US-Präsident Donald Trump will die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zurückfahren. Als Begründung verweist er auf sein nach eigenen Worten „sehr gutes Verhältnis“ zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Gleichzeitig ließ Trump erkennen, dass ihn die Haltung Seouls im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran offenbar verärgert hat.
Auf Truth Social erklärte Trump, die Manöver seien teuer und sendeten aus seiner Sicht ein unnötig feindseliges Signal an Nordkorea. Zugleich schrieb er, er habe den südkoreanischen Präsidenten zuletzt gefragt, ob sich Seoul an der „Denuklearisierung“ Irans beteiligen wolle. Die Antwort sei sinngemäß „Nein, danke“ gewesen. Damit verbindet Trump zwei eigentlich getrennte außenpolitische Themen und macht deutlich, dass er von Verbündeten offenbar mehr Unterstützung erwartet.
Für die aktuell geplante Übung kommt seine Ankündigung allerdings zu spät. Das elftägige Manöver „Ulchi Freedom Shield“ soll wie vorgesehen beginnen. Rund 18.000 südkoreanische Soldaten nehmen daran teil. Insgesamt sind etwa 28.500 US-Soldaten in Südkorea stationiert.
Nordkorea hatte die Übungen zuletzt erneut scharf kritisiert und als Vorbereitung auf einen Angriff bezeichnet. Gleichzeitig hat Pjöngjang seine Raketen- und Atomprogramme in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut und erst kürzlich wieder ballistische Raketen getestet.
Trumps Schritt ist nicht völlig neu. Schon 2018 hatte er gemeinsame Übungen während seiner Annäherung an Kim Jong Un ausgesetzt und damals ebenfalls auf Kosten und die aus seiner Sicht provokative Wirkung verwiesen. Nun scheint er erneut auf Entspannung mit Pjöngjang setzen zu wollen.
Für Südkorea ist die Botschaft allerdings zwiespältig. Einerseits könnte eine neue Gesprächsbereitschaft zwischen Washington und Nordkorea Seoul entgegenkommen. Andererseits zeigt Trump offen seinen Unmut darüber, dass Südkorea sich nicht stärker in den Iran-Konflikt einbringen wollte.
Genau darin liegt die politische Sprengkraft: Trump stellt die Sicherheitsgarantien und militärische Zusammenarbeit mit Verbündeten erneut stärker unter das Prinzip von Gegenleistung. Für Seoul bleibt deshalb die Frage, ob die angekündigte Reduzierung nur Teil einer neuen Diplomatie mit Nordkorea ist – oder auch ein Warnsignal an einen Verbündeten, der bei Iran nicht mitziehen wollte.


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