Da sitzt man in Oberösterreich gemütlich im Büro, denkt an Kollektivvertrag, Beratung und Arbeitnehmerrechte – und dann kommt ein Hacker und sagt sinngemäß:
**„Feierabend. Für alle.“**
Die Arbeiterkammer Oberösterreich ist Opfer eines großen Cyberangriffs geworden. Das System wurde komplett blockiert. Rund 600 Mitarbeiter-Laptops wurden vorsichtshalber eingezogen, und inzwischen steht fest: Die Angreifer konnten offenbar auch auf Mitgliederdaten zugreifen.
Wie viele Menschen betroffen sind?
Weiß man nicht.
Warum?
Weil die Hacker ihre Spuren verwischt haben.
Also ungefähr so, als würde jemand in eine Wohnung einbrechen, alles durcheinanderbringen und anschließend noch mit dem Staubsauger durchgehen.
## Hacker waren offenbar gründlicher als manche IT-Abteilung
Die AK erklärt, dass wegen der gezielten Spurenverwischung derzeit nicht festgestellt werden könne, wie viele Mitgliederdaten tatsächlich betroffen sind.
Das ist natürlich beruhigend.
Nicht.
Denn irgendwo sitzen jetzt wahrscheinlich Cyberkriminelle mit Daten und denken sich:
„Schauen wir mal, was wir damit anfangen.“
Und die AK muss ihren Mitgliedern gleichzeitig sagen:
Bitte bei SMS, WhatsApp und E-Mails vorsichtig sein.
Insbesondere dann, wenn angeblich Gewinne oder Zahlungen angeboten werden.
Mit anderen Worten:
Wenn Ihnen plötzlich jemand schreibt:
**„Herzlichen Glückwunsch, die Arbeiterkammer schenkt Ihnen 5.000 Euro!“**
Dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass nicht gerade der Sozialstaat persönlich WhatsApp entdeckt hat.
## Keine Gewinnspiele – wirklich keine
Die Arbeiterkammer stellt klar:
Man veranstalte derzeit keine Gewinnspiele und stelle auch keine Zahlungen in Aussicht.
Schade eigentlich.
Nach so einer Woche hätte man ja wenigstens sagen können:
„Unter allen Mitgliedern verlosen wir einen Laptop, der noch nicht eingezogen wurde.“
Aber nein.
Stattdessen gilt:
Misstrauen ist angesagt.
Und zwar bei allem, was digital hereinkommt.
## 600 Laptops eingesammelt
Besonders plastisch ist die Sache mit den 600 Mitarbeiter-Laptops.
Man stelle sich die Szene vor.
Montagmorgen:
„Guten Morgen.“
„Morgen.“
„Bitte Laptop abgeben.“
„Warum?“
„Hacker.“
„Okay.“
„Wann bekomme ich ihn wieder?“
„Keine Ahnung.“
Das ist digitale Transformation einmal rückwärts.
Vom Laptop zurück zu Kugelschreiber und Papier.
Vielleicht erleben wir bald das Comeback des Faxgeräts.
Nicht weil es modern wäre.
Sondern weil der Hacker vermutlich sagt:
**„Nee, damit beschäftige ich mich nicht.“**
## Hotline eingerichtet
Immerhin hat die AK eine Hotline eingerichtet.
Das ist konsequent.
Wenn digital nichts mehr geht, macht man wieder das, was Menschen früher getan haben:
**Man telefoniert.**
Vielleicht ist das überhaupt die wahre Lehre dieses Angriffs.
Wir haben jahrelang alles digitalisiert.
Apps.
Cloud.
Onlineportale.
Automatisierung.
Und dann kommt irgendein Typ irgendwo auf der Welt, drückt auf Enter – und plötzlich steht das Telefon wieder im Mittelpunkt der österreichischen Verwaltung.
Fortschritt kann so romantisch sein.
## Wann läuft alles wieder normal?
Das weiß derzeit ebenfalls niemand.
Der Normalbetrieb könne noch nicht terminiert werden.
Damit gibt es momentan zwei Dinge, die die AK nicht genau sagen kann:
Wie viele Daten betroffen sind.
Und wann alles wieder funktioniert.
Das ist für einen Cyberangriff leider ziemlich typisch.
Die Hacker dagegen wissen vermutlich sehr genau, was sie gemacht haben.
## Ernst ist die Sache trotzdem
So lustig sich manche Details anhören: Für die Mitglieder ist die Situation natürlich unangenehm.
Gestohlene persönliche Daten können für Phishing, Identitätsmissbrauch oder andere Betrugsversuche verwendet werden.
Deshalb sollte tatsächlich jeder, der in nächster Zeit angebliche Nachrichten der Arbeiterkammer erhält, sehr genau hinschauen.
Keine Links anklicken.
Keine Zugangsdaten herausgeben.
Keine Zahlungen leisten.
Und bei Unsicherheit lieber direkt nachfragen.
Denn nach diesem Angriff gilt wohl mehr denn je:
**Vertrauen ist gut. Hotline ist besser.**
Und für die Hacker vielleicht noch eine kleine Bitte:
Lasst wenigstens die Kaffeemaschinen in Ruhe.
Irgendwas muss in der Arbeiterkammer schließlich noch funktionieren.


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