Krieg in der Ukraine: Tote durch russische Angriffe, Drohnen über Nachbarstaaten und wachsender Druck auf Kriegsgegner in Russland

Krieg in der Ukraine: Tote durch russische Angriffe, Drohnen über Nachbarstaaten und wachsender Druck auf Kriegsgegner in Russland

Veröffentlicht

Dienstag, 18.08.2026
von Red. TB

Der Krieg in der Ukraine bleibt von schweren Luftangriffen, zunehmender Drohnenaktivität und wachsender politischer Repression geprägt. Während Russland seine Attacken auf ukrainische Städte und Infrastruktur fortsetzt, greift die Ukraine ihrerseits verstärkt Ziele tief im russischen Hinterland an. Gleichzeitig häufen sich Zwischenfälle mit Drohnen über Nachbarstaaten wie Moldau und Rumänien. Auch innenpolitisch verschärft sich die Lage in Russland deutlich.

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine wurden zuletzt erneut mehrere Menschen getötet und verletzt. In der Region Saporischschja kamen nach Angaben der regionalen Militärverwaltung ein Mann und eine Frau ums Leben, nachdem eine Drohne eine Kleingartenanlage getroffen hatte. Weitere Einschläge führten in einer Gemeinde zu einem Stromausfall.

Auch die südukrainische Hafenstadt Odessa wurde erneut attackiert. Dort meldeten die Behörden mindestens neun Verletzte. Nach ukrainischen Angaben trafen Drohnen unter anderem ein Restaurant sowie mehrere Privathäuser. Die Angriffe auf zivile Ziele sorgen seit Wochen für zunehmende Kritik, da sich die russischen Attacken nach ukrainischer Darstellung nicht nur gegen militärische Einrichtungen, sondern verstärkt auch gegen Wohngebiete und zivile Infrastruktur richten.

Moskau erklärte dagegen, bei eigenen Angriffen zwei Frachtschiffe mit militärischer Ausrüstung getroffen zu haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde ein Schiff im Hafen von Odessa angegriffen, ein weiteres in Mykolajiw. Beide Frachter hätten Waffen und militärisches Material transportiert. Angaben zum tatsächlichen Schaden oder zu möglichen Opfern machte die russische Seite zunächst nicht.

Parallel dazu verschärft die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Gebiet. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, dass die sogenannten Fernoperationen fortgesetzt werden. Dabei stehen vor allem Einrichtungen der russischen Rüstungs- und Erdölindustrie im Fokus. Ziel dieser Angriffe ist es nach ukrainischer Darstellung, die militärische Versorgung Russlands zu schwächen und die Fähigkeit Moskaus zu weiteren Angriffen einzuschränken.

Selenskyj erklärte zudem, dass bereits Prioritäten für weitere Präzisionsangriffe bis September festgelegt worden seien. Gleichzeitig beklagte er, dass Russland weiterhin wichtige Komponenten für seine Waffen aus dem westlichen Ausland erhalte. Damit richtet sich der Blick der ukrainischen Führung zunehmend auch auf internationale Lieferketten und mögliche Umgehungen von Sanktionen.

Neben den militärischen Entwicklungen kündigte Selenskyj auch personelle Veränderungen innerhalb der ukrainischen Streitkräfte an. Er betonte, erfahrene Kommandeure sollten künftig mehr Handlungsspielraum erhalten. Ein Teil der entsprechenden Personalentscheidungen sei bereits gebilligt worden. Namen nannte der Präsident allerdings nicht. Die Ankündigung deutet darauf hin, dass Kiew seine militärischen Strukturen weiter an die veränderte Kriegslage anpassen will.

Besonders brisant sind inzwischen auch die zunehmenden Drohnenvorfälle in den Nachbarstaaten der Ukraine. In Moldau stürzte ein unbemanntes Fluggerät auf einem Feld ab und explodierte. Dabei entstand ein kleiner Brand, verletzt wurde niemand. Die Behörden untersuchen den Vorfall. Ukrainische Medien berichteten, dass es sich möglicherweise um eine russische Drohne gehandelt habe, die beim Anflug auf Odessa vom Kurs abgekommen und über die Grenze geflogen sei.

Nur einen Tag zuvor war auch über Rumänien eine Drohne entdeckt worden. Im Rahmen der NATO-Luftraumüberwachung wurde das Fluggerät von einem spanischen Kampfjet abgeschossen. Die Trümmer sollen über unbewohntem Gebiet niedergegangen sein. Zur Herkunft der Drohne äußerten sich die rumänischen Behörden zunächst nicht.

Diese Zwischenfälle zeigen, wie stark sich der Krieg zunehmend auf die gesamte Region auswirkt. Besonders für die NATO-Staaten an der Ostflanke wächst die Herausforderung, den eigenen Luftraum zu schützen, ohne unbeabsichtigt eine direkte militärische Eskalation mit Russland auszulösen.

Während der Krieg militärisch weiter eskaliert, verschärft sich auch die politische Lage innerhalb Russlands. Ein Gericht verurteilte den prominenten Kriegsgegner und Oppositionspolitiker Lew Schlosberg zu elf Jahren und einem Monat Straflager. Ihm wurde unter anderem die Verunglimpfung der russischen Streitkräfte vorgeworfen.

Schlosberg gehört zur liberalen Oppositionspartei Jabloko und hatte sich wiederholt für einen Waffenstillstand und eine politische Lösung des Krieges ausgesprochen. Seine Partei kritisierte das Urteil scharf und sprach von einer politisch motivierten Entscheidung. Nach Einschätzung der Parteiführung zeigt der Fall, wie stark sich die russische Justiz inzwischen gegen kritische Stimmen richtet.

Kurz nach der Verurteilung folgte ein weiterer Schlag gegen Jabloko. Russlands oberstes Gericht bestätigte den Ausschluss der Partei von der kommenden Parlamentswahl. Die Chancen auf eine erfolgreiche Berufung galten bereits im Vorfeld als gering. Die Partei kündigte dennoch weitere rechtliche Schritte an.

Zuvor waren in Moskau zahlreiche Unterstützer von Jabloko festgenommen worden. Nach Angaben der Parteiführung wurden mindestens 35 Menschen in Gewahrsam genommen. Auch Journalisten sollen am Zugang zum Gericht gehindert worden sein.

Die Entwicklungen zeichnen damit ein zunehmend düsteres Bild: Auf dem Schlachtfeld setzt sich die Eskalation fort, Drohnen überschreiten immer häufiger Staatsgrenzen, die Ukraine intensiviert ihre Angriffe auf russische Infrastruktur und Russland verschärft zugleich den Druck auf politische Gegner im eigenen Land.

Ein baldiges Ende des Krieges ist unter diesen Bedingungen nicht absehbar. Stattdessen deutet vieles darauf hin, dass sich sowohl die militärische als auch die politische Konfrontation weiter verhärtet.

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ChiaJo (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 18.08.2026

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