Die USA haben in der Nacht auf Donnerstag mehrere neue Luftangriffe gegen Ziele im Iran durchgeführt. Das bestätigte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando CENTCOM. Nach Angaben des US-Militärs richteten sich die Angriffe gegen iranische Überwachungs- und Kommunikationssysteme sowie Luftverteidigungsanlagen.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits zuvor angekündigt, dass die Angriffe wieder aufgenommen würden, da die Verhandlungen über ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Konflikts aus seiner Sicht nicht schnell genug vorankämen.
US-Militär spricht von Reaktion auf iranische Aggressionen
Laut CENTCOM wurden die Angriffe mit Präzisionswaffen durch Einheiten der US-Luftwaffe, Marine und des Marine Corps durchgeführt. Ziel seien Einrichtungen gewesen, die eine Bedrohung für amerikanische Streitkräfte und internationale Handelsschiffe in der Region dargestellt hätten.
Das US-Militär bezeichnete die Angriffe als Reaktion auf „ungerechtfertigte und anhaltende Aggressionen“ des Irans. Bereits am Vortag hatten die USA iranische Ziele angegriffen, nachdem ein US-Hubschrauber nach amerikanischen Angaben von einer iranischen Drohne abgeschossen worden war.
Trump: Angriffe könnten bald enden
Präsident Trump erklärte gegenüber dem Sender Fox News, hochrangige iranische Vertreter hätten ihn gebeten, die jüngsten Angriffe einzustellen. Sollte jedoch keine Einigung erzielt werden, könnten die Bombardierungen bereits in der kommenden Nacht fortgesetzt werden.
Trump sprach von einem der „am häufigsten verletzten Waffenstillstände der Weltgeschichte“ und erklärte, dass bei den jüngsten Angriffen 49 Tomahawk-Marschflugkörper eingesetzt worden seien.
Explosionen in zahlreichen iranischen Städten
Iranische Staatsmedien berichteten in den frühen Morgenstunden von Explosionen in mehreren Regionen des Landes. Betroffen waren unter anderem Gebiete nahe Teheran sowie Städte entlang der Südküste und in der Nähe der Straße von Hormus.
Unter anderem wurden Explosionen in Karadsch, Abyek, Qarchak, Minab, Sirik, Bandar Abbas und auf der strategisch wichtigen Insel Kharg gemeldet. Auch aus Schiras wurden Detonationen berichtet.
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden wurden bei den US-Angriffen unter anderem Küstenstellungen und Einrichtungen der Revolutionsgarden in der Region Bandar Abbas getroffen.
Iran startet Gegenangriffe
Kurz nach den amerikanischen Angriffen kündigte der Iran Vergeltungsmaßnahmen an. Die Revolutionsgarden erklärten, 18 bedeutende Ziele angegriffen zu haben, darunter US-Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait.
In Bahrain wurden in den Nachtstunden mehrfach Luftalarmsirenen ausgelöst. Auch Kuwait meldete den Einsatz seiner Luftverteidigung gegen „feindliche Objekte“. Mehrere Flüge wurden umgeleitet, der Luftraum des Landes vorübergehend geschlossen.
Unabhängige Bestätigungen über Schäden oder Treffer auf US-Stützpunkten lagen zunächst nicht vor.
Streit um die Straße von Hormus
Zusätzlich verschärfte sich die Lage rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Meerenge sei für sämtliche Schiffe gesperrt.
Das US-Militär widersprach dieser Darstellung jedoch. Nach Angaben von CENTCOM sei die Schifffahrt weiterhin möglich, Handelsschiffe würden die Passage weiterhin nutzen.
Der Kommandeur der Luft- und Raumfahrteinheiten der Revolutionsgarden, Seyed Majid Mousavi, drohte zugleich mit einer weiteren Eskalation. Sollte die Sicherheit der Straße von Hormus gefährdet werden, könne der Iran „die gesamte Region in eine Hölle verwandeln“, erklärte er laut iranischen Medien.
Verletzte nach Angriffen gemeldet
Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens wurden bei den jüngsten US-Angriffen in der Stadt Kargan in der Provinz Hormozgan mindestens zwei Menschen verletzt. Die Betroffenen hätten Splitterverletzungen erlitten und seien in ein Krankenhaus gebracht worden.
Sorge vor weiterer Eskalation
Mit den neuen Angriffen wächst die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten. Besonders die Lage in der Straße von Hormus gilt als kritisch, da durch die Meerenge ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird.
Ob die von Trump angedeutete mögliche Einigung zustande kommt oder die gegenseitigen Angriffe weitergehen, bleibt vorerst unklar. Die militärischen Spannungen zwischen Washington und Teheran haben jedoch erneut deutlich zugenommen.


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