Robert F. Kennedy Jr. sorgt mit Aussagen zu Impfungen und Fauci für Kritik

Robert F. Kennedy Jr. sorgt mit Aussagen zu Impfungen und Fauci für Kritik

Veröffentlicht

Montag, 03.08.2026
von Red. TB

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat in einem CNN-Interview den früheren Regierungsberater Anthony Fauci scharf angegriffen und mehrere umstrittene Aussagen zu Impfungen, Masern, RSV und Autismus wiederholt. Fachleute widersprachen ihm in zentralen Punkten.

Kennedy machte Fauci maßgeblich für die Corona-Maßnahmen verantwortlich und erklärte, die Lockdowns hätten den USA besonders geschadet. Tatsächlich wurden viele Beschränkungen von Bundesstaaten und lokalen Behörden angeordnet, als Krankenhäuser und Intensivstationen stark belastet waren.

Der frühere Covid-Koordinator des Weißen Hauses, Ashish Jha, betonte, die Verantwortung liege bei politischen Entscheidungsträgern und nicht allein bei beratenden Wissenschaftlern. Zudem seien mehrere Aussagen Kennedys sachlich falsch.

Besonders kontrovers waren seine Äußerungen zu Masern. Kennedy erklärte, Ausbrüche beträfen vor allem religiöse Gemeinschaften, die Impfungen ablehnten. Zwar begann ein größerer Ausbruch in einer mennonitischen Gemeinde, das Virus verbreitete sich jedoch auch unter anderen ungeimpften Menschen.

Mehr als 90 Prozent der Erkrankten waren laut dem Artikel ungeimpft oder hatten einen unbekannten Impfstatus. Zwei Dosen des MMR-Impfstoffs schützen zu etwa 97 Prozent vor Masern. Experten warnen, dass Ausbrüche überall dort drohen, wo die Impfquote unter etwa 95 Prozent fällt.

Auch Kennedys Behauptung, RSV sei durch sogenannte Gain-of-Function-Experimente entstanden, gilt als unbelegt. Das Virus wurde bereits in den 1950er-Jahren nachgewiesen, lange bevor entsprechende gentechnische Verfahren entwickelt wurden.

Beim Thema Paracetamol und Autismus verwies Kennedy auf Studien, die einen Zusammenhang nahelegen sollen. Eine Übersichtsarbeit von 2025 fand zwar Hinweise, konnte aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen. Andere große Untersuchungen fanden keinen Zusammenhang.

Kennedy stellte zudem den Nutzen von Covid-19-Impfungen für Kinder infrage. Studien zeigen jedoch, dass Impfungen das Risiko schwerer Krankheitsverläufe, Krankenhausaufenthalte und Komplikationen senken können. Schwere Nebenwirkungen sind möglich, gelten aber als selten.

Das Interview verdeutlicht den Konflikt um die künftige Ausrichtung der US-Gesundheitspolitik. Kritiker befürchten, dass Kennedys Aussagen das Vertrauen in Impfungen und Gesundheitsbehörden weiter schwächen könnten.

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von Autor: Red. TB
am: Montag, 03.08.2026

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