Zuckerberg vor Gericht: Wenn der Like-Button plötzlich Milliarden kosten könnte

Zuckerberg vor Gericht: Wenn der Like-Button plötzlich Milliarden kosten könnte

Veröffentlicht

Dienstag, 18.08.2026
von Red. TB

Meta steht in den USA vor einem Prozess, bei dem es um Kinder, soziale Netzwerke und im theoretischen Extremfall um bis zu 1,4 Billionen Dollar gehen könnte. Man muss diese Zahl kurz wirken lassen: Das ist keine Geldstrafe mehr, das ist fast schon ein eigenes Wirtschaftssystem.

Vier US-Bundesstaaten machen nun den Anfang. Insgesamt hatten 29 Staaten Meta bereits 2023 verklagt. Der Vorwurf: Facebook und Instagram sollen bewusst so gebaut worden sein, dass Kinder und Jugendliche möglichst lange dranbleiben.

Also genau das, was Eltern seit Jahren beobachten, wenn sie sagen: „Leg das Handy weg“ – und als Antwort bekommen: „Nur noch fünf Minuten.“

Offenbar könnten diese fünf Minuten jetzt juristisch ziemlich teuer werden.

Das eigentliche Problem ist nicht das Geld

Natürlich wären selbst ein paar hundert Millionen oder Milliarden Dollar unangenehm. Aber für Meta liegt die größere Gefahr woanders: Die Kläger wollen nicht nur Geld sehen, sondern Änderungen an Facebook und Instagram erzwingen.

Und genau da wird es spannend.

Denn wenn Gerichte anfangen, Funktionen zu beschneiden, die Nutzer länger auf der Plattform halten, dann geht es direkt ans Geschäftsmodell.

Der berühmte Algorithmus könnte dann plötzlich feststellen:

„Vielleicht reicht es für heute wirklich.“

Das wäre für soziale Netzwerke vermutlich revolutionärer als jede neue App-Funktion.

Auch Zuckerberg soll aussagen

Besonders pikant: Zuckerberg selbst soll als Zeuge auftreten. Auch Instagram-Führungskräfte und frühere Mitarbeiter werden erwartet.

Die Kläger werfen Meta vor, Risiken für junge Nutzer gekannt zu haben. Zudem soll der Konzern Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt haben, ohne entsprechende Zustimmung der Eltern.

Meta weist die Vorwürfe zurück und verweist auf seine zahlreichen Schutzmaßnahmen.

Das kennt man ja aus der Digitalwelt:

Die Plattform sagt: „Wir haben Jugendschutz.“

Die Eltern sagen: „Mein Kind hängt seit sechs Stunden am Handy.“

Und der Algorithmus sagt: „Hier noch ein Video, das dich interessieren könnte.“

50 Stunden pro Seite – wenigstens kein Kurzvideo

Der Prozess startet mit den Eröffnungsplädoyers. Beide Seiten erhalten jeweils 50 Stunden Zeit, um ihre Argumente, Dokumente und Zeugen zu präsentieren.

Immerhin hat niemand vorgeschlagen, die Beweisaufnahme als 15-Sekunden-Reel abzuhalten.

Besonders unangenehm für Meta könnte es werden, wenn interne Dokumente öffentlich werden. Dann könnten Juroren erfahren, was im Konzern tatsächlich über Risiken, Nutzungsdauer und junge Zielgruppen diskutiert wurde.

Und plötzlich wird aus „Engagement steigern“ möglicherweise ein Satz, den man vor Gericht sehr viel genauer erklären muss.

Meta kennt teure Gerichtstage bereits

Dass US-Gerichte bei Meta nicht nur symbolische Beträge verhängen, zeigte zuletzt New Mexico. Dort summierten sich Zivilstrafen auf insgesamt 942 Millionen Dollar.

Für Meta ist das viel Geld.

Für einen Konzern dieser Größenordnung allerdings noch kein Grund, den Kaffee aus der Kantine zu streichen.

In Oakland geht es deshalb um etwas Grundsätzlicheres: Wie weit dürfen Plattformen gehen, wenn sie um die Aufmerksamkeit junger Nutzer kämpfen?

Sollte Meta verlieren, könnte der Prozess Facebook und Instagram tatsächlich verändern.

Vielleicht gibt es dann irgendwann sogar eine Funktion, die Jugendliche freiwillig vom Bildschirm wegschickt.

Zugegeben: Das wäre vermutlich die unrealistischste Funktion, die Meta je entwickelt hätte.

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Artapixel (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 18.08.2026

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