Nahost im Dauerkrisenmodus: Trump droht, Teheran warnt, die Huthis schießen – und irgendwo soll noch Frieden entstehen

Nahost im Dauerkrisenmodus: Trump droht, Teheran warnt, die Huthis schießen – und irgendwo soll noch Frieden entstehen

Veröffentlicht

Dienstag, 18.08.2026
von Red. TB

Im Nahen Osten läuft derzeit wieder das politische Komplettpaket: Drohungen, Raketen, Ultimaten, Friedenspläne – und zwischendrin Donald Trump, der erklärt, dass er eine Verlängerung des Abkommens mit Iran eigentlich nicht will. Später klang es dann schon wieder etwas weniger endgültig.

Die Botschaft aus Washington bleibt trotzdem klar: Iran soll keine Atomwaffen bekommen. Die 60-Tage-Frist für ein endgültiges Abkommen ist abgelaufen, ohne dass am Ende ein großes Friedensfoto mit Händedruck zustande kam.

Teheran reagiert ebenfalls in der inzwischen bewährten diplomatischen Sprache: Wenn Washington nicht liefert, werde man eben eskalieren.

Diplomatie 2026 bedeutet offenbar: Man spricht miteinander, indem man ankündigt, was passiert, wenn man nicht mehr miteinander spricht.

Oman bekommt gleich eine Bombendrohung dazu

Besonders charmant wurde es bei Oman.

Das Sultanat versucht eigentlich, beim Streit um die Straße von Hormus zu vermitteln. Trump erklärte allerdings, Oman müsse mit Bombardierungen rechnen, sollte es den USA „in die Quere kommen“.

Das ist ungefähr so, als würde man einen Schiedsrichter vor dem Spiel bitten zu vermitteln und ihm gleichzeitig sagen, dass sein Auto brennt, wenn einem die Entscheidung nicht gefällt.

Oman selbst ist bislang keine Kriegspartei.

Noch.

Die Huthis sorgen derweil für Beschäftigung

Auch im Roten Meer bleibt es unruhig. Die Huthis sollen mehrere ballistische Raketen auf Ziele nahe der Meerenge Bab al-Mandab abgefeuert haben.

Die Miliz behauptet außerdem, ein saudi-arabisches Landungsschiff und mehrere Begleitboote angegriffen zu haben.

Ob das tatsächlich so passiert ist, ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.

Aber im Nahen Osten gehört inzwischen offenbar auch das zum Nachrichtenalltag:

Rakete gemeldet, Gegenseite schweigt, Realität wird später nachgereicht.

Und Gaza? Da soll jetzt plötzlich alles schnell gehen

Parallel glaubt US-Sondergesandter Jared Kushner, dass es bei der Entwaffnung der Hamas schon innerhalb von 30 Tagen Fortschritte geben könnte.

Waffen weg, Tunnel zu, Kontrolle durch einen US-General – klingt auf dem Papier fast überraschend einfach.

Israel wiederum will seine Truppen erst dann zurückziehen und den Wiederaufbau beginnen lassen, wenn die Hamas vollständig entwaffnet ist.

Damit wären die Voraussetzungen immerhin klar.

Jetzt fehlt nur noch der kleine, unscheinbare Teil: dass alle Beteiligten zustimmen.

Trump kassiert nebenbei noch eine juristische Niederlage

Als wäre außenpolitisch nicht genug los, gab es für Trump auch zuhause schlechte Nachrichten.

Der Oberste Gerichtshof wies seinen Einspruch gegen eine Entschädigungszahlung an die frühere Journalistin E. Jean Carroll zurück. Rund 5,6 Millionen Dollar sind damit rechtskräftig fällig beziehungsweise bereits gezahlt.

Ein weiteres Urteil über 83,3 Millionen Dollar hängt ebenfalls noch über ihm, auch wenn dessen Vollstreckung derzeit ausgesetzt ist.

Kurz gesagt:

Trump streitet mit Iran, droht Oman, versucht Gaza zu ordnen und verliert nebenbei vor Gericht.

Man kann von seiner Politik halten, was man will.

Langweilig ist diese Präsidentschaft jedenfalls weiterhin nicht.

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GregBulmash (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 18.08.2026

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