Früher galt: Schule fertig, Studium geschafft, Koffer packen, ausziehen. Heute sagt die Generation Z eher: Warum eigentlich? Bei Mama ist der Kühlschrank voll, die Miete überschaubar und WLAN gibt es auch.
Immer mehr junge Erwachsene in den USA ziehen nach dem Studium zurück ins Elternhaus. Rund die Hälfte der Hochschulabsolventen landet nach dem Abschluss wieder im alten Kinderzimmer. Mehr als 25 Millionen Menschen unter 35 lebten 2025 bei ihren Eltern – Rekord.
Und das Interessante ist: Viele schämen sich dafür überhaupt nicht mehr.
Die 22-jährige Arianna Hernandez aus Dallas macht es vor. Sie wohnt bei ihren Eltern, arbeitet als Social-Media-Influencerin und reist dafür ordentlich durch die Welt. Österreich, Italien, Costa Rica, Guatemala, Hawaii, Virgin Islands – klingt nicht gerade nach finanzieller Krise.
Der Trick?
Keine Miete zahlen.
Oder anders gesagt: Während andere jeden Monat 1.700 Dollar an den Vermieter überweisen, sagt Arianna: „Danke Mama, ich bin dann mal auf Hawaii.“
Auch beim Essen läuft es gut. Einkaufen muss sie selten, denn die Eltern haben meistens etwas zu Hause. Und wenn Mama und Papa zum Date gehen, bringen sie offenbar sogar noch Essen mit.
Hotel Mama – jetzt mit Roomservice.
Natürlich gibt es Nachteile. Weniger Privatsphäre, das Kinderzimmer ist möglicherweise immer noch rosa gestrichen und irgendwann kommt garantiert die Frage: „Wann räumst du endlich mal den Keller auf?“
Aber finanziell ergibt das Ganze zunehmend Sinn.
Ein durchschnittliches Haus kostet in den USA inzwischen rund 430.000 Dollar. Die Mieten liegen bei etwa 1.673 Dollar im Monat. Gleichzeitig sind die Löhne längst nicht so schnell gestiegen wie die Wohnkosten.
Da wird aus dem vermeintlichen Rückschritt plötzlich eine ziemlich clevere Strategie.
Besonders kurios: Nur sieben Prozent der Studenten sagen, sie wollten später wieder bei den Eltern wohnen. Tatsächlich tun es nach dem Abschluss aber fast 50 Prozent.
Das nennt man dann wohl:
Lebensplanung trifft Mietvertrag.
Ein Viertel der jungen Absolventen bekommt sogar sämtliche Rechnungen von den Eltern bezahlt. Strom? Eltern. Essen? Eltern. Versicherung? Eltern.
Der Traum vom Erwachsensein sieht 2026 also teilweise so aus: 25 Jahre alt, Uniabschluss in der Tasche, Weltreise geplant – und abends ruft Mama durchs Haus: „Essen ist fertig!“
Ganz so albern ist der Trend natürlich nicht. Viele junge Menschen sparen dadurch Geld, bauen Schulden ab oder legen etwas für eine spätere eigene Wohnung zurück. Manche ziehen auch aus familiären Gründen zurück nach Hause.
Vielleicht hat sich einfach nur die Definition von Erfolg verändert.
Früher hieß es: Mit 22 ausziehen.
Heute heißt es:
Mit 22 bei den Eltern wohnen, 30.000 Dollar sparen und nebenbei nach Costa Rica fliegen.
Und ganz ehrlich: Wenn Mama kocht und Papa das WLAN bezahlt, ist diese Generation vielleicht gar nicht so verrückt, wie alle behaupten.


0 Kommentare