Trump gegen „Meet the Press“: Jetzt soll offenbar die FCC den Faktencheck spielen

Trump gegen „Meet the Press“: Jetzt soll offenbar die FCC den Faktencheck spielen

Veröffentlicht

Montag, 31.08.2026
von Red. TB

Donald Trump ist sauer. Sehr sauer.

Diesmal hat es Kristen Welker von NBC erwischt. Die Moderatorin von „Meet the Press“ hatte Trumps jüngste Bilanz bei Wahlempfehlungen als „gemischt“ bezeichnet.

Trump hörte das offenbar und dachte sinngemäß: Gemischt? Meine Bilanz? Wo ist die Medienaufsicht, wenn man sie braucht?

Kurz darauf schrieb er, Welker solle bei der FCC gemeldet und dort gerügt oder bestraft werden.

Das Problem: Die FCC ist eine Regulierungsbehörde für Rundfunk und Telekommunikation – kein Beschwerdeschalter für Präsidenten mit akutem Moderatorenfrust.

Trump legte trotzdem nach und beschwerte sich auch über angeblich falsche Umfragen. Seine Lösung: „FCC to the rescue!“

Wenn es nach ihm geht, müsste die Behörde künftig also womöglich nicht nur Sendelizenzen prüfen, sondern auch noch klären, ob ein Adjektiv wie „gemischt“ politisch zulässig ist.

Der kleine Haken: So funktioniert die FCC eher nicht

Die FCC selbst erklärt, dass sie bestimmte politische Standpunkte nicht einfach aus dem Rundfunk verbannen darf.

Eine Moderatorin dafür zu bestrafen, dass dem Präsidenten ihre Einschätzung nicht gefällt, wäre deshalb juristisch mindestens ziemlich abenteuerlich.

Die demokratische FCC-Kommissarin Anna Gomez formulierte es noch deutlicher: Die Behörde habe keine Befugnis, Journalisten zu bestrafen, die einer Regierung nicht gefallen.

NBC stellte sich ebenfalls hinter Welker und erklärte, man stehe zu ihr.

Und war „gemischt“ nun wirklich so schlimm?

Auch sachlich ist Trumps Empörung nicht ganz so eindeutig, wie er sie darstellt.

NBC verwies darauf, dass zuletzt mehrere von Trump unterstützte Kandidaten ihre Vorwahlen verloren haben. Auch andere Medien beschrieben seine Bilanz deshalb als „gemischt“.

Also ungefähr so, wie man auch ein Wochenende beschreiben würde, an dem man Freitag 100 Euro gewinnt und Samstag 120 verliert.

Technisch gesehen: gemischt.

Emotional gesehen: offenbar ein Fall für die Bundesbehörde.

Bill Maher bekam sogar persönliche Nachhilfe

Besonders kurios: Auch Bill Maher hatte Trumps Bilanz zuletzt sehr negativ dargestellt.

Daraufhin meldete sich laut Maher offenbar der Präsident persönlich bei ihm – inklusive Statistiken und Charts.

Maher räumte anschließend ein, er habe übertrieben, und schob noch hinterher:

Jetzt bitte nicht mehr schreiben.

Damit nimmt der Wahlkampf langsam erstaunliche Formen an.

Andere Präsidenten lassen Sprecher Dementis verschicken.

Trump verschickt offenbar Tabellen.

Der eigentliche Streit ist trotzdem ernst

So unterhaltsam die Episode wirkt, dahinter steckt ein ernstes Thema.

Wenn ein Präsident öffentlich fordert, eine staatliche Behörde solle Journalisten wegen unerwünschter Berichterstattung bestrafen, berührt das unmittelbar die Pressefreiheit.

Denn die Frage lautet am Ende nicht, ob Kristen Welker „gemischt“ sagen durfte.

Die Frage lautet:

Seit wann soll die Medienaufsicht entscheiden, welche Formulierungen einem Präsidenten gefallen müssen?

Bis dahin bleibt festzuhalten: Kristen Welker moderiert weiter, NBC steht hinter ihr – und Donald Trump hat offenbar einen neuen Lieblingssatz gefunden:

Wenn die Schlagzeile nicht gefällt, einfach mal die FCC rufen.

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GabrielDouglas (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 31.08.2026

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