Tödlicher Hai-Angriff vor Australien: Behörden erteilen seltenen Tötungsbefehl für Weißen Hai

Tödlicher Hai-Angriff vor Australien: Behörden erteilen seltenen Tötungsbefehl für Weißen Hai

Veröffentlicht

Sonntag, 20.09.2026
von Red. TB

Nach einem tödlichen Hai-Angriff an einem beliebten Strand bei Perth greifen die australischen Behörden zu einer außergewöhnlichen Maßnahme: Ein mutmaßlich für die Attacke verantwortlicher Weißer Hai soll gezielt gefangen und getötet werden. Das 63-jährige Opfer Greg O’Neill wird weiterhin vermisst. Mehrere Strände bleiben gesperrt.

PERTH – Nach einem tödlichen Hai-Angriff vor der Küste Westaustraliens läuft eine großangelegte Suche nach dem Tier.

Der 63-jährige Greg O’Neill war am Freitag beim Schwimmen am Sorrento Beach im Norden von Perth angegriffen worden.

Sein Körper wurde bislang nicht gefunden.

Nach Angaben der Behörden wurde inzwischen ein Weißer Hai identifiziert, der für die tödliche Attacke verantwortlich sein soll.

Die Regierung von Western Australia erteilte daraufhin einen seltenen Befehl:

Das Tier darf gezielt gefangen und getötet werden.

Familie trauert um Greg O’Neill

O’Neills Familie zeigte sich nach dem Angriff „zutiefst schockiert und erschüttert“.

Sie beschrieb den 63-Jährigen als leidenschaftlichen Schwimmer und Sportfan sowie als engagierten Arbeiter, großzügigen Menschen und humorvollen Mann.

Am Samstag besuchten Angehörige den Ort des Angriffs.

Anwohner hatten dort bereits Blumen niedergelegt.

Zwei Männer gingen schwimmen – nur einer kam zurück

Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen.

Eine Zeugin erklärte gegenüber dem australischen Sender ABC, sie habe zwei Männer im Wasser gesehen.

Nur einer von ihnen habe es zurück an Land geschafft.

Andere Menschen berichteten ungefähr zur selben Zeit von einem rund 2,5 Meter langen Hai.

Die Behörden reagierten mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen.

Mehrere Strände wurden vorsorglich geschlossen.

Polizeiboote und ein Hubschrauber suchen die Küste ab.

Weißer Hai soll gezielt getötet werden

Besonders ungewöhnlich ist die Reaktion der Regierung von Western Australia.

Weiße Haie stehen in Australien unter Schutz.

Gezielte Tötungsanordnungen sind deshalb selten und politisch umstritten.

Fischereiministerin Jackie Jarvis erklärte, sie habe wegen der außergewöhnlichen Umstände den Schritt genehmigt.

Nach ihren Angaben wurde der Hai am Samstagmorgen von der Wasserpolizei gesichtet und als das Tier identifiziert, das an dem Angriff beteiligt gewesen sein soll.

Sollten Mitarbeiter der Fischereibehörde den Hai fangen können, dürfen sie ihn töten.

Jarvis begründete die Entscheidung mit der weiterhin bestehenden Gefahr durch das Tier.

Nach ihren Angaben handelt es sich vermutlich um den ersten derartigen Tötungsbefehl in Western Australia seit rund zehn Jahren.

Keine allgemeine Jagd auf Haie

Die Ministerin betonte gleichzeitig, dass es sich nicht um eine großflächige Tötungsaktion gegen Haie handele.

Die Maßnahme richte sich ausschließlich gegen das Tier, das nach Angaben der Behörden mit dem Angriff in Verbindung gebracht wurde.

Zusätzlich sollen Drohnen und Markierungssysteme verstärkt eingesetzt werden, um Schwimmer und andere Strandbesucher künftig besser zu schützen.

Das Thema ist in Western Australia äußerst sensibel.

2014 hatte die Regierung nach mehreren Hai-Angriffen eine umfangreichere Tötungsaktion genehmigt.

Daraufhin kam es über Monate zu großen Protesten.

Bereits zweiter Hai-Angriff innerhalb einer Woche

Der tödliche Angriff am Sorrento Beach war bereits der zweite Hai-Zwischenfall in Western Australia innerhalb weniger Tage.

Am Montag zuvor war ein 56-jähriger Surfer vor Geraldton, rund 430 Kilometer nördlich von Perth, gebissen worden.

Der Mann überlebte.

Nach Angaben eines Surfers, der ihn rettete, verlor er jedoch einen Teil seines Beines.

Der Tod von Greg O’Neill ist laut BBC bereits der dritte tödliche Hai-Angriff in Western Australia in diesem Jahr.

Australienweit wurden 2026 bislang fünf tödliche Hai-Angriffe gemeldet.

Strände bleiben geschlossen

Für die Menschen rund um Perth bedeutet der Vorfall zunächst vor allem eines:

Vorsicht.

Die zuständigen Behörden ordneten die Schließung sämtlicher Strände im betroffenen Gebiet mindestens bis Sonntagmittag an.

Während Einsatzkräfte mit Booten und aus der Luft nach dem Hai suchen, wird gleichzeitig die Debatte über den richtigen Umgang mit gefährlichen Tieren erneut geführt.

Auf der einen Seite steht der Schutz einer ohnehin geschützten Tierart.

Auf der anderen Seite steht nach einem tödlichen Angriff die unmittelbare Sicherheit der Menschen an stark besuchten Stränden.

Im aktuellen Fall haben die Behörden eine außergewöhnliche Entscheidung getroffen.

Der Weiße Hai soll nicht nur gesucht werden.

Wird das identifizierte Tier gefangen, darf es getötet werden.

Unterdessen wartet die Familie von Greg O’Neill weiterhin darauf, dass auch der vermisste 63-Jährige gefunden wird.

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Franziska_Stier (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 20.09.2026

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