Österreichische Bundesliga: Lustenau ist wieder da, Sturm macht Sturm-Sachen – und der WAC verteilt Gastgeschenke

Österreichische Bundesliga: Lustenau ist wieder da, Sturm macht Sturm-Sachen – und der WAC verteilt Gastgeschenke

Veröffentlicht

Sonntag, 16.08.2026
von Red. TB

Die österreichische Bundesliga hat am Samstag wieder einmal bewiesen, warum man sie mögen muss. Da kommt ein Aufsteiger daher, dessen neuer Stürmer erstmals von Beginn an spielt und gleich zweimal trifft. Ein WAC-Trainer fragt sich anschließend sinngemäß, wie gewisse Dinge im bezahlten Fußball überhaupt möglich sind. Und in Graz braucht Sturm 78 Minuten, um festzustellen: Ach ja, wir könnten das Spiel auch einfach gewinnen.

Willkommen beim Samstag in der ADMIRAL Bundesliga.

Am 15. August standen zwei Partien der dritten Runde auf dem Programm: Austria Lustenau schlug den Wolfsberger AC mit 2:1, Sturm Graz bezwang Altach mit 1:0.

Lustenau – WAC 2:1: Guten Tag, mein Name ist Antonio Verinac

Beginnen wir in Vorarlberg.

Austria Lustenau ist zurück in der Bundesliga – und jetzt auch tatsächlich mit einem Sieg.

Der Aufsteiger schlug den WAC 2:1 und feierte damit den ersten Bundesliga-Erfolg seit dem Wiederaufstieg. Und der Mann des Tages hieß Antonio Verinac.

21 Jahre alt.

Leihspieler vom FC St. Gallen.

Erstmals in der Bundesliga-Startelf.

Was macht man da?

Vorsichtig anfangen? Erst einmal ins Spiel finden? Ein bisschen schauen, wie schnell die Verteidiger hier eigentlich sind?

Nö. Zwei Tore.

Verinac traf in der 23. und 32. Minute und sorgte damit praktisch im Alleingang dafür, dass Lustenau plötzlich 2:0 führte.

Das nennt man wohl Bewerbungsschreiben ohne Anschreiben.

Der WAC hilft allerdings kräftig mit

Ganz unschuldig waren die Wolfsberger daran nicht.

Vor dem 1:0 leistete sich Cheick Diabate einen kapitalen Fehler im Spielaufbau. Lustenau sagte artig Danke, schaltete um und Verinac vollendete.

Beim zweiten Gegentor wurde es für WAC-Trainer Thomas Silberberger offenbar endgültig zu viel: Nach einem eigenen Eckball ließ sich seine Mannschaft auskontern.

Silberberger war anschließend entsprechend bedient.

Seine Reaktion lässt sich ungefähr so zusammenfassen:

Leute, wir spielen hier Bundesliga und nicht „Wer möchte dem Gegner heute ein Tor schenken?“

Der Trainer erklärte nach der Partie, er sei angesichts der Gegentore „sprachlos“ und könne kaum glauben, dass so etwas im bezahlten Fußball passiere.

Das Schöne an Fußballtrainern ist ja: Manchmal benötigen sie nach einem Spiel keine komplizierte Datenanalyse.

Expected Goals?

Passquoten?

Heatmaps?

Silberberger brauchte am Samstag nur die Kategorie:

„Was zum Teufel machen wir da eigentlich?“

Vrioni trifft schon wieder

Ganz tot war der WAC trotzdem nicht.

Giacomo Vrioni erzielte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 1:2. Es war bereits sein viertes Saisontor.

Vier Tore nach drei Runden – der Mann hat offenbar beschlossen, dass die Torjägerliste in dieser Saison sein Privatgrundstück wird.

Zum Ausgleich reichte es trotzdem nicht.

Lustenau brachte das 2:1 über die Zeit und steht nun nach drei Spielen bei vier Punkten – genauso wie der WAC.

Für einen Aufsteiger kann man das durchaus so formulieren:

Servus Bundesliga, wir wären dann angekommen.

Sturm Graz – Altach 1:0: 78 Minuten Anlauf für ein Tor

Am Abend ging es dann nach Graz.

Sturm gegen Altach.

Der Favorit gegen den Außenseiter.

Eigentlich denkt man:

Sturm macht Druck, Sturm trifft irgendwann, alle gehen heim.

Im Prinzip war es auch so.

Nur benötigten die Grazer dafür 78 Minuten.

Dann kam Seedy Jatta und erzielte das entscheidende 1:0.

Man könnte sagen:

Effizient.

Man könnte auch sagen:

Meine Herren, das hätte man für den Blutdruck der eigenen Fans vielleicht 60 Minuten früher erledigen können.

Aber Sturm gewinnt eben.

Und genau das unterscheidet Spitzenmannschaften häufig vom Rest.

Wenn es spielerisch nicht funkelt, wird eben gearbeitet.

Wenn der Gegner nervt, wird weitergemacht.

Und irgendwann fällt das Ding.

1:0.

Drei Punkte.

Danke, Wiederschauen.

Nebenbei gibt es in Graz noch ordentlich Theater

Ganz ohne Nebengeräusche ging das Duell allerdings nicht über die Bühne.

Im Mittelpunkt stand die Causa Yann Massombo. Rund um einen möglichen Wechsel des Altach-Spielers zu Sturm Graz herrschte bereits vor dem Spiel reichlich schlechte Stimmung.

Altachs Sportdirektor Philipp Netzer äußerte sich ausgesprochen kritisch und bezeichnete die Vorgänge als „erschreckend und sehr bedenklich“. Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch wiederum nahm nach dem Spiel ebenfalls Stellung zu der Angelegenheit.

Kurz gesagt:

Auf dem Platz gewann Sturm 1:0.

Daneben lief offenbar schon das Rückspiel.

Sturm bleibt oben dran

Sportlich sieht es für die Grazer hervorragend aus.

Nach drei Spielen hat Sturm sieben Punkte und ist weiterhin ungeschlagen.

Ganz vorne steht allerdings der LASK mit neun Punkten aus drei Spielen. Die Linzer hatten bereits am Freitag Ried nach frühem Rückstand mit 4:1 geschlagen.

Der Zwischenstand vor den Sonntagsspielen lautet damit an der Spitze:

LASK 9 Punkte, Sturm Graz 7, Rapid 6 aus erst zwei Spielen.

Das kann noch lustig werden.

Und heute geht der Wahnsinn weiter

Die Runde ist noch nicht vorbei.

Am heutigen Sonntag stehen noch drei Partien an: Hartberg empfängt Austria Wien, die WSG Tirol spielt gegen Salzburg und Rapid Wien trifft am Abend auf den GAK.

Vor allem bei der Wiener Austria dürfte langsam eine gewisse Dringlichkeit herrschen. Nach zwei Spielen stehen die Veilchen noch ohne Punkt und ohne eigenes Tor da.

Das ist eine Tabellenkonstellation, bei der Trainer gern sagen:

„Wir müssen ruhig bleiben.“

Fans übersetzen diesen Satz meistens mit:

„Um Gottes willen, gewinnt endlich ein Spiel.“

Fazit des Samstags

Der Samstag hatte damit eigentlich alles, was österreichischer Bundesligafußball braucht.

Einen Aufsteiger, der plötzlich gewinnt.

Einen 21-Jährigen, der bei seinem Startelfdebüt zweimal trifft.

Einen WAC, der seinem Trainer innerhalb von 90 Minuten offenbar mehrere neue graue Haare schenkt.

Einen Sturm-Sieg mit spätem Tor.

Und nebenbei noch ordentlich Transfer-Zoff.

Fußballherz, was willst du mehr?

Vielleicht nur eines:

Dass der Sonntag genauso schön chaotisch wird.

Die offizielle Übersicht über die dritte Runde gibt es bei der Österreichischen Fußball-Bundesliga

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stux (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 16.08.2026

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