Moskau warnt London: Britische Drohnen fliegen, die diplomatischen Nerven gleich mit

Moskau warnt London: Britische Drohnen fliegen, die diplomatischen Nerven gleich mit

Veröffentlicht

Dienstag, 18.08.2026
von Red. TB

Russland ist sauer auf Großbritannien. Der Grund: Britisch gebaute Drohnen sollen inzwischen tief im russischen Hinterland Ziele treffen – Raffinerien, Lagerhäuser und andere Einrichtungen. Moskau nennt das Eskalation, London nennt es Unterstützung der Ukraine.

Mit anderen Worten: Die einen liefern Drohnen, die anderen liefern Drohungen.

Die russische Botschaft in London erklärte, Großbritannien mache sich zum Komplizen und Mitverantwortlichen ukrainischer Angriffe. Je tiefer London in den Konflikt einsteige, desto höher werde der Preis.

Das britische Verteidigungsministerium reagierte ungefähr mit der diplomatischen Variante von: „Zur Kenntnis genommen.“ Man stehe weiter „Schulter an Schulter“ mit der Ukraine und werde liefern, was Kiew zur Verteidigung brauche.

Besonders pikant: Nach Angaben der BBC wurden britische Drohnen inzwischen bei Angriffen auf Ziele in Russland eingesetzt. Darunter sollen auch Raffinerien, Treibstofflager und Logistikzentren gewesen sein.

Moskau sieht darin einen weiteren Beleg dafür, dass Großbritannien längst nicht mehr nur Zuschauer sei.

London wiederum dürfte sagen: Russland hat 2022 den großen Krieg begonnen – jetzt bitte nicht überrascht sein, wenn dieser irgendwann auch zurückkommt.

Wildberries bekommt plötzlich sehr reale Lieferprobleme

Auch Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries sollen Ziel ukrainischer Angriffe geworden sein. Die Ukraine behauptet, sieben der zehn größten Logistikzentren seien inzwischen außer Betrieb.

Für einen Onlinehändler ist das natürlich ungünstig.

„Lieferung morgen“ wird schwierig, wenn das Verteilzentrum gerade raucht.

Der wirtschaftliche Schaden durch ukrainische Angriffe soll inzwischen bei mehr als 35 Milliarden Pfund liegen.

Da bekommt der Begriff „Drohnenlieferung“ gleich eine doppelte Bedeutung.

822 Drohnen – das ist keine kleine Bestellung mehr

Der Drohnenkrieg hat ohnehin Dimensionen erreicht, bei denen man sich fragt, ob irgendwo noch jemand normale Flugzeuge benutzt.

Am Samstagabend sollen nach russischen Angaben rund 822 ukrainische Drohnen in Richtung Russland geflogen sein. Etwa 600 davon angeblich Richtung Moskau.

Das ist kein Schwarm mehr.

Das ist fast schon Berufsverkehr.

Russland sprach von einem der massivsten Drohnenangriffe auf die Hauptstadt seit Langem. Gleichzeitig setzte auch Moskau seine eigenen schweren Angriffe auf die Ukraine fort.

Beide Seiten melden Tote und Verletzte.

Und während Diplomaten sich gegenseitig erklären, wer gerade stärker eskaliert, wächst die Zahl der Drohnen weiter.

Großbritannien bestellt schon mal nach

London hatte bereits im April angekündigt, der Ukraine Zehntausende weitere Drohnen zu liefern – darunter auch Systeme für größere Entfernungen.

Russland dürfte diese Nachricht ungefähr so begeistert aufgenommen haben wie ein Gartencenter die Ankündigung einer Heuschreckenplage.

Die politische Botschaft ist jedenfalls eindeutig:

Moskau sagt: Hört auf, der Ukraine Waffen zu geben.

London sagt: Nein.

Moskau sagt: Das wird Konsequenzen haben.

London sagt: Wir liefern trotzdem.

Damit ist der diplomatische Austausch derzeit ungefähr auf dem Niveau zweier Nachbarn angekommen, die sich nicht mehr über den Gartenzaun beschweren, sondern bereits die Drohnenkamera eingeschaltet haben.

Nur leider geht es hier nicht um Gartenzwerge.

Sondern um Krieg.

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Sunriseforever (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 18.08.2026

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