechatronik beziehungsweise Präzisionstechnik tätig. (wirtschaft.at)

Nach Angaben des ORF belaufen sich die Schulden auf rund zwei Millionen Euro. (vorarlberg.ORF.at)

Damit erreicht die Insolvenzwelle auch spezialisierte industrielle Zulieferer.

15. September: Personalvermittlung, Holding, Reisemobile, Hotel und Wein

Für den 15. September führt der AKV unter den Unternehmensschuldnern die FMT Personalservice GmbH, SUADA Holding GmbH, Anaya Reisemobile GmbH, Astra A GmbH und Domäne Lilienberg Weinbau GmbH. (AKV EUROPA)

Bei der Anaya Reisemobile GmbH handelt es sich zudem nicht um die erste wirtschaftliche Krise. Bereits zuvor hatte es ein Sanierungsverfahren gegeben. Das aktuelle Konkursverfahren beim Landesgericht Feldkirch wurde am 14. September bekannt gemacht; die Wirkungen der Eröffnung begannen am 16. September. (wirtschaft.at)

Auch dieser Fall zeigt, dass eine einmal erfolgreich abgeschlossene oder aufgehobene Sanierung keineswegs garantiert, dass ein Unternehmen dauerhaft stabilisiert ist.

Engineering-Unternehmen versucht Sanierung

Zu den Unternehmen mit Verfahrenseröffnung am 14. September gehört die p2p-engineering GmbH aus Sierning in Oberösterreich.

Hier handelt es sich nicht um einen klassischen Konkurs, sondern um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Das Unternehmen stellte selbst den Antrag. Nach Angaben des AKV sieht der vorliegende Sanierungsplan eine Quote von 20 Prozent vor. Das Unternehmen ist im Bereich Ingenieur- und Architekturdienstleistungen tätig. (AKV EUROPA)

Der Unterschied ist wesentlich: Ein Insolvenzverfahren bedeutet nicht zwangsläufig die Schließung eines Unternehmens. Gerade ein Sanierungsverfahren ist auf eine wirtschaftliche Neuordnung und mögliche Fortführung ausgerichtet.

Millionenpleite bei PK Immobilien Holding

Finanziell besonders bedeutend ist die PK Immobilien Holding GmbH aus Seeboden in Kärnten.

Das Konkursverfahren wurde am 14. September beim Landesgericht Klagenfurt eröffnet. Nach Angaben des AKV stehen Passiva von rund 4,73 Millionen Euro im Raum. Betroffen sind 24 Gläubiger sowie drei Mezzanine-Kapitalgeber. Als Vermögenswerte werden unter anderem Beteiligungen und Liegenschaftsvermögen genannt. (AKV EUROPA)

Das Unternehmen nennt als Hintergrund unter anderem die jahrelangen Belastungen des Immobilienmarktes, die Zinswende, gestiegene Baukosten sowie einen schwachen Käufer- und Investorenmarkt. Für 2026 wird insbesondere eine weitere Verschärfung der Krise am Wiener Immobilienmarkt angeführt. (AKV EUROPA)

MAFM Holding in Dornbirn

Ebenfalls am 14. September wurde beim Landesgericht Feldkirch das Konkursverfahren über die MAFM Holding GmbH aus Dornbirn eröffnet.

Nach Angaben des AKV müssen die konkreten Insolvenzursachen und Vermögensverhältnisse im Verfahren noch untersucht werden. Das vorhandene Vermögen soll zunächst inventarisiert und bewertet werden. (AKV EUROPA)

Der KSV1870 bezifferte die Verbindlichkeiten nach Medienberichten zunächst auf rund 350.000 Euro. Beschäftigte soll das Unternehmen nicht haben. (5 Minuten)

Auch Finanzdienstleister betroffen

Für den Beginn des betrachteten Zeitraums findet sich zudem die Wema Finanzdienstleistung GmbH aus Graz. Das Konkursverfahren wurde beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz geführt. Die gerichtliche Bekanntmachung datiert vom 13. September; als Beginn der Wirkungen der Eröffnung wird der 15. September genannt. (wirtschaft.at)

Damit umfasst die aktuelle Insolvenzwoche praktisch das gesamte Spektrum der österreichischen Wirtschaft – vom Bauunternehmen über Gastronomie und Hotellerie bis zu Industrie, Immobilien und Finanzdienstleistungen.

Keine Entwarnung für Österreichs Wirtschaft

Die entscheidende Nachricht dieser Woche liegt deshalb weniger in einem einzelnen spektakulären Konkurs als in der Breite der betroffenen Unternehmen.

Der KSV1870 rechnet für die ersten drei Quartale 2026 mit 5.139 Unternehmensinsolvenzen. Das sind im Durchschnitt rund 19 Firmenpleiten pro Tag. (KSV1870)

Regional gibt es erhebliche Unterschiede. Wien kommt allein in den ersten drei Quartalen auf 1.912 Unternehmensinsolvenzen, während Vorarlberg mit 150 Fällen einen besonders starken prozentualen Anstieg verzeichnet. (MeinBezirk.at)

Die zurückliegende Woche bestätigt zugleich, dass sich die Probleme nicht auf eine einzige Branche reduzieren lassen. Bau und Immobilien fallen zwar besonders häufig auf, doch daneben stehen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Möbelproduktion, Gastronomie, Hotellerie, Handel, Unternehmensberatung und Finanzdienstleistungen.

Und genau darin liegt das Warnsignal: Die österreichische Insolvenzentwicklung ist inzwischen weniger eine Geschichte einzelner Krisenbranchen als vielmehr Ausdruck eines weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds.

Stand der Recherche: 19. September 2026. Berücksichtigt wurden neu eröffnete bzw. in diesem Zeitraum wirksam gewordene Unternehmensinsolvenzverfahren vom 13. bis 19. September 2026. Privatinsolvenzen und Verfahren natürlicher Personen wurden nicht aufgenommen.

AKV-Insolvenzticker mit den aktuellen Unternehmensverfahren

KSV1870: aktuelle Unternehmensinsolvenzstatistik 2026

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 20.09.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv